Bachelorarbeit, 2017
35 Seiten, Note: 1
1. Einleitung
1.1 Forschungsstand
1.2 Zielsetzung
2. Begriff
2.1 Die Duplizität im „Serapionischen Prinzip“
2.2 Wahnsinn als Motiv in Werken Hoffmanns
3. Darstellung des Wahnsinns im Werk Die Elixiere des Teufels
3.1 Wahnsinniger Protagonist als Handlungsträger
3.1.1 Selbstspaltung als Ausdruck des inneren Wahnsinns
3.1.2 Verbrechen als Ausdruck des äußeren Wahnsinns
3.2 Erzählstrategie zur Veranschaulichung des Wahnsinns
3.2.1 Handlungsverlauf
3.2.2 Erzählstruktur
4. Ursache des Wahnsinns
5. Schlusswort
Die vorliegende Arbeit untersucht das literarische Motiv des Wahnsinns im Roman Die Elixiere des Teufels von E. T. A. Hoffmann und analysiert dessen Funktion als Manifestation des Duplizitätsgedankens. Dabei wird der psychische Zerfall des Protagonisten Medardus in Verbindung mit seiner künstlerischen Begabung, der Identitätsspaltung und dem unentrinnbaren Familienfluch erörtert.
Selbstspaltung als Ausdruck des inneren Wahnsinns
In der Dichtung steht das gespaltene Ich-Bewusstsein oft in enger Verbindung mit dem Doppelgängertum, das auf der physischen Ähnlichkeit zweier Personen beruht. Der Doppelgänger kann sowohl real als auch fiktiv sein, und die fiktive Doppelung ist „durch eine auf seelischer Störung beruhende Ich-Spaltung einsichtig gemacht worden.“ In beiden Fällen wird die Wahrnehmung einer Person zur Realität schwer gestört, was zu den Symptomen von Wahnsinn gehört. Die realen und fiktiven Doppelgänger sind beide im Roman Die Elixiere des Teufels zu erblicken.
Der Protagonist Medardus hat zwei Doppelgänger: Hermogen und Graf Viktorin. Sie sind beide seine Halbbrüder, wovon sie aber keine Ahnung haben. Hermogen wird von Medardus mit einem Messer getötet, aber er tritt noch immer als Phantom auf und schützt seine Schwester Aurelie vor Medardus’ Wollust. Daher soll Hermogen die vernünftige Seite von Medardus repräsentieren, während Viktorin die böse. Denn auf Viktorin wälzt Medardus seine Schuld ab, so braucht er nicht, die Verantwortung für seine Verbrechen zu tragen.
Das Identitätsproblem von Medardus lässt sich hauptsächlich dadurch verkörpern, dass Medardus sich selbst mit Viktorin identifiziert, während Viktorin sich gleichfalls auch für Medardus hält. Ab ihrer ersten Begegnung wird dieses Phänomen thematisiert, und es durchzieht die restliche Geschichte. Beim ersten Treffen tötet Medardus durch einen Zufall vermutlich seinen Halbbruder und übernimmt demzufolge die Eigenschaft Viktorins. Danach besucht er das Schloss des Barons F. und hat dort zwei Identitäten in Besitz: Zum einen bleibt er für den Hofmeister Reinhold der Pater Medardus aus dem Capuziner Kloster, zum anderen ist er im Auge Euphemies ihr Geliebter, der Graf Viktorin.
Einleitung: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über den Forschungsstand zu E. T. A. Hoffmann und definiert das Ziel der Arbeit, den Wahnsinn als Manifestation des Duplizitätsgedankens zu analysieren.
Begriff: Hier werden die theoretischen Grundlagen wie das „Serapionische Prinzip“ und das allgemeine Motiv des Wahnsinns in Hoffmanns Werken erläutert.
Darstellung des Wahnsinns im Werk Die Elixiere des Teufels: Dieser Hauptteil untersucht detailliert die Geisteskrankheit von Medardus, seine Identitätsspaltung, seine verbrecherischen Handlungen sowie die komplexe Erzählstruktur des Romans.
Ursache des Wahnsinns: In diesem Kapitel wird der Urgrund des Wahnsinns, insbesondere die Rolle der Teufelselixiere und der Familienfluch, analysiert.
Schlusswort: Hier werden die Ergebnisse zusammengefasst und das Fazit gezogen, dass Wahnsinn bei Hoffmann eng mit der Verletzung der Duplizität verknüpft ist.
E. T. A. Hoffmann, Die Elixiere des Teufels, Wahnsinn, Duplizität, Serapionisches Prinzip, Doppelgängertum, Ich-Spaltung, Leib-Seele-Problem, Erzählstrategie, Schauerroman, Familienfluch, Medardus, Identitätskrise, Romantik, Psychoanalyse
Die Arbeit analysiert den Wahnsinn im Roman Die Elixiere des Teufels und verknüpft dieses Motiv mit dem zentralen Duplizitätsgedanken E. T. A. Hoffmanns.
Zu den Schwerpunkten gehören das Doppelgängertum, die Identitätsspaltung (Ich-Spaltung), das Verhältnis von Leib und Seele sowie die erzählerische Gestaltung des Wahnsinns.
Ziel ist es aufzuzeigen, dass der Wahnsinn bei Medardus nicht bloß eine medizinische Krankheit ist, sondern eine notwendige Folge seiner Abkehr von der Realität und der Vernachlässigung des Prinzips der Duplizität.
Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse, die sowohl psychoanalytische Ansätze (Interpretation des Protagonisten) als auch erzähltheoretische Methoden (Analyse der Struktur und der Erzählformen) kombiniert.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des wahnsinnigen Protagonisten als Handlungsträger, die Analyse von Selbstspaltung und Verbrechen sowie die Betrachtung der Erzählstrategie und des Handlungsverlaufs.
Wichtige Begriffe sind E. T. A. Hoffmann, Wahnsinn, Duplizität, Doppelgängertum, Identitätsspaltung und Schauerroman.
Es dient als theoretischer Rahmen, um Hoffmanns Weltanschauung zu erklären, nach der ein Künstler das Gleichgewicht zwischen einer fantastischen Innenwelt und einer alltäglichen Außenwelt wahren muss.
Seine Verbrechen entspringen der durch die Elixiere des Teufels ausgelösten fanatischen Begierde und einer gestörten Identitätswahrnehmung, durch die er moralische Normen ignoriert.
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