Fachbuch, 2019
84 Seiten
1 Einleitung
2 Innovation: Begriffserklärung, Merkmale und Arten disruptiver und evolutionärer Innovation
2.1 Begriffserklärungen
2.2 Definition und Merkmale evolutionärer und disruptiver Innovation
2.3 Arten der disruptiven Innovation
2.4 Kritische Beurteilung der Theorie Christensens
3 Blockchain-Technologie im Bankwesen
3.1 Begriffserklärungen
3.2 Funktionsweise und Architektur der Blockchain-Technologie
3.3 Anwendungsbereiche der Blockchain-Technologie im Bankwesen
4 Ableitung eines Modells zur Beurteilung der Wirkung der Blockchain
4.1 Die Einsparpotenzial-Umsatzverlustpotenzial-Matrix
4.2 Entscheidungsfaktoren für induziertes Einsparpotenzial und Umsatzverlustpotenzial
4.3 Einordnung der definierten Anwendungsbereiche in die Einsparpotenzial Umsatzverlustpotenzial-Matrix
4.4 Normstrategien für Felder der Matrix
5 Diskussion und Fazit
7 Anhang
7.1 Anhang 1: Veränderungen von Finanzdienstleistungen durch die Blockchain
7.2 Anhang 2: Beispiele für Projekte zur Implementierung der Blockchain-Technologie im Bankwesen
7.3 Anhang 3: Beispiele für regulatorische Aktivitäten im Bereich der Blockchain-Technologie
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Entwicklung eines entscheidungsorientierten und pragmatischen Modells zur Beurteilung der Wirkung der Blockchain-Technologie im Finanzdienstleistungssektor, um einen Beitrag im akademischen Forschungsprozess zu leisten und die Frage zu klären, ob es sich um einen Hype handelt oder die Technologie genügend disruptives Potenzial besitzt.
3.1.2 Blockchain, die Distributed Ledger Technologie
Die Blockchain-Technologie ist eine kryptografisch gesicherte, globale, mit einem dezentralen Überprüfungsmechanismus ausgestattete, praktisch unveränderbar verteilte (Distributed) Datenbank, die es erlaubt, Transaktionen und andere Einverständnisse in einer sicheren und überprüfbaren Art und Weise zu speichern (Vgl. Mougayar 2016, S. 18–23; Walport 2016, S. 17). Das Wort Blockchain setzt sich zusammen aus den englischen Wörtern Block und Chain. Ein Block ist eine Liste mit einer bestimmten Anzahl von Transaktionen. Mehrere solcher Blöcke sind in einer Kette (Chain) miteinander verbunden und beziehen sich aufeinander (Vgl. Wright und Filippi 2015, S. 6f.). Jeder Teilnehmer im Netzwerk, auch Node genannt, hält eine Auflistung aller im Netzwerk abgeschlossener Transaktionen. Eine solche Aneinanderreihung von Informationen, die auf mehrere Rechner im Netzwerk verteilt sind und auf die jeder Partizipant zugreifen kann, wird als Distributed Ledger bezeichnet (Vgl. Walport 2016, S. 17f.). Die Begriffe der Distributed Ledger Technologie (DLT) und der Blockchain-Technologie werden in der vorliegenden Arbeit synonym verwendet.
Die Blockchain selbst stellt keine radikale technologische Neuerung dar. So wurde die zugrundeliegende kryptografische Sicherung bereits in den späten 1970er Jahren entwickelt. Auch das Peer-to-Peer (P2P) Netzwerk, in dem gleichberechtigte User Dienste in Anspruch nehmen und zur Verfügung stellen können und abhängig von bestimmten Merkmalen unterschiedliche Aufgaben übernehmen, ist ebenfalls keine neue Idee. Ebenso der dezentrale Überprüfungsmechanismus, Proof of Work, oder die verteilte Speicherung von Daten. Die Leistung der Blockchain-Technologie, die erstmalig als unterliegende Technologie der Kryptowährung Bitcoin im Jahr 2008 bekannt wurde, liegt darin, bereits bestehende Technologien und Ansätze zu verknüpfen, um den zuvor nicht möglichen unmittelbaren digitalen Wertetransfer zu ermöglichen (Vgl. Wright und Filippi 2015, S. 4f.).
