Masterarbeit, 2014
100 Seiten, Note: 2,3
Einleitung
1. Utopieliteratur der DDR in der wissenschaftlichen Diskussion
2. Utopie, Dystopie und Science Fiction – Problematik der Begriffserklärung
3. Internationale Einflüsse auf die Utopieliteratur der DDR
3.1 Einflüsse des Ostens – Stanisław Lem als Vorbild für die Utopieliteratur der DDR
3.2 Einflüsse des Westens – Orwell und Huxley in der Utopieliteratur der DDR
4. Utopieliteratur der 50er Jahre
4.1 Die Etablierung einer Literatur nach 1945
4.2 Utopieliteratur zwischen politischer Ablehnung und Lesergunst
4.3 Heinz Vieweg Ultrasymet bleibt geheim
5. Utopieliteratur der 60er Jahre
5.1 Einflüsse der Politik auf die Literatur
5.2 Die Utopieliteratur im Kontext der Gesamtliteratur
5.3 Eberhardt del´Antonio Die Heimkehr der Vorfahren
6. Utopieliteratur der 70er Jahre
6.1 Jahre zwischen Lockerung der Ästhetik und Verschärfung der Zensur
6.2 Die Ablösung des Romans durch innovative Kurzprosa
6.3 Christa Wolf Neue Lebensansichten eines Katers
7. Utopieliteratur der 80er Jahre
7.1 Suche nach einer neuen Literatur
7.2 Ambivalenz in der Utopieliteratur
7.3 Angela und Karlheinz Steinmüller Andymon
Fazit
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die Entwicklung der utopischen und dystopischen Literatur in der DDR von 1949 bis zum Ende des Staates in den 1980er Jahren übersichtlich darzustellen. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie sich das Genre inhaltlich, formal und qualitativ in Abhängigkeit von politischem Einfluss, Literaturbetrieb und Zensurproblematiken gewandelt hat, wobei die Arbeit insbesondere die enge Verknüpfung von utopischer Literatur und Science Fiction beleuchtet.
3.2 Einflüsse des Westens – Orwell und Huxley in der Utopieliteratur der DDR
Aufgrund der rigorosen Kulturpolitik – vor allem in den 60er Jahren – erfuhr die Literatur aus den westlichen Nationen eine scharfe Ablehnung. Ebenso erging es den internationalen Dystopien, die der Forderung nach dem sozialistischen Realismus der Literatur der DDR zuwiderliefen. „Die Zukunft hatte kommunistisch, licht und hell zu sein, eben eutopisch.“ Die Hauptmotive der Dystopie, zum Beispiel die mangelnde materielle Absicherung der Menschen, der verlorene Anspruch auf Individualität, die permanente Überwachung, das geringe Bildungsniveau, die Kontrolle physischer Bedürfnisse durch Surrogate oder die extreme Einschränkung der Mobilität hatten innerhalb der idealen Vorstellungen der DDR-Literaturpolitik nichts zu suchen und durften weder von den eigenen Autoren veröffentlicht, noch durch ausländische Werke verbreitet werden, darunter auch die Werke Orwells und Huxleys.
Orwells Werk 1984 beschreibt einige Motive, die in der Realität tatsächlich umgesetzt und praktiziert wurden, so zum Beispiel das Spiel mit der Sprache. Schon während des Baus betitelte der Westen den grauen Grenzwall geringschätzig und ablehnend als „die Mauer“, die SED dagegen redete wohlwollend vom „antifaschistischen Schutzwall“. Die in Dystopien oft beschriebene Manipulation der Massen durch den gezielten Einsatz der Sprache wurde in der DDR somit par excellence umgesetzt und bot neben anderen Beispielen einen schlüssigen Grund, aus dem Orwells Werke bis zur Wende nicht veröffentlicht wurden. In einem Gespräch mit Siegfried Lokatis erinnert sich Karlheinz Steinmüller zurück: „Um auf George Orwell zurückzukommen. Da ging es nicht mehr um Grauzonen in der Literatur, sondern 1984 gehörte zur schwarzen Zone. Dieses Buch allein konnte einen, gefunden zur falschen Zeit am falschen Ort, ins Gefängnis bringen. Allein das Buch genügte, um jemanden in den Ruch des antikommunistischen Kämpfers zu bringen, und entsprechend kritisch wurde Orwell insgesamt betrachtet.“
Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der Utopien und Dystopien in der DDR-Literatur ein und erläutert die Zielsetzung der Arbeit, die literarische Entwicklung des Genres über vier Jahrzehnte hinweg zu untersuchen.
