Diplomarbeit, 2001
58 Seiten
1. EINLEITUNG
2. DER BEGRIFF DER ANARCHIE
3. DIE UNRUHIGEN 50er UND 60er JAHRE
4. BÖLLS WIRKLICHKEITSBEGRIFF
5. „ENDE EINER DIENSTFAHRT“ – LEUGNUNG ODER ZUSTIMMUNG DER GESELLSCHAFTSORDNUNG
A: BÖLLS ABLEHNUNG DER BUNDESWEHR
B: BÖLLS ABLEHNUNG DES STEUERAMTS
C: BÖLLS ABLEHNUNG DER AMTSKIRCHE
6. DIE BEIDEN GRUHLS UND MICHAEL KOHLHAAS – VERKÖRPERUNG DES PROTESTES GEGEN DIE STAATSORDNUNG
7. ZUSAMMENFASSUNG
Die vorliegende Arbeit untersucht das Konzept der Anarchie und deren Sinnhaftigkeit anhand der Erzählung „Ende einer Dienstfahrt“ von Heinrich Böll. Dabei wird insbesondere analysiert, wie Böll die Gesellschaftskritik, den Protest gegen staatliche Institutionen sowie die Ablehnung autoritärer Strukturen im Kontext der politischen Verhältnisse der 50er und 60er Jahre literarisch verarbeitet.
4. BÖLLS WIRKLICHKEITSBEGRIFF
Das Verhältnis von Literatur und Wirklichkeit ist durch einen ständigen Spannungszustand gekennzeichnet, der je nach eigenem Standpunkt unterschiedlich stark ausgeprägt ist. Immer wieder wirft man die Frage auf, ob die Literatur die Wirklichkeit abbildet oder eine Wirklichkeit eigener Art darstellt.
Die Realität einer bestimmten Gesellschaft oder einer bestimmten Zeit bestmöglich abzubilden, ist eine der Aufgaben der Literatur und muss nicht unbedingt das Kriterium der Wertung sein. Die Beziehung zwischen Wirklichkeit und literarischer Verarbeitung ist vielschichtig. Deswegen kann man nicht erwarten, dass ein einzelnes Werk wie „Ende einer Dienstfahrt“ von Heinrich Böll die Wirklichkeit exakt wiedergeben soll und nicht eine satirisch karikierende Bearbeitung der Wirklichkeit ist. Für den Schriftsteller genügt es nicht, sich getreulich an die Abbildung der Realität zu halten, sondern er sieht seinen Ruf darin, die Wirklichkeit literarisch zu verdichten.
1. EINLEITUNG: Darstellung der Problemstellung bezüglich der Anarchie und methodischer Aufbau der Arbeit.
2. DER BEGRIFF DER ANARCHIE: Theoretische Herleitung und kulturhistorische Entwicklung des Begriffs der Anarchie.
3. DIE UNRUHIGEN 50er UND 60er JAHRE: Analyse der politisch-gesellschaftlichen Entwicklung der Bundesrepublik Deutschland in diesem Zeitraum.
4. BÖLLS WIRKLICHKEITSBEGRIFF: Erörterung von Bölls Verständnis von Realität und deren literarische Verdichtung.
5. „ENDE EINER DIENSTFAHRT“ – LEUGNUNG ODER ZUSTIMMUNG DER GESELLSCHAFTSORDNUNG: Untersuchung der spezifischen staatlichen Ablehnungsformen in Bölls Werk.
6. DIE BEIDEN GRUHLS UND MICHAEL KOHLHAAS – VERKÖRPERUNG DES PROTESTES GEGEN DIE STAATSORDNUNG: Vergleichende Analyse des Widerstands in Bölls Erzählung und Kleists Novelle.
7. ZUSAMMENFASSUNG: Fazit über die Bedeutung der Abschaffung von Autoritäten als zentrales Motiv der Anarchie.
Anarchie, Anarchismus, Heinrich Böll, Ende einer Dienstfahrt, Gesellschaftskritik, Bundesrepublik Deutschland, Literatur und Wirklichkeit, Widerstandsrecht, Michael Kohlhaas, Heinrich von Kleist, Staat, Autoritäten, 50er Jahre, 60er Jahre, politischer Protest.
Die Arbeit analysiert das Thema der Anarchie und die kritische Auseinandersetzung mit der staatlichen Ordnung, wie sie in Heinrich Bölls Erzählung „Ende einer Dienstfahrt“ thematisiert wird.
Zentrale Felder sind die historische Entwicklung der BRD in den 50er und 60er Jahren, Bölls Wirklichkeitsbegriff, seine Kritik an staatlichen Institutionen und der literarische Vergleich mit dem Widerstandsmotiv bei Kleist.
Ziel ist es, den „Sinn der Anarchie“ bei Böll zu ergründen und aufzuzeigen, wie der Autor durch die literarische Gestaltung den Protest gegen die damalige Gesellschaftsordnung legitimiert.
Die Autorin nutzt eine philosophisch-literarische Analysemethode, kombiniert mit kulturhistorischen Kontextualisierungen und einem vergleichenden Literaturvergleich.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, geschichtliche Analysen der Nachkriegszeit, Bölls spezifische Sicht auf die Realität sowie detaillierte Kapitel zur Ablehnung von Militär, Steuersystem und Kirche.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Anarchismus, Gesellschaftskritik, Widerstandsrecht, Autoritäten und die Verbindung von Literatur und Realität charakterisiert.
Der Vergleich dient dazu, das Motiv des anarchistischen Protests und das starke Rechtsgefühl der Helden in beiden Werken herauszuarbeiten, um Bölls Position im literarischen Kontext besser einordnen zu können.
Das „Happening“ fungiert bei Böll als eine Form von „Anti-Kunst“ und als Mittel der Provokation, um die Sinnlosigkeit staatlicher Apparate wie der Bundeswehr ästhetisch und politisch zu kritisieren.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