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in das Thema ein, stellt die Problemstellung sowie das Ziel der Arbeit vor und erläutert die Struktur des Vorgehens.
2 Innovation: Begriffserklärung, Merkmale und Arten disruptiver und evolutionärer Innovation: Hier werden die theoretischen Grundlagen zu Innovationen erarbeitet, das Konzept der disruptiven Innovation nach Christensen kritisch beleuchtet und der Begriff für die Arbeit definiert.
3 Blockchain-Technologie im Bankwesen: Das Kapitel klärt grundlegende Begriffe, erklärt die Funktionsweise und Architektur der Blockchain und untersucht ausgewählte Anwendungsbereiche im Banksektor.
4 Ableitung eines Modells zur Beurteilung der Wirkung der Blockchain: Es wird die Einsparpotenzial-Umsatzverlustpotenzial-Matrix entwickelt, Entscheidungsfaktoren für die Einordnung definiert und Normstrategien für die Matrixfelder abgeleitet.
5 Diskussion und Fazit: Die Ergebnisse der Arbeit werden zusammengefasst, kritisch hinterfragt und es wird ein Ausblick auf weiteren Forschungsbedarf gegeben.
Blockchain, Finanzbranche, Disruption, Innovation, Zahlungsverkehr, Kapitalmärkte, Handelsfinanzierung, Regulatorik, Geschäftsmodelle, Einsparpotenzial, Umsatzverlustpotenzial, Smart Contracts, Distributed Ledger Technologie, Bankwesen, Strategie.
Die Arbeit untersucht den Einfluss der Blockchain-Technologie auf die Finanzbranche und entwickelt ein Modell, um zu beurteilen, ob die Auswirkungen auf spezifische Geschäftsfelder eher evolutionärer oder disruptiver Natur sind.
Die zentralen Themen sind die Theorie der Innovation (speziell disruptive Innovation), die technische Funktionsweise der Blockchain sowie deren Anwendung und strategische Bewertung in vier spezifischen Finanzbereichen.
Das Ziel ist die Entwicklung eines entscheidungsorientierten und pragmatischen Modells zur Beurteilung der Wirkung der Blockchain-Technologie im Finanzdienstleistungssektor für etablierte Unternehmen.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, der Entwicklung einer zweidimensionalen Matrix (Einsparpotenzial-Umsatzverlustpotenzial) und der Ableitung von Normstrategien auf Basis des strategischen Managements.
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen (Kapitel 2) und die Blockchain-Technologie (Kapitel 3) erläutert, bevor in Kapitel 4 das Modell entwickelt und auf die Bereiche Zahlungsverkehr, Kapitalmärkte, Handelsfinanzierung und Regulatorik angewendet wird.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Blockchain, Disruption, Finanzbranche, Einsparpotenzial und Strategie charakterisiert.
Die Unterscheidung hilft etablierten Finanzdienstleistern zu verstehen, ob sie ihre Prozesse optimieren können (Triumph) oder ob sie Gefahr laufen, durch neue Wettbewerber mit innovativen Geschäftsmodellen ersetzt zu werden (Disruption).
Der Bereich Regulatorik wird im ersten Quadranten („Triumph“) verortet, da hier ein hohes Einsparpotenzial bei geringem Umsatzverlustrisiko für Banken besteht.
Smart Contracts ermöglichen eine automatisierte, unveränderbare Abwicklung von Vertragsinhalten, was Vertrauen schafft und den massiven manuellen Verwaltungsaufwand in der Handelsfinanzierung reduzieren kann.
Diese Strategie gilt für den zweiten Quadranten, in dem ein hohes Einsparpotenzial einem hohen Umsatzverlustpotenzial gegenübersteht; hier empfiehlt der Autor die Zusammenarbeit mit Fin-techs, um wettbewerbsfähig zu bleiben.
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