Examensarbeit, 2018
94 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Mehrsprachigkeit in Deutschland
2.1 Mehrsprachigkeit – Begriffsbestimmung
2.2 Zum aktuellen Migrationsgeschehen in Deutschland
2.3 Bedeutung sprachlicher Intervention bei mehrsprachigen Kindern
3. Zweitspracherwerb
3.1 Grundlagen
3.2 Prozesse im Zweitspracherwerb
3.3 Formen von Mehrsprachigkeit
3.3.1 Simultaner Erwerb
3.3.2 Sukzessiver Erwerb
4. Spezifische Sprachentwicklungsstörungen
4.1 Definition und Abgrenzung zu anderen Störungsbildern
4.2 Symptome
4.3 Prävalenz und Ursachen
4.4 Störungsbild bei mehrsprachigen Kindern
4.4.1 Allgemeine Merkmale
4.4.2 Symptome und deren klinische Relevanz
5. Diagnostik
5.1 Problemstellung
5.2 Empfehlungen zur Best Practice der Diagnostik im mehrsprachigen Kontext
5.3 Überblick über diagnostische Ziele und das allgemeine Vorgehen
5.4 Anamnese
5.5 Testverfahren zur Überprüfung der Erstsprache
5.6 Testverfahren zur Überprüfung der Zweitsprache
5.7 Informelle Verfahren zur Überprüfung der Erst-und Zweitsprache
5.7.1 Beobachtung der Sprachfähigkeiten
5.7.2 Kriterium-orientierte Verfahren
5.8 Verfahren zur Sprachverarbeitung
5.8.1 Überprüfung des auditiven Arbeitsgedächtnisses
5.8.2 Dynamische Methoden
5.9 Zwischenfazit
6. Intervention
6.1 Einführung
6.2 Müssen beide Sprachen in der Intervention berücksichtigt werden?
6.3 Unterscheidet sich die Intervention bei mehrsprachigen Kindern im Gegensatz zu monolingualen Kindern?
6.4 Elternberatung und -training
6.5 Bilingual orientierte Interventionsansätze
6.5.1 Induktiver Ansatz
6.5.2 Bilingualer Ansatz
6.5.3 Cross-linguistischer Ansatz
6.5.4 Die Kontrastoptimierung
6.6 Monolingual orientierte Interventionsansätze
6.6.1 Die Kontextoptimierung
6.6.2 Der Wortschatzsammler
6.7 Schlussfolgerungen für den sprachheilpädagogischen Unterricht
6.8 Weitere Grundprinzipien unterrichtsintegrierter Intervention
7. Fazit und Ausblick
8. Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit untersucht die diagnostischen Herausforderungen sowie Interventionsmöglichkeiten bei mehrsprachigen Kindern mit spezifischen Sprachentwicklungsstörungen (SSES). Ziel ist es, Wege aufzuzeigen, wie eine SSES bei dieser vulnerablen Gruppe trotz komplexer Einflussfaktoren und mangelnder normierter Testverfahren verlässlich diagnostiziert und gezielt gefördert werden kann, um eine erfolgreiche gesellschaftliche und schulische Teilhabe zu ermöglichen.
3.2 Prozesse im Zweitspracherwerb
Beim Erlernen einer Zweitsprache ergeben sich durch die Erwerbsprozesse sprachliche „Fehler“, welche charakteristisch für den L2-Erwerb sind und nicht als Symptom einer SSES zu werten sind (Kannengieser 2015, 416). So wird davon ausgegangen, dass zwischen den Sprachen „Interlanguageeffekte“ bzw. eine gegenseitige Beeinflussung stattfindet. Beispielsweise übertragen Kinder mit portugiesischer L1 die starre Ordnung der Subjekt-Verb-Ergänzung „ihrer Erstsprache ins Deutsche: „Danach der Affe isst eine Banane““ (Schmidt 2014a, 21). Wichtig ist, diese Sprachmischungen nicht als Defizit, sondern als Kennzeichen eines kompetenten und kreativen Umgangs mit Sprache zu sehen (Schmidt 2014a, 21). Dementsprechend konnte eine aktuelle Studie von Zeynep (2018, 36) zeigen, dass ein Sprachenwechsel kindliche Erzählungen nicht negativ beeinflusst, sondern bewusst und als effektive kommunikative Strategie eingesetzt wird.
Die „Fehler“ im Zweitspracherwerb machen es in der Diagnostik besonders schwierig, zwischen natürlichen und pathologischen Abweichungen in der L2 zu unterscheiden, sodass die Gefahr von Fehldiagnosen hoch ist (Scharff Rethfeldt 2013, 140). Umso wichtiger sind die Kenntnisse seitens des Fachpersonals zu physiologischen und pathologischen sprachlichen Prozessen im mehrsprachigen Kontext.
