Diplomarbeit, 1996
108 Seiten, Note: sehr gut
1 Einfuhrung
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Elektrodynamik
2.2 Ausbreitung elektromagnetischer Wellen in Dielektrika
2.3 Polarisationsmechanismen
2.4 Dielektrische Relaxation
2.5 Elektrische Ordnung
3 Rochelle-Salze
3.1 Geschichtlicher Uberblick
3.2 Struktur
3.3 Dotierung mit Ammonium
3.4 Pseudo-Spin Modell
4 Experimentelle Details
4.1 Probenpr¨aparation
4.2 Temperatursteuerung
4.2.1 Geschlossenes 4He-Kuhlsystem
4.2.2 N2-Kuhlsystem
4.2.3 4He-Kryostat
4.3 Dielektrische Messungen
4.3.1 Niederfeld-Messungen
4.3.2 Hochfeld-Messungen
4.4 Meßfehler
5 Meßergebnisse und Diskussion
5.1 Niederfeldmessungen
5.2 Hochfeldmessungen
5.3 Phasendiagramm
5.4 Vergleich mit dem Modell
6 Zusammenfassung
A Fourieranalyse der Hysteresekurven
Die vorliegende Arbeit untersucht systematisch die dielektrischen Eigenschaften der Mischreihe von Rochelle-Salz mit Ammonium-Rochelle-Salz in einem weiten Konzentrationsbereich. Das primäre Ziel ist die Klärung von Relaxationsprozessen und Ordnungsvorgängen, insbesondere in bisher wenig verstandenen Dotierungsbereichen, unter Verwendung von Niederfeld- und Hochfeld-Messmethoden.
2.4 Dielektrische Relaxation
Frequenzabh¨angigkeit
Fur die Beschreibung stark ged¨ampfter Resonanzph¨anomene (kleine ω0) geht man von der Gleichung eines getriebenen ged¨ampften harmonischen Oszillators aus:6
r¨+ γr˙ + ω20r =ˆaeiωt ⇒ r = −aeˆ iωt / (ω20 − ω2 + iωγ)
wobei r eine verallgemeinerte Auslenkung und a =ˆa exp(iωt) proportional zur anregenden Kraft ist.Wenn die D¨ampfung dominiert, d.h. γ ω0, wird ¨r vernachl¨assigbar.Dies hat zur Folge, daß das System ins Gleichgewicht kriecht – bei konstanter ¨außerer Kraft ist dies der statische Grenzwert rs ≡ a/ω20.Mit diesem Grenzwert l¨aßt sich Gleichung 2.20 schreiben als
τr˙ = rs − r
mit der Relaxationszeit τ = γ/ω20 und ˙r als Antwortfunktion.Die anschauliche Interpretation dieser Formel ist: Die Antwort des Systems ist proportional zur Auslenkung aus seiner Ruhelage.
1 Einfuhrung: Diese Einleitung bietet einen historischen Abriss über Rochelle-Salze und definiert das Ziel, die Mischreihe mit Ammonium-Rochelle-Salz systematisch dielektrisch zu untersuchen.
2 Theoretische Grundlagen: Hier werden die elektrodynamischen Basisprinzipien, die Ausbreitung von Wellen sowie Theorien zur dielektrischen Relaxation und zur elektrischen Ordnung im Festkörper dargelegt.
3 Rochelle-Salze: Dieses Kapitel behandelt die Geschichte, die physikalische Kristallstruktur und die Dotierung dieser Substanzen sowie die theoretische Beschreibung durch ein Pseudo-Spin-Modell.
4 Experimentelle Details: Der Abschnitt beschreibt die Probenpräparation, die eingesetzten Kryostaten zur Temperatursteuerung sowie die methodischen Details der durchgeführten Niederfeld- und Hochfeldmessungen.
5 Meßergebnisse und Diskussion: In diesem Hauptteil werden die experimentellen Daten der verschiedenen Dotierungskonzentrationen detailliert präsentiert, analysiert und mit Modellen verglichen.
6 Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einem Überblick über die erweiterten Erkenntnisse zum Phasendiagramm und die Dokumentation verschiedener Relaxationsprozesse.
Dielektrische Spektroskopie, Rochelle-Salz, Ammonium-Rochelle-Salz, Ferroelektrizität, Phasenumwandlung, Relaxation, Curie-Temperatur, Hysterese, Pseudo-Spin-Modell, Dielektrizitätskonstante, elektrische Ordnung, nichtlineare Suszeptibilität, Kristallstruktur, Phasendiagramm, Niederfeldmessung.
Die Arbeit befasst sich mit der systematischen Untersuchung der dielektrischen Eigenschaften von Kristallen der Mischreihe aus reinem Rochelle-Salz und Ammonium-Rochelle-Salz über einen breiten Konzentrationsbereich.
Zentrale Themen sind die Untersuchung von Relaxationsprozessen, das Studium elektrischer Ordnungsvorgänge sowie die Erstellung und Modifizierung eines Phasendiagramms für die untersuchte Mischreihe.
Das Hauptziel ist es, die physikalischen Eigenschaften dieser Kristalle besser zu verstehen, insbesondere in den Dotierungsbereichen, die bisher wissenschaftlich wenig exploriert waren, und dies mit theoretischen Modellen abzugleichen.
Es werden zwei Hauptmethoden verwendet: die lineare dielektrische Spektroskopie zur Untersuchung von Relaxationsprozessen und die Messung des nichtlinearen Verhaltens bei hohen elektrischen Feldern mittels modifizierter Sawyer-Tower-Schaltungen.
Der Hauptteil präsentiert detailliert die Messergebnisse für verschiedene Konzentrationsverhältnisse, diskutiert die Beobachtungen im Kontext von Modellen wie dem Pseudo-Spin-Modell und fasst diese in einem neuen Phasendiagramm zusammen.
Begriffe wie dielektrische Relaxation, Ferroelektrizität, Curie-Temperatur, Phasenübergänge und nichtlineare Suszeptibilität sind essenziell für die wissenschaftliche Einordnung der Arbeit.
Das Modell hilft, die Wechselwirkungen der Dipole in den Doppelmuldenpotentialen der Kristallstruktur zu erklären und liefert theoretische Vergleichswerte für die gemessenen Temperaturverläufe der Dielektrizitätskonstante.
Die Dotierung mit Ammonium verändert das dielektrische Verhalten der Kristalle maßgeblich, führt zur Ausbildung neuer ferroelektrischer oder ferrielektrischer Phasen und verschiebt die bekannten Curie-Punkte des reinen Rochelle-Salzes.
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