Fachbuch, 2019
131 Seiten
1 Begriffliche Eingrenzungen
1.1 Innovation
1.2 Entrepreneurship
1.3 Unternehmer
1.4 Startup
1.5 Abgrenzung von Startups zu kleinen und mittleren Unternehmen
1.6 Scheitern von Unternehmen
2 Erklärungsansätze unternehmerischen Handelns
2.1 Effectuation und Causation als alternative Entscheidungslogiken
2.2 Die Prinzipien von Effectuation
2.3 Der Effectuation-Prozess
3 Stand der Forschung
3.1 Forschungserkenntnisse zu den Ursachen des Scheiterns von Startups
3.2 Einfluss von Effectuation und Causation auf die Unternehmensleistung
4 Forschungslücke und empirischer Untersuchungsansatz
4.1 Forschungslücke und forschungsleitende Fragestellungen
4.2 Empirischer Untersuchungsansatz
4.3 Vorstellung des empirischen Untersuchungsansatzes
5 Vorstellung der empirischen Untersuchung
5.1 Auswertung der Ergebnisse
5.2 Diskussion der Ergebnisse
5.3 Limitation der Arbeit und Implikationen für die weitere Forschung
Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der Effectuation-Entscheidungslogik und dem Scheitern von Startups. Ziel ist es, zu analysieren, ob die Anwendung effectualer Prinzipien – oder deren Fehlen – das Scheitern von jungen, innovativen Unternehmen beeinflusst, wobei bestehende Theorien und Items zur Messung von Effectuation auf die Analyse gescheiterter Startups übertragen werden.
2.2.1 Prinzip der Mittelorientierung
Das Prinzip der Mittelorientierung, oder nach Sarasvathy auch „Bird in the Hand Principle“ (vgl. Sarasvathy, 2003b, S. 21), ist das grundlegende Prinzip der Effectuation-Logik. Es drückt aus, dass Unternehmer mit drei gegebenen Kategorien von Mitteln (Ressourcen) beginnen: (1) Mit dem wer sie sind, also mit ihren Eigenschaften, Geschmäckern und Fähigkeiten; (2) mit dem was sie wissen, also ihrer Bildung, Expertise und Erfahrung, und (3) damit wen sie kennen, also ihren sozialen und beruflichen Netzwerken, die sie bei der Erschaffung und Entwicklung des Neuen unterstützen können (vgl. Sarasvathy, 2001, S. 250).
Das Prinzip ermutigt Unternehmer eine Bestandsaufnahme und erste Einschätzung der gegenwärtigen Ressourcen vorzunehmen bzw. diejenigen ausfindig zu machen, die leicht erworben werden können (vgl. Duening et al., 2012, S. 207 f.). Dabei steht die unternehmerische Frage, was man auf Basis der zur Verfügung stehenden Mittel tun kann und nicht die Frage, was man auf der Basis einer prädiktiven Analyse tun sollte im Vordergrund (vgl. Sarasvathy et al., 2014, S. 73; vgl. Sarasvathy, 2001, S. 250). Sie finden Ergebnisse, die sich mit diesen gegebenen Ressourcen erreichen lassen können (vgl. Fröhling, 2004, S. 10). Daher beginnen sie mit den Mitteln, die ihnen am zugänglichsten sind und gehen ohne aufwendige Planung in die Umsetzung über. Pläne werden erarbeitet, revidiert und durch Interaktionen mit Dritten kontinuierlich modifiziert. Durch das Handeln werden die Mittel des Unternehmers und damit auch die möglichen Auswirkungen und Ergebnisse neu bestimmt. Schließlich verschmelzen einige der sich abzeichnenden Effekte zu erreichbaren und wünschenswerten Zielen (vgl. Sarasvathy, 2005, S. 3). Nach Evers et al. (2012, S. 55 ff.) sind insbesondere radikale Innovationen das Resultat einer mittelorientierten und somit effectualen Vorgehensweise (vgl. Eberz, 2017, S. 230).
1 Begriffliche Eingrenzungen: Erläutert die zentralen Begriffe Innovation, Entrepreneurship, Unternehmer und Startups sowie die vielfältigen Facetten des unternehmerischen Scheiterns.
2 Erklärungsansätze unternehmerischen Handelns: Stellt die Effectuation-Theorie als alternative Entscheidungslogik zur klassischen Causation-Logik vor und definiert deren fünf Verhaltensprinzipien.
3 Stand der Forschung: Bietet einen Überblick über existierende Studien zu Ursachen des Scheiterns von Startups sowie den Einfluss von Effectuation auf die Unternehmensleistung.
4 Forschungslücke und empirischer Untersuchungsansatz: Leitet aus der Literatur eine Forschungslücke ab, formuliert die Fragestellungen und begründet die qualitative Inhaltsanalyse als methodischen Zugang.
5 Vorstellung der empirischen Untersuchung: Präsentiert die Ergebnisse der Analyse von Ex-post-Analysen und diskutiert diese im Kontext der gewählten Fragestellungen sowie der Limitationen der Arbeit.
Effectuation, Causation, Startups, Unternehmensscheitern, Entrepreneurship, Innovationsmanagement, Mittelorientierung, Leistbarer Verlust, Strategische Partnerschaft, Bootstrapping, Qualitative Inhaltsanalyse, Post-mortem-Analyse, Unsicherheit, Entscheidungslogik, Unternehmensleistung
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der unternehmerischen Entscheidungslogik (Effectuation) und dem Scheitern von Startups, um zu verstehen, ob und wie verschiedene Vorgehensweisen das Fortbestehen von Gründungen beeinflussen.
Die Arbeit verknüpft die Effectuation-Theorie mit der Misserfolgsforschung bei Startups und nutzt qualitative Inhaltsanalysen von sogenannten Post-mortem-Analysen gescheiterter Gründer.
Das Hauptziel besteht darin zu erklären, welchen Einfluss die Effectuation-Prinzipien auf das Scheitern von Startups haben bzw. ob nicht effectuale Vorgehensweisen das Scheitern begünstigen können.
Es wird eine qualitative Inhaltsanalyse auf Basis von Ex-post-Analysen gescheiterter Startups aus Datenbanken wie CB Insights, failory.com und Autopsy.io durchgeführt.
Der Hauptteil umfasst eine theoretische Fundierung zu unternehmerischen Entscheidungsmodellen (Effectuation vs. Causation), einen Überblick über den Forschungsstand zum Startup-Scheitern sowie die deduktive Auswertung der gesammelten Daten.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Effectuation, Causation, Startup-Scheitern, leistbarer Verlust, Mittelorientierung und unternehmerische Ungewissheit.
Bootstrapping wird als eine Form des leistbaren Verlustes und der Mittelorientierung betrachtet, welche es Startups ermöglicht, ihre Abhängigkeit von externen Investoren und damit verbundene Risiken zu minimieren.
Die Arbeit zeigt, dass Effectuation besonders in der Gründungsphase unter hoher Unsicherheit effektiv sein kann, während im weiteren Verlauf des Unternehmenswachstums oft ein Übergang zu kausalen Strategien stattfindet.
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