Bachelorarbeit, 2018
43 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
1.1. Quellenlage und Forschungsstand
1.2. Eingrenzung des Themas und Forschungsfragen
1.3. Aufbau und Methodik
2. Von Schadenszauber und Teufelsbuhlschaft- Die Hexe
2.1. Der Schadenszauber
2.2. Die Teufelsbuhlschaft
2.3. Hexenflug und Hexensabbat
3. Vorurteile und Fehlinformation
3.1. „Die“ Hexe – Geschlecht, äußere Erscheinung, soziale Herkunft
3.2. Die Kirche und Inquisition als Initiator der Hexenverfolgungen?
3.3. Vom Hexenwahn zur konkreten Hexenverfolgung- Opferzahlen und territoriale Differenzen
4. Ursachen der Hexenverfolgung
4.1. Verwaltung und Gerichtsbarkeit- ein Vergleich zwischen Frankreich, dem Reich und dem Herzogtum Luxemburg
4.2. Die kleine Eiszeit
5. Zwischenfazit Teil I
6. Der Untersuchungsraum: Das Herzogtum Luxemburg
6.1. Luxemburg als Teil der spanischen Niederlande- Verwaltung und Gerichtsbarkeit
6.2. Das luxemburgische Territorium
7. Die Hexenverfolgungen in Luxemburg
7.1. Das quartier allemand
7.2. Das quartier wallon
7.3. Differenzen und Gemeinsamkeiten
8. Gesamtbild der Hexenverfolgungen im Herzogtum
9. Fazit
Diese Arbeit verfolgt das Ziel, einen umfassenden Überblick über die Hexenverfolgungen im Herzogtum Luxemburg zwischen 1450 und 1692 zu erstellen und die bisher vorliegenden Detailstudien zu einer vergleichenden Analyse zusammenzuführen. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, welche rechtlichen Grundlagen und Verwaltungsstrukturen die Intensität der Verfolgung beeinflussten und warum es im Herzogtum zu vergleichsweise hohen Opferzahlen kam.
Der Schadenszauber
Eines der wesentlichsten Elemente, das einer vermeintlichen Hexe zugeschrieben wurde, war der sogenannte Schadenszauber. Er veranlasste die Menschen dazu, die Hexe als böse Gestalt zu betrachten, der es darum ging, den Menschen durch ihre Magie zu schaden. Die Gebrüder Grimm bieten in ihrem 1854 erschienen Wörterbuch eine umfassende Beschreibung, die bereits die wichtigsten Elemente der heutigen Auffassung von Hexen beinhalten. Hier heißt es:
[...] so dasz hexe den sinn verschmitztes weib hätte; andere deuten sie mit bezug auf hag als waldweib. [...] die assimilierte form hähtesse nach dem bekannten gesetze zu erwarten gewesen sein. ags. -tesse, ahd. zussa in dem zu erklärenden worte dürfte zusammenhangen mit ags. tesu, teosu damnum, interitus, contentio, praejudicium, verderben, tesvian in nachtheil setzen, schädigen, verderben (Leo ags. glossar 142), der erste theil ist hag in der bedeutung landgut, feld und flur (vergl. oben sp. 138 und ags. haga gehegtes feld, garten, vorwerk). die hexe ist demnach die das landgut, feld und flur schädigende. [...] wie im uralten volksglauben die hexe stets nur als eine person erscheint, die durch übernatürliche mittel das besitzthum der nachbarn und einwohner eines bezirks schädigt, und namentlich ihre zerstörende thätigkeit auf korn und wein, auf das vieh, seine weide und seine mast, die eicheln (vergl. Grimm deutsche sagen no. 251) richtet.
Nach heutigem Stand war eine „Hexe“ ein Wesen, welches in einer Gruppe, der Hexensekte, mit Hilfe des Schadenzaubers und des Teufels die Ordnung der christlichen Welt vernichten wollte.
1. Einleitung: Die Einleitung umreißt die historische Relevanz der Hexenverfolgungen in der frühen Neuzeit und definiert den Fokus der Arbeit auf das Herzogtum Luxemburg unter Berücksichtigung der bestehenden Quellenlage.
