Examensarbeit, 2005
189 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung (Thilo Heidelmayer/ Mike Schwering)
1.1 Forschungsinteresse
1.2 Aufbau der Arbeit
2 Begriffsbestimmungen/Grundlegungen
2.1 Kindheit (Mike Schwering)
2.1.1 Lebensphase Kindheit
2.1.2 Die Entwicklung zum ‚Kind als Akteur’
2.1.3 Eingrenzung des Kindheitsbegriffes
2.2 Der Begriff der Lebenswelt (Thilo Heidelmayer)
2.2.1 Die Wurzeln des Lebensweltbegriffes
2.2.2 Lebenswelt von Kindern
2.2.3 Sozialökologische Betrachtungsweise
3 Zur Bedeutung von Körper- und Bewegungserfahrungen für die kindliche Entwicklung (Thilo Heidelmayer)
3.1 Identität und Selbstkonzept
3.1.1 Die Rolle der Körper- und Bewegungserfahrungen für die Selbsterfahrung
3.1.2 Rückschlüsse von Selbsterfahrungen auf die eigene Person
3.1.3 Die Rolle des Selbstkonzeptes für das Kind
3.1.4 Empirische Befunde
3.2 Soziale Entwicklung
3.2.1 Empirische Befunde
3.3 Kognitive Entwicklung
3.3.1 Der Prozess des Lernens
3.3.2 Empirische Befunde
3.4 Gesundheit und Wohlbefinden
3.4.1 Gesundheitsfaktoren
3.4.2 Empirische Befunde
3.5 Motorische Fähigkeiten
4 Kinder und Familie (Mike Schwering)
4.1 Darstellung der Veränderung
4.1.1 Familienstruktur
4.1.2 Erziehung
4.2 Diskussion um die Veränderung
5 Kindliche Wohnumwelt (Thilo Heidelmayer)
5.1 Darstellung der Veränderung
5.1.1 Veränderung des Stadtbildes
5.1.2 Veränderung der Wohnsituation
5.2 Diskussion um die Veränderung
6 Formelle Räume für Kinder (Mike Schwering)
6.1 Darstellung der Veränderung
6.1.1 Kindertageseinrichtungen
6.1.2 Schule
6.1.3 Verein
6.1.4 Kommerzielle Anbieter
6.2 Diskussion um die Veränderung
7 Kinder und Konsum (Mike Schwering)
7.1 Medienkonsum
7.1.1 Darstellung der Veränderung
7.1.2 Diskussion um die Veränderung
7.2 Kinder als Konsumenten
7.2.1 Darstellung der Veränderung
7.2.2 Diskussion um die Veränderung
8 Der Umgang mit Zeit (Thilo Heidelmayer)
8.1 Darstellung der Veränderung
8.2 Diskussion um die Veränderung
9 Aussichten (Mike Schwering/Thilo Heidelmayer)
Die vorliegende Arbeit untersucht den Stellenwert von Körper- und Bewegungserfahrungen in den Lebenswelten von Kindern in der Bundesrepublik Deutschland seit 1970. Das Hauptziel ist die differenzierte Darstellung der wissenschaftlichen Diskussion und die Analyse der veränderten Rahmenbedingungen kindlicher Entwicklung.
3 Zur Bedeutung von Körper- und Bewegungserfahrungen für die kindliche Entwicklung (Thilo Heidelmayer)
Betrachtet man die Diskussionen über heutige Kindheit auf politischer oder auf gesellschaftlicher Eben, lässt sich oftmals ein Tenor über Defizite der Motorik oder allgemeiner über Bewegungsarmut der heutigen Kinder feststellen. Dieser Aufschrei lässt auf die Meinung schließen, dass Kinder Bewegung brauchen. Diese Stimmen implizieren zum Teil ebenfalls, dass es zu negativen Folgeerscheinungen komme, fehlen diese Bewegungsreize.
Diesen aus der Presse („Nicht ein Big Mac macht dick, sondern zu viel Stillsitzen“ Renate Künast am 23.April 2005, Die Welt) herausgehörten Stimmungsbildern soll hier anhand wissenschaftlicher Veröffentlichungen nachgegangen werden, wobei gezielt auf den Bezug der Bedeutung von Körper- und Bewegungserfahrungen für die kindliche Entwicklung eingegangen wird.