1. Utopieliteratur der DDR in der wissenschaftlichen Diskussion: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über den Forschungsstand und stellt fest, dass sich die DDR-Germanistik erst spät intensiv mit dem Genre auseinandergesetzt hat.
2. Utopie, Dystopie und Science Fiction – Problematik der Begriffserklärung: Es erfolgt eine theoretische Abgrenzung der Begriffe Utopie, Dystopie und Science Fiction, wobei die Besonderheiten der Begriffsverwendung in der DDR thematisiert werden.
3. Internationale Einflüsse auf die Utopieliteratur der DDR: Dieses Kapitel analysiert, wie Werke aus dem Ostblock sowie westliche dystopische Klassiker die utopische Literatur der DDR trotz ideologischer Abschottung beeinflussten.
4. Utopieliteratur der 50er Jahre: Der Abschnitt beleuchtet die Etablierung des Genres unter dem Einfluss des sozialistischen Realismus und des staatlichen Erziehungsauftrags in der frühen DDR.
5. Utopieliteratur der 60er Jahre: Dieses Kapitel zeigt, wie die Raumfahrt-Euphorie der 60er Jahre zu einem Boom utopischer Literatur führte, die stark durch die technische Eroberung des Alls geprägt war.
6. Utopieliteratur der 70er Jahre: Es wird der Wandel zur kritischeren, dystopischen Literatur in den 1970er Jahren beschrieben, der mit einer Abkehr von der positiven Utopie einherging.
7. Utopieliteratur der 80er Jahre: Das letzte Kapitel untersucht die Ambivalenz und die experimentellen Formen utopischer Literatur in der Endphase der DDR.
DDR-Literatur, Utopie, Dystopie, Science Fiction, Sozialistischer Realismus, Zukunftsliteratur, Raumfahrt, Zensur, Ideologie, Technik, Gesellschaftskritik, DDR-Kulturpolitik, Andymon, Ultrasymet, Die Heimkehr der Vorfahren
Die Arbeit untersucht die Entwicklung utopischer und dystopischer Literatur in der DDR von 1949 bis 1989 vor dem Hintergrund der politischen und gesellschaftlichen Bedingungen.
Zu den Schwerpunkten zählen die Wechselwirkung zwischen Literatur und DDR-Politik, die Rolle des sozialistischen Realismus, die Rezeption internationaler Einflüsse sowie die Entwicklung des Genres über vier Jahrzehnte.
Das Ziel ist eine systematische Darstellung des Wandels literarischer Utopien in der DDR, wobei inhaltliche, formale und qualitative Veränderungen explizit nachgewiesen werden.
Die Arbeit verfolgt einen historisch-systematischen Ansatz und analysiert die Literatur dekadenweise, ergänzt durch eine detaillierte Betrachtung ausgewählter Primärwerke.
Der Hauptteil gliedert sich in vier Jahrzehnte (50er bis 80er Jahre), in denen jeweils die utopischen Werke, deren politischer Kontext und die spezifische Ausprägung des Genres analysiert werden.
Kernbegriffe sind DDR-Literatur, Utopie, Dystopie, Science Fiction, sozialistischer Realismus, Zensur, Ideologie und Zukunftsoptimismus.
DDR-Autoren vermieden oft Motive wie galaktische Kriege oder Weltuntergangsszenarien und fokussierten sich stärker auf den technologischen Aufbau und ein kollektives Menschenbild im Dienste des Sozialismus.
Er gilt als Prototyp des utopischen Produktionsromans der 1950er Jahre in der DDR, in dem die staatliche Doktrin des sozialistischen Aufbaus beispielhaft umgesetzt wurde.
Die Steinmüllers prägten mit Werken wie „Andymon“ maßgeblich den späten utopischen Diskurs in der DDR, indem sie komplexere, ambivalentere Zukunftsentwürfe präsentierten.
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