Fachbuch, 2018
90 Seiten
1 Zielsetzung und Relevanz der Arbeit
2 Definitionen und Abgrenzungen
2.1 Reichsbürger und Selbstverwalter
2.2 Fantasieämter und Milieumanager
3 Ideologie und Argumentation der Reichsbürger
4 (Rechts-) Extremismus bei Reichsbürgern
4.1 Politikwissenschaftliche Betrachtung
4.2 Einfluss von Informationsmaterialien
4.3 Rechtswissenschaftliche Sichtweise
5 Berührungspunkte der Reichsbürger mit dem öffentlichen Dienst
5.1 Konflikte
5.2 Maßnahmen
6 Konzeption und Methode
6.1 Forschungsdesign und Sampling
6.2 Operationalisierung
6.3 Feldzugang
6.4 Feldphase
7 Auswertung
7.1 Vorgehen bei der Datenauswertung
7.2 Kategorienbildung und -darstellung
8 Diskussion
9 Fazit & Ausblick
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist die deskriptive Darstellung des derzeitigen Umgangs und der Kontakte mit Reichsbürgern aus der Perspektive der Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes in Bayern. Dabei sollen bestehende Probleme, wie etwa die hohe Arbeitsbelastung oder konfrontative Verhaltensweisen, sowie bestehende Handlungslücken identifiziert und mit der vorhandenen Literatur abgeglichen werden, um Ansatzpunkte für zukünftige Verbesserungsmaßnahmen zu schaffen.
4 (Rechts-) Extremismus bei Reichsbürgern
Extremismus ist laut Definition von Backes und Jesse die „[…] Ablehnung des demokratischen Verfassungsstaates und seiner fundamentalen Werte und Spielregeln […]“ (Backes/Jesse 1993: 40). Denkweisen wie Antisemitismus, Rassismus und Menschenfeindlichkeit fallen unter Rechtsextremismus. Diese kann jedoch nicht als allgemeingültig angesehen werden. Sie stellt lediglich eine Definition in den Politikwissenschaften dar, während im rechtswissenschaftlichen Bereich eine andere Definition verwendet wird. Letztere wird im späteren Verlauf erörtert (siehe Kapitel 4.3).
Extremistische Haltungen und Verhaltensweisen sind, anders als von vielen vermutet, auch in der Gesellschaftsmitte zu finden und nicht nur in den Außenbereichen. Weiter lässt sich differenzieren zwischen Rechtsextremismus als gegen die Verfassung gerichtetes Verhalten und Rechtsradikalismus, welcher „[…] einem noch verfassungsgemäßen politischen Auftreten […]“ (Virchow 2016: 14) gleicht. Es bestehen verschiedene rechtsextreme Organisationstrukturen wie Parteien oder Bürgerinitiativen. Auch rechtsextreme Vereine existieren, die einen familiären Kreis und Wohlbefinden fördern. Diese dienen ihren Mitgliedern als Rückzugsort, um ihre Gesinnung ohne Widersprüche auszuleben. Zudem schaffen sie in ihrer Außenwirkung eine homogene Position. Rechtsextreme Inhalte werden bevorzugt von Gruppen kontinuierlich geteilt und gelebt, welche in Strukturen eingebettet sind, die rechtsorientierte Denkweisen unterstützen. Dies ist zwar nicht zwingend notwendig, jedoch förderlich für die Stabilität der Einstellungen. Bewegt sich eine Person überwiegend in einem Umfeld, welches bestimmte Einstellungen und Verhaltensweisen fokussiert beziehungsweise präferiert, passt sich die Person der Mehrheitsmeinung, in diesem Fall den rechtsextremen Überzeugungen, an. Eine Einstellung ist das Bewerten eines Verhaltens, eines Themas oder ähnlichem als positiv oder negativ, gefallen oder ablehnen. Welche Art der Einstellung man annimmt hängt von mehreren Faktoren ab. Zum einen die ganz individuellen Erfahrungen und Charakterzüge wie auch die Sozialisation in einem bestimmten Umfeld. Zum anderen das Verhältnis zu anderen Personen und Gruppen, sprich den gesellschaftlichen Erfahrungen (vgl. ProPK; Virchow 2016: 14 ff.; Zick/Küpper 2016: 83 ff.).