Dieses Kapitel möchte die in der einschlägigen Literatur zu findende, aktuelle wissenschaftliche Meinung der Bedeutung von Körper und Bewegungserfahrungen darlegen, um die später aufgezeigte Diskussion über den Stellenwert von Körper- und Bewegungserfahrungen in Lebenswelten von Kindern besser beurteilen zu können. Das Kapitel dient auch dem Zweck des Versuchs einer Erklärung des Aufkommens der schon seit längerem innerhalb Deutschlands geführten Diskussion bezüglich einer veränderten Lebenswelt und den sich daraus ergebenden Folgen auf die Körper- und Bewegungserfahrungen für Kinder.
1 Einleitung (Thilo Heidelmayer/ Mike Schwering): Die Arbeit erörtert den Stellenwert von Körper- und Bewegungserfahrungen in kindlichen Lebenswelten und greift die Diskussion in der BRD seit 1970 auf.
2 Begriffsbestimmungen/Grundlegungen: Es werden die zentralen Begriffe Kindheit und Lebenswelt im historischen und sozialwissenschaftlichen Kontext definiert und abgegrenzt.
3 Zur Bedeutung von Körper- und Bewegungserfahrungen für die kindliche Entwicklung (Thilo Heidelmayer): Das Kapitel beleuchtet die Rolle körperlicher Aktivität für die Identitäts-, Sozial-, Kognitions- und Gesundheitsentwicklung.
4 Kinder und Familie (Mike Schwering): Analysiert werden die strukturellen Veränderungen von Familien sowie der Einfluss von Erziehungsverhalten auf die kindliche Bewegungsförderung.
5 Kindliche Wohnumwelt (Thilo Heidelmayer): Untersucht wird der Wandel von Wohnbedingungen und Stadtbildern sowie deren Bedeutung für informelle Bewegungsräume.
6 Formelle Räume für Kinder (Mike Schwering): Dargestellt werden institutionelle Betreuungs- und Bildungsangebote wie Kitas, Schulen, Vereine und kommerzielle Anbieter.
7 Kinder und Konsum (Mike Schwering): Beleuchtet wird die zunehmende Bedeutung von Medienkonsum und kaufkräftigem Konsumverhalten für den kindlichen Alltag.
8 Der Umgang mit Zeit (Thilo Heidelmayer): Analysiert wird die Strukturierung und Budgetierung der Kinderzeit sowie der Wandel der Zeitrhythmen.
9 Aussichten (Mike Schwering/Thilo Heidelmayer): Zusammenfassung der Ergebnisse und Ausblick auf zukünftige Forschungsnotwendigkeiten.
Kindheit, Lebenswelt, Körpererfahrung, Bewegungserfahrung, Sozialisation, Familie, Wohnumwelt, formelle Räume, Medienkonsum, Konsumverhalten, Zeitstruktur, motorische Entwicklung, Sozialentwicklung, Kind als Akteur, BRD
Die Arbeit untersucht den Stellenwert, den Körper- und Bewegungserfahrungen in den Lebenswelten von Kindern in der Bundesrepublik Deutschland seit 1970 einnehmen, basierend auf der wissenschaftlichen Debatte.
Die Arbeit gliedert sich in die Cluster Familie, Wohnumwelt, formelle Räume (Schule/Verein), Medien sowie den Umgang mit Zeit, um die kindliche Bewegungssituation ganzheitlich zu analysieren.
Ziel ist es, die kontroverse Diskussion über die angebliche Bewegungsarmut heutiger Kinder in ihrer Vielfalt darzustellen, ohne dabei einfache Lösungen zu suggerieren.
Es handelt sich um eine theoretische Bestandsaufnahme auf Basis aktueller Kindheits- und Sportwissenschaft, die durch die Auswertung vorhandener Statistiken und empirischer Studien untermauert wird.
Der Hauptteil analysiert die Bedeutung von Bewegung für die kindliche Entwicklung und untersucht, wie verschiedene Lebensbereiche – von der Familie über den Wohnraum bis zum Medienkonsum – diese Entwicklung beeinflussen.
Wichtige Begriffe sind Kindheit, Lebenswelt, Körper- und Bewegungserfahrungen, Sozialisation sowie der Wandel der kindlichen Lebensbedingungen.
Es beschreibt, dass Kindheit heute nicht mehr ganzheitlich in einem zusammenhängenden Lebensraum stattfindet, sondern in isolierten „Inseln“ (z.B. Kita, Sportverein, Musikschule), zwischen denen Kinder pendeln.
Die Autoren relativieren die These, dass Medienkonsum zwangsläufig zu Bewegungsmangel führt, und betonen stattdessen die Kompetenz der Kinder, ihr Handeln situativ und kreativ in den veränderten Lebensumständen zu gestalten.
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