1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert die Diagnose und Förderung mehrsprachiger Kinder mit SSES, um deren Bildungsbenachteiligung entgegenzuwirken.
2. Mehrsprachigkeit in Deutschland: Dieses Kapitel definiert den Begriff Mehrsprachigkeit, beleuchtet die aktuelle Migrationssituation und unterstreicht die Notwendigkeit sprachlicher Interventionen.
3. Zweitspracherwerb: Es werden Grundlagen, typische Erwerbsprozesse sowie die Unterscheidung zwischen simultanem und sukzessivem Erwerb erläutert.
4. Spezifische Sprachentwicklungsstörungen: Das Kapitel definiert SSES, beschreibt Symptome und Ursachen und grenzt diese von physiologischen Sprachauffälligkeiten ab.
5. Diagnostik: Fokus liegt auf den Herausforderungen bei der Differenzialdiagnostik, der Anamnese sowie der Eignung verschiedener Testverfahren.
6. Intervention: Hier werden Interventionsziele, Elternberatung und spezifische Ansätze (bilingual vs. monolingual) auf ihre schulische Eignung hin untersucht.
7. Fazit und Ausblick: Eine Zusammenfassung der Erkenntnisse zur komplexen Diagnostik und Intervention sowie ein Plädoyer für strukturelle Veränderungen im Bildungssystem.
8. Zusammenfassung: Ein abschließender Überblick über die zentralen Fragestellungen und Ergebnisse der Arbeit.
Mehrsprachigkeit, Spezifische Sprachentwicklungsstörung, SSES, Zweitspracherwerb, Differenzialdiagnostik, Sprachförderung, Sprachheilpädagogik, Interventionsansätze, Migrationshintergrund, Sprachdiagnostik, Schulsystem, Sprachverarbeitung, Elternberatung, Sprachheilpädagogischer Unterricht, Inklusion.
Die Arbeit untersucht die diagnostischen Herausforderungen bei der Identifizierung einer spezifischen Sprachentwicklungsstörung (SSES) bei mehrsprachigen Kindern und diskutiert geeignete Interventionsstrategien im schulischen Setting.
Die Schwerpunkte liegen auf der Definition von Mehrsprachigkeit, den Prozessen des Zweitspracherwerbs, der medizinischen und pädagogischen Definition einer SSES sowie der kritischen Reflexion diagnostischer und therapeutischer Konzepte.
Die Arbeit verfolgt zwei Ziele: Erstens zu klären, wie eine SSES bei mehrsprachigen Kindern diagnostiziert und von einer durch Lernbedingungen bedingten Sprachauffälligkeit unterschieden werden kann, und zweitens, wie Interventionen bei diesem Personenkreis gestaltet sein sollten.
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die aktuelle Forschungsergebnisse, internationale Standards und Fachliteratur zur Diagnostik und Intervention bei mehrsprachigen Kindern zusammenführt und kritisch auf ihre Praxistauglichkeit im schulischen Alltag hin bewertet.
Im Hauptteil werden theoretische Grundlagen zu Spracherwerb und Störungsbildern, spezifische diagnostische Verfahren wie ESGRAF-MK oder LiSe-DaZ sowie Interventionsansätze wie die Kontextoptimierung oder der Wortschatzsammler detailliert dargestellt und reflektiert.
Mehrsprachigkeit, SSES, Differenzialdiagnostik, Sprachförderung, Sprachheilpädagogik, Interventionsansätze und Sprachdiagnostik.
Eine Sprachauffälligkeit kann durch unzureichenden sprachlichen Input oder ungünstige Lernbedingungen entstehen, während eine SSES eine primäre Störung ist, die unabhängig von Umweltfaktoren und sozialen Bedingungen auftritt.
Viele standardisierte Testverfahren basieren auf den Normdaten monolingualer Kinder und berücksichtigen die spezifischen Erwerbsverläufe, die kulturellen Hintergründe und die mehrsprachigen Lebenswelten der betroffenen Kinder nicht ausreichend, was zu Fehldiagnosen führen kann.
Obwohl eine bilinguale Therapie theoretisch ideal wäre, zeigen Studien, dass auch eine konsequente monolinguale Intervention positive Transfereffekte auf beide Sprachen haben kann, besonders wenn die Fachkraft die sprachlichen Besonderheiten und Ressourcen des Kindes einbezieht.
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