2. Von Schadenszauber und Teufelsbuhlschaft- Die Hexe: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Hexe durch zeitgenössische Quellen wie den Hexenhammer und erläutert die zentrale Bedeutung von Schadenszauber und Teufelspakt für die Verfolgungslogik.
3. Vorurteile und Fehlinformation: Hier werden gängige Mythen über Geschlechterrollen und die vermeintliche Alleinschuld der Kirche hinterfragt, wobei die soziale Herkunft der Opfer und die Realität der Gerichtspraxis beleuchtet werden.
4. Ursachen der Hexenverfolgung: Das Kapitel analysiert den Zusammenhang zwischen Verwaltungsstrukturen, den Auswirkungen der "Kleinen Eiszeit" und der unterschiedlichen Intensität von Hexenprozessen im Vergleich verschiedener Territorien.
5. Zwischenfazit Teil I: Eine zusammenfassende Bewertung der theoretischen Grundlagen, die zeigt, dass die Verfolgungen ein schichtenübergreifendes Phänomen unter Mitwirkung zahlreicher gesellschaftlicher Akteure waren.
6. Der Untersuchungsraum: Das Herzogtum Luxemburg: Dieser Abschnitt beschreibt die komplexe territoriale und administrative Struktur des Herzogtums und deren Bedeutung für die justizielle Praxis im Untersuchungsraum.
7. Die Hexenverfolgungen in Luxemburg: Eine detaillierte chronologische Aufarbeitung der Prozesswellen im quartier allemand und quartier wallon sowie eine Gegenüberstellung der regionalen Unterschiede.
8. Gesamtbild der Hexenverfolgungen im Herzogtum: Die Zusammenfassung der Erkenntnisse über den Zeitraum von 1455 bis 1692 verdeutlicht die Hochphasen der Verfolgung und deren Ausklang durch veränderte politische Rahmenbedingungen.
9. Fazit: Das Fazit resümiert die Ursachen der hohen Opferzahlen im Herzogtum Luxemburg und stellt die Bedeutung der territorialen Zersplitterung und der unzureichenden zentralen Kontrolle heraus.
Hexenverfolgung, Herzogtum Luxemburg, Schadenszauber, Teufelsbuhlschaft, frühe Neuzeit, Hexenprozesse, Hexenhammer, Kleinherrschaften, Verwaltungsstruktur, Kleine Eiszeit, quartier allemand, quartier wallon, Rechtsgeschichte, Hexensabbat, Opferzahlen.
Die Arbeit untersucht die Geschichte und die Hintergründe der Hexenverfolgungen im Herzogtum Luxemburg zwischen dem 15. und 17. Jahrhundert.
Im Mittelpunkt stehen die rechtlichen Grundlagen der Prozesse, der Einfluss von klimatischen Krisen sowie die Rolle der komplexen Verwaltungsstrukturen des Herzogtums bei der Durchführung der Verfolgungen.
Das Hauptziel ist es, einen Überblick über die Hexenverfolgungen in Luxemburg zu geben, die verstreuten Forschungsergebnisse zu bündeln und das Phänomen anhand der regionalen Teilung in quartier allemand und quartier wallon vergleichend zu analysieren.
Die Arbeit nutzt eine komparative Analyse von historischen Sekundärquellen, Prozessdaten und administrativen Dokumenten, um regionale Unterschiede in der Intensität der Hexenverfolgung aufzuzeigen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Erörterung des Hexenbegriffs sowie eine detaillierte regionale Aufarbeitung der Hexenprozesse im luxemburgischen Untersuchungsraum.
Wichtige Begriffe sind Hexenverfolgung, Herzogtum Luxemburg, Schadenszauber, Verwaltungsstrukturen, Rechtsgeschichte und das vergleichende Modell zwischen den beiden quartiers.
Aufgrund der extremen territorialen Zersplitterung, der Machtinteressen der Kleinherrschaften und des unzureichenden Durchgriffs zentraler Ordonnanzen konnten lokale Instanzen Hexenprozesse weitgehend unkontrolliert durchführen.
Der Vergleich verdeutlicht signifikante Unterschiede in der Opferzahl, der Geschlechterverteilung und der religiösen Beeinflussung (Erzbistum Trier vs. Bistum Lüttich), was maßgeblich zum Verständnis der unterschiedlichen Intensität der Verfolgungen beiträgt.
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