Magisterarbeit, 2003
179 Seiten, Note: 1,0
Einleitung
1.1 Problem- und Ausgangslage
1.2 Quellen- und Literaturlage
2 Das Leben Elisabeth Schwarzhaupts
2.1 Kindheit und Jugend
2.2 Agitation gegen den Nationalsozialismus
2.3 Berufsverbot und Oberkirchenrat
2.4 Die Bonner Zeit
3 Die Einrichtung des Ministeriums
3.1 Der Aufstand der Unionsfrauen gegen Adenauer
3.2 Die Tierärzteschaft als Motor
3.3 Die Organisation des Ministeriums
3.4 Staatssekretärsfrage
3.4.1 Die Koalitionsbildung 1961
3.4.2 Das Kandidatenkarussell
3.4.3 Die erste Ministerin mit zwei Referenten
3.5 Kanzlerkrisen und mehrfach wackelnder Stuhl
4 Die Politik Schwarzhaupts
4.1 Gesundheitpolitik versus Sozialpolitik
4.2 Staatliche Initiative versus individuelle Verantwortung
4.3 Die Problematik des Artikels 2 GG
4.4 Die konkurrierende Gesetzgebung
4.5 Das Scheitern des Jugendzahnpflegegesetzes
4.6 Medizinische Entwicklungshilfe
5 Deutschlands erste „Umweltministerin“
5.1 Reinhaltung der Luft
5.2 Reinhaltung des Wassers
5.3 Bekämpfung des Lärms
6 Der Contergan-Skandal
6.1 Der Arzneimittelskandal
6.1.1 Erste Vermutung: Radioaktivität als Ursache
6.1.2 Das schlechte Management des Contergan-Falles
6.2 Die Reform des Arzneimittelgesetzes
6.3 Das Arzneimittel-Werbegesetz
7 Kritik an der Politik Schwarzhaupts
7.1 Kritik an der Gesundheitspolitik
7.1.1 Die Einrichtung des Erste-Hilfe-Raumes bei der WHO in Genf
7.1.2 Kritik an der Mütter- und Säuglingssterblichkeit
7.1.3 Schwarzhaupts PR-Maschinerie
7.2 Kritik an der Umweltpolitik
8 Zusammenfassung und Schlussbetrachtung
9 Anhang
9.1 Quellen
9.1.1 Unpublizierte Nachlässe, Dokumente und Akten
9.1.2 Veröffentlichte Quellen
Die Arbeit untersucht die politische Rolle und das Wirken von Elisabeth Schwarzhaupt, der ersten Gesundheitsministerin der Bundesrepublik Deutschland (1961–1966), und analysiert dabei, wie sie trotz eines als „überflüssig“ diffamierten Ministeriums grundlegende Weichen in der Gesundheits-, Umwelt- und Verbraucherschutzpolitik stellte und als eine der ersten Politikerinnen aktiv die Gleichstellung der Geschlechter vorantrieb.
3.1 Der Aufstand der Unionsfrauen gegen Adenauer
Wie gesagt, ein Gesundheitsministerium mit einer Frau an der Spitze drängte sich Adenauer selbst nicht auf – es wurde ihm aufgedrängt, und zwar von einigen einflussreichen weiblichen Unionsabgeordneten, mit der späteren „Nutznießerin“ Elisabeth Schwarzhaupt an führender Stelle. Besonders einfach war es für die Frauenverbände der Union jedoch nicht, sich beim konservativ-patriarchalisch denkenden Bundeskanzler mit ihrer Forderung nach einem weiblichen Kabinettsmitglied durchzusetzen. Schließlich war Adenauer nicht sehr erpicht darauf, dass eine Frau in seine Männerrunde eindrang: „Was sollen wir mit einer Frau im Kabinett? Dann können wir nicht mehr so offen reden.“ Und so waren die Frauenverbände bereits eine Legislaturperiode zuvor kläglich mit ihrer Forderung gescheitert, und auch das vierte Kabinett Adenauer bekam seine weibliche Ministerin erst nach langem Zaudern des Rhöndorfer Regierungschefs.
Die streitbaren Unionsdamen Helene Weber, Änne Brauksiepe – später selbst Ministerin – und Margot Kalinke hatten dem politisch geschwächten Adenauer dieses Zugeständnis abgetrotzt; sonst hätten sie „mit diesem Herrn“ nichts mehr zu tun haben wollen.
Adenauer war aus der letzten Wahl nicht mehr als strahlender Sieger hervorgegangen, verlor die absolute Mehrheit. Doch gerade bei den weiblichen Wählern war der „nette Bundeskanzler“ weiterhin sehr beliebt, sie zählten vielerorts zu seinen treuesten Anhängern. Deswegen gab sich Adenauer Frauen gegenüber nicht nur charmant, er wusste als Machtpolitiker sehr genau, dass er dem Vertrauen, das ihm von Seiten der weiblichen Wählerschaft und seiner eigenen weiblichen Parteimitglieder entgegengebracht wurde, seinerseits politische Konzessionen entgegenbringen musste – wenn dieses Entgegenkommen auch nur auf unverbindlichen und symbolhaften „Kompetenzzugeständnissen“ ohne konkrete Auswirkungen in die Politik hinein bestanden.
Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die schwierige historische Aufarbeitung von Elisabeth Schwarzhaupts Amtszeit und stellt die Forschungsfragen bezüglich ihrer politischen Schwerpunkte und Bedeutung.
Das Leben Elisabeth Schwarzhaupts: Dieses Kapitel zeichnet den biografischen Werdegang nach, der sie über ihr Wirken als Oberkirchenrätin und ihre Haltung im Nationalsozialismus auf ihre spätere Rolle in der Politik vorbereitete.
Die Einrichtung des Ministeriums: Es wird die Entstehungsgeschichte des Gesundheitsministeriums beschrieben, die maßgeblich durch den Druck weiblicher Unionsabgeordneter und die Initiative von Tierärzten geprägt war.
Die Politik Schwarzhaupts: Hier werden die inhaltlichen Schwerpunkte ihrer Politik, wie Gesundheit versus Sozialpolitik, staatliche Initiative versus individuelle Verantwortung und ihr Kampf um Kompetenzen im föderalen System, analysiert.
Deutschlands erste „Umweltministerin“: Dieses Kapitel arbeitet Schwarzhaupts Rolle als informelle Umweltministerin auf, insbesondere in den Bereichen Luftreinhaltung, Reinhaltung der Gewässer und Lärmbekämpfung.
Der Contergan-Skandal: Der Umgang des Ministeriums mit der Arzneimittelkatastrophe sowie die darauffolgenden Gesetzesinitiativen zur Reform des Arzneimittelgesetzes und des Arzneimittel-Werbegesetzes stehen im Zentrum dieses Abschnitts.
Kritik an der Politik Schwarzhaupts: Dieser Teil setzt sich kritisch mit der zeitgenössischen Wahrnehmung ihrer Politik, ihrem Management des Contergan-Skandals und der PR-Arbeit ihres Ministeriums auseinander.
Zusammenfassung und Schlussbetrachtung: Das Fazit würdigt Elisabeth Schwarzhaupts politische Erfolge, ihre Rolle als erste Ministerin und ihr Erbe, während gleichzeitig ihr zögerliches Verhalten in bestimmten Krisensituationen reflektiert wird.
Elisabeth Schwarzhaupt, Gesundheitsministerium, CDU, Adenauer, Frauenpolitik, Gesundheitspolitik, Umweltpolitik, Contergan, Arzneimittelgesetz, Verbraucherschutz, Nachkriegsgeschichte, Politische Karriere, Familienrecht, Gleichstellung, Biografische Analyse.
Die Arbeit analysiert die Amtszeit und das politische Wirken von Elisabeth Schwarzhaupt als erste deutsche Bundesgesundheitsministerin zwischen 1961 und 1966.
Neben der Gesundheitspolitik stehen die Anfänge der bundesdeutschen Umweltpolitik, die Einführung des Verbraucherschutzes sowie die familienpolitische Arbeit Schwarzhaupts im Fokus.
Die Arbeit hinterfragt, warum Schwarzhaupts Ministerzeit historiografisch weitgehend vernachlässigt wurde, obwohl sie grundlegende Weichenstellungen für eine nachhaltige Gesundheits- und Umweltpolitik vornahm.
Der Autor stützt sich auf eine tiefgehende Auswertung von Primärquellen, darunter Archivmaterialien, Protokolle, Briefwechsel und persönliche Aufzeichnungen von Elisabeth Schwarzhaupt.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Ministeriumsgründung, die spezifischen Politikfelder (Umwelt, Gesundheit, Verbraucherschutz) sowie die kritische Analyse ihres Krisenmanagements während des Contergan-Skandals.
Die wichtigsten Begriffe sind Elisabeth Schwarzhaupt, erste Ministerin, Gesundheitswesen, Umweltpolitik, Contergan-Skandal und frauenpolitisches Engagement.
Die Arbeit zeigt, dass Schwarzhaupt sich juristisch-vorsichtig verhielt und das Ministerium aufgrund der verfassungsrechtlichen Kompetenzverteilung zwischen Bund und Ländern in einem „Korsett“ agierte, was ihr den Vorwurf eines schlechten Managements einbrachte.
Der Autor argumentiert, dass Schwarzhaupt als informelle erste Umweltministerin gelten muss, da sie bereits in den 1960er Jahren strenge Standards für die Luft- und Wasserreinhaltung setzte, lange bevor dies in der Politik allgemein als prioritäres Thema wahrgenommen wurde.
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