Bachelorarbeit, 2018
47 Seiten, Note: 2,7
1 Einleitung
2 Begriffsdefinitionen
2.1 Saviour Siblings / Rettungsgeschwister
2.2 In-vitro-Fertilisation
2.3 Präimplantationsdiagnostik
3 Medizinische Mittel und ihre Vorgehensweisen
3.1 In-vitro-Fertilisation und Embryonentransfer
3.2 Präimplantationsdiagnostik
4 Relevante Indikationen für die Retterbaby-Praxis
4.1 Monogen erbliche Erkrankungen
4.2 HLA-Typisierung
5 Ethische Ansichten zur Retterbaby-Praxis
6 Instrumentalisierung vs. Leidverminderung
6.1 Perspektive der Rettungsgeschwister
6.2 Perspektive der kranken Geschwisterkinder
6.3 Perspektive der Eltern
7 Fazit
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht das ethische Spannungsfeld der sogenannten „Retterbaby-Praxis“. Dabei geht es primär um die Forschungsfrage, ob die gezielte Zeugung eines Kindes zur Rettung eines erkrankten Geschwisters eine moralisch verwerfliche Instrumentalisierung menschlichen Lebens darstellt oder als legitime Praxis zur Leidverminderung zu bewerten ist.
6 Instrumentalisierung vs. Leidverminderung
In diesem Abschnitt geht es um die entscheidende Frage, ob die Retterbaby-Praxis ein Mittel zum Zweck ist, ob die Retterkinder dabei instrumentalisiert werden oder die Praxis doch der Leidminderung dient. Genau zwischen diesen beiden Konflikten, die in der Retterbaby-Praxis aufeinandertreffen, ist es eine schwierige Entscheidung, was moralisch gut oder schlecht ist. Ist die Entscheidung der Eltern, ein Retterkind für das kranke, bereits geborene Kind zu zeugen, schon verwerflich und wird das Rettungskind in der Hinsicht wirklich instrumentalisiert? Aus der Perspektive des kranken Geschwisterkinds ist zu fragen, ob es auf ein Heilmittel verzichten muss, das sein Leid minimieren kann? Um diese Fragen und die entscheidende Frage der vorliegenden wissenschaftlichen Arbeit beantworten zu können, müssen die drei wichtigsten Stakeholder der Retterbaby-Praxis vorgestellt und thematisiert werden. In dem Fall müssen die Perspektiven des Rettungskindes, des kranken Geschwisterkindes, das dank der Gewebespende vom Rettungskind geheilt werden kann, und der Eltern betrachtet werden. Ob die Retterbaby-Praxis moralisch richtig oder verwerflich ist, wird anhand der vorgestellten Moraltheorien von Kant und Singer zu beantworten versucht.
1 Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema der Retterbaby-Praxis ein und stellt die zentrale Fragestellung zur ethischen Bewertung von Instrumentalisierung und Leidverminderung vor.
2 Begriffsdefinitionen: In diesem Kapitel werden die für die Arbeit zentralen Begriffe Saviour Siblings, In-vitro-Fertilisation und Präimplantationsdiagnostik definiert.
3 Medizinische Mittel und ihre Vorgehensweisen: Das Kapitel erläutert die technischen Abläufe der In-vitro-Fertilisation und der Präimplantationsdiagnostik sowie deren medizinische Anforderungen.
4 Relevante Indikationen für die Retterbaby-Praxis: Hier werden die medizinischen Voraussetzungen wie monogen erbliche Erkrankungen und die Notwendigkeit einer HLA-Typisierung für die Retterbaby-Praxis dargelegt.
5 Ethische Ansichten zur Retterbaby-Praxis: Dieses Kapitel erarbeitet die ethischen Theorien des Utilitarismus (Peter Singer) und der Deontologie (Immanuel Kant) als Grundlage für die weitere Diskussion.
6 Instrumentalisierung vs. Leidverminderung: Im Hauptteil werden die unterschiedlichen Perspektiven der Betroffenen – Rettungsgeschwister, erkrankte Geschwisterkinder und Eltern – analysiert und auf Basis der ethischen Theorien diskutiert.
7 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und beantwortet die Forschungsfrage unter Abwägung der ethischen Positionen.
Retterbaby-Praxis, Rettungsgeschwister, Saviour Siblings, Präimplantationsdiagnostik, PID, In-vitro-Fertilisation, Instrumentalisierung, Leidverminderung, Peter Singer, Präferenzutilitarismus, Immanuel Kant, Deontologie, Zweckformel, Ethik, HLA-Typisierung
Die Arbeit beschäftigt sich mit der ethischen Bewertung der sogenannten Retterbaby-Praxis, bei der Kinder mittels medizinischer Verfahren gezeugt werden, um als Gewebespender für kranke Geschwister zu dienen.
Die zentralen Themen sind die medizinischen Verfahren IVF und PID, die moralphilosophische Unterscheidung zwischen Instrumentalisierung und Leidminderung sowie die ethischen Theorien von Kant und Singer.
Die zentrale Forschungsfrage lautet: „Ist die Retterbaby-Praxis eine verwerfliche Instrumentalisierung oder eine legitime Praxis zur Leidensverminderung?“
Die Arbeit nutzt eine ethische Analyse, bei der die Praxis anhand der deontologischen Pflichtethik von Immanuel Kant und des utilitaristischen Ansatzes von Peter Singer geprüft wird.
Im Hauptteil werden die medizinischen Grundlagen, die ethischen Theorien sowie die Perspektiven der beteiligten Stakeholder (Rettungskind, erkranktes Kind, Eltern) detailliert analysiert und diskutiert.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Retterbaby-Praxis, Präimplantationsdiagnostik (PID), Utilitarismus, Deontologie, Gewebespende und moralische Instrumentalisierung.
Singer bewertet Handlungen nach ihren Folgen; da die Leidverminderung beim erkrankten Kind im Vordergrund steht, wird die Praxis als moralisch vertretbar angesehen, sofern die Interessen der Beteiligten angemessen gewichtet werden.
Kants Zweckformel dient als moralischer Maßstab, der besagt, dass kein Mensch bloß als Mittel zum Zweck benutzt werden darf; dies bildet das Hauptargument gegen die Retterbaby-Praxis.
Die Autorin plädiert dafür, die Praxis nicht pauschal zu verbieten, da sie Leid mindern kann, fordert jedoch eine gesetzliche Eingrenzung auf Gewebespenden, um eine weitergehende Instrumentalisierung, etwa als Organspender, zu verhindern.
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