Examensarbeit, 1998
88 Seiten, Note: 1
0. Problemstellung
I. Theoretischer Grundlagenteil
1. Begriffsklärung „Aggression“
2. Konzepte zur Erklärung von Aggression
2.1. Triebdynamisches/ Instinkttheoretisches Aggressionsverständnis
2.2. Die Frustrations-Aggressions-Hypothese
2.3. Lerntheorethische Deutungsansätze
3. Katharsis durch Sport ?
4. Vorüberlegungen zum Einsatz der Kleinen Spiele im Sportunterricht
II. Praktischer Teil
1. Begriffliche Eingrenzung „Kleine Spiele“
2. Kurzbeschreibung der verschiedenen Spieltypen nach der Systematik von E. und H. DÖBLER
3. Auswahl der Kriterien zur Neueinteilung der „Kleinen Spiele“
4. Neuordnung der Spielesammlung von E. und H. DÖBLER
5. Einteilung nach pädagogischen Kriterien
5.1. Kooperationsfördernde Spiele
5.2. Spiele zum Umgang mit Aggressionen
5.3. Pädagogisch bedenkliche Spiele
III. Zusammenfassung
Die Arbeit untersucht den pädagogischen Nutzen der sogenannten „Kleinen Spiele“ als Mittel zur Prävention und zum Umgang mit aggressivem Verhalten bei Kindern und Jugendlichen im Sportunterricht. Das Ziel ist eine didaktisch sinnvolle Systematisierung dieser Spiele, um Lehrkräften konkrete Orientierungshilfen zur Förderung von Sozialkompetenz und Konfliktfähigkeit zu bieten.
0. Problemstellung
Kindern und Jugendlichen scheint es auf den ersten Blick noch nie so gut wie heute gegangen zu sein. In den westlichen Industrienationen genießen sie ein hohes Maß an sozialer Selbständigkeit, eine vergleichsweise liberale Erziehung mit partnerschaftlich-demokratischen Eltern und breitgefächertem und selbst bestimmbaren Medien- und Freizeitangebot. Die jetzige Generation ist materiell hervorragend versorgt und früher lebensgefährliche Kinderkrankheiten sind weitestgehend besiegt bzw. relativ problemlos zu kurieren.
Sieht man allerdings genauer hin, so fällt auf, daß die Probleme der Kinder und Jugendlichen heute eher im sozialen Bereich liegen, in der Unsicherheit von Kontakten und Beziehungen. Zwar können sie die angenehmen Seiten der Wohlstandsgesellschaft für sich nutzen, sie bekommen aber auch die Nachteile zu spüren. Selbständigkeit und die Möglichkeit zur Selbstentfaltung stehen sozialer Unsicherheit und den damit verbundenen psychischen Irritationen gegenüber.
Gewalt und Aggression sind allgegenwärtig. Neben den in den Medien erscheinenden offensichtlichen Erscheinungsformen wie Krieg, Kriminalität, ausländerfeindliche Aktionen, sexueller Mißbrauch etc. gibt es im Alltag unzählige weniger auffällige: Aggressionen im Straßenverkehr, in der Familie, in der Berufswelt (Mobbing), in der Schule, im Sport und subtilere Formen der psychischen Aggression (z.B. Schikanieren von Untergebenen oder von Dienstleisungspersonal).
Fast täglich berichten die Medien von Gewalttaten und aggressiven Übergriffen junger Menschen. Hierbei läßt sich feststellen, daß nicht nur die Anzahl der Gewalttaten steigt, sondern vor allem die Qualität der Aggressionen sich verändert hat. Die immer jünger werdenden „Täter“ haben immer weniger Hemmungen. Viele aggressive Verhaltensweisen werden in unserer modernen „Ellbogengesellschaft“ akzeptiert und von den meisten Erwachsenen sogar vorgelebt.
0. Problemstellung: Analyse der aktuellen sozialen Situation von Kindern und Jugendlichen sowie der Allgegenwart von Aggression in verschiedenen Lebensbereichen.
I. Theoretischer Grundlagenteil: Auseinandersetzung mit Aggressionsbegriffen, psychologischen Erklärungsmodellen sowie der Rolle des Sports als mögliches Ventil für Aggressionen.
II. Praktischer Teil: Systematisierung der „Kleinen Spiele“ und Entwicklung eines Modells zur pädagogischen Nutzung dieser Spiele zur Sozialerziehung.
III. Zusammenfassung: Reflexion über die Möglichkeiten, durch die strukturierte Auswahl von Spielen soziale Kompetenzen wie Fairness und Kooperation nachhaltig zu fördern.
Aggression, Kleine Spiele, Sportdidaktik, Sozialerziehung, Gewaltprävention, Kooperation, Fairness, Konfliktlösung, Pädagogik, Spielsystematik, Kindheit, Jugend, Sportunterricht, Empathie, Verhaltensauffälligkeiten.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, wie „Kleine Spiele“ im Sportunterricht eingesetzt werden können, um bei Kindern und Jugendlichen soziale Kompetenzen zu fördern und einen konstruktiven Umgang mit Aggressionen einzuüben.
Die Schwerpunkte liegen auf der psychologischen Einordnung von Aggression, der Analyse von Lehrplanzielen zur Sozialerziehung sowie der praktischen Systematisierung zahlreicher Spiele nach aggressionsrelevanten Kriterien.
Das Ziel ist eine pädagogisch-didaktische Neuordnung einer klassischen Spielesammlung, um Lehrkräften zu ermöglichen, gezielt Spiele auszuwählen, die aggressive Energie in faire Bahnen lenken und Kooperationsfähigkeit stärken.
Es handelt sich um eine literaturgestützte, pädagogisch-didaktische Untersuchung, die theoretische Ansätze aus der Aggressionsforschung mit der praktischen Spielesammlung von E. und H. Döbler verknüpft.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil zur Aggression und einen praktischen Teil, der Kriterien für eine Einteilung der Spiele (Richtung der Aggression, Körperkontakt, Zusammenspiel, Wertung) definiert und diese systematisch in vier Kategorien ordnet.
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Aggression, Kleine Spiele, Sozialerziehung, Konfliktlösung, Kooperation, Fairness, Sportunterricht und pädagogische Systematik.
Die Arbeit widerlegt den populären Irrglauben, Sport wirke automatisch kathartisch (reinigend) durch reinen Aggressionsabbau, und betont stattdessen die Notwendigkeit einer bewussten pädagogischen Anleitung.
Regeln sind essenziell, da sie dem „spielerischen Kampf“ einen geordneten Rahmen geben, Sicherheit garantieren und die Kinder dazu zwingen, ihre Impulse zu kontrollieren und den Respekt vor dem Gegner zu wahren.
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