1 Zielsetzung und Relevanz der Arbeit: Einführung in das Thema der Reichsbürger mit Fokus auf die zunehmende Problematik im öffentlichen Dienst und die Zielsetzung der Masterarbeit.
2 Definitionen und Abgrenzungen: Einordnung und Differenzierung der verschiedenen Reichsbürger-Typologien sowie Definition der Fantasieämter und Milieumanager.
3 Ideologie und Argumentation der Reichsbürger: Darstellung der ideologischen Grundlagen, insbesondere der Ablehnung des deutschen Staates und des Revisionismus.
4 (Rechts-) Extremismus bei Reichsbürgern: Untersuchung der politischen und rechtswissenschaftlichen Einordnung von Reichsbürgern im Kontext des Extremismus sowie die Analyse von Informationsmaterialien.
5 Berührungspunkte der Reichsbürger mit dem öffentlichen Dienst: Analyse der konkreten Konflikte im Behördenalltag und Darstellung existierender Präventionsmaßnahmen.
6 Konzeption und Methode: Beschreibung des Forschungsdesigns mittels Experteninterviews sowie der Vorgehensweise bei der Stichprobenziehung und Datenerhebung.
7 Auswertung: Erläuterung der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring und Darstellung der erarbeiteten Kategorien aus dem Interviewmaterial.
8 Diskussion: Synthese und Abgleich der Ergebnisse aus der Literatur und den geführten Interviews.
9 Fazit & Ausblick: Zusammenfassung der Kernergebnisse und Empfehlungen für weiterführende Forschungsvorhaben.
Reichsbürger, Selbstverwalter, öffentlicher Dienst, Extremismus, Rechtsextremismus, Verwaltung, Experteninterview, Qualitative Inhaltsanalyse, Radikalisierung, Ideologie, Sicherheitsmaßnahmen, Behörden, Behördenkontakt, Handreichungen, Politisch motivierte Kriminalität.
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Umgang von Mitarbeitern des öffentlichen Dienstes in Bayern mit sogenannten Reichsbürgern und analysiert dabei auftretende Kontaktpunkte und Probleme.
Zentral sind die ideologischen Grundlagen der Reichsbürger, deren Extremismuspotenzial, die spezifischen Herausforderungen für Verwaltungsmitarbeiter sowie bewährte Handlungsstrategien im Behördenalltag.
Das Hauptziel ist die Darstellung der aktuellen Praxis im Umgang mit dieser Personengruppe, um Handlungslücken zu identifizieren und die Qualität der Informationsangebote für Mitarbeiter zu bewerten.
Die Arbeit nutzt die qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring, basierend auf Experteninterviews mit Mitarbeitern verschiedener bayerischer Institutionen.
Der Hauptteil behandelt neben der theoretischen Einordnung von Reichsbürgern und ihrem Extremismusbezug intensiv die praktischen Arbeitserfahrungen, Konfliktsituationen und die erlebte Wirksamkeit von Sicherheitsvorkehrungen in Ämtern.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Reichsbürger, öffentlicher Dienst, Verwaltung, Extremismus, Experteninterview, Sicherheitsmaßnahmen und Handlungsstrategien.
Während Literatur und Medien Reichsbürger oft pauschal rechtsextrem einordnen, differenzieren die befragten Mitarbeiter stärker und betonen die Heterogenität sowie die Notwendigkeit von Einzelfallbetrachtungen.
Die Angebote werden unterschiedlich bewertet; während manche sie hilfreich finden, werden sie von anderen als zu allgemein oder spät bereitgestellt kritisiert, was häufig zur Entwicklung eigener, informeller Strategien führt.
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