Examensarbeit, 2005
81 Seiten, Note: 2,0
1 EINLEITUNG
2 EINFLÜSSE AUF DIE KOMÖDIEN DER FRÜHNEUZEIT
2.1 Ein Versuch der Einordnung und die Begriffe „New and Old Comedy“
2.2 Jonsons moralischer und didaktischer Anspruch
3 TEXTANALYSE
3.1 Verkleidung, Täuschung und Verwirrung – Theatralität in den Komödien
3.1.1 Volpone – ein Virtuose des Rollenspiels
3.1.2 Mosca als Volpones Inspizient
3.1.3 Oberon und Puck: Das Drama der Nacht
3.1.4 The Alchemist – Subtle, Face und Dol
3.1.5 Surlys Auftritt als Spanier
3.1.6 Rosalind – so, wie es ihr gefällt
3.1.7 Jaques als Satiriker?
3.2 Verschiedene Ebenen der Realität und die Rolle der Fantasie
3.2.1 Die Zuschauer des Dream und die Illusion der Bühne
3.2.2 Das Spiel im Spiel: Pyramus and Thisbe
3.2.3 Die Liebespaare im Wald – ein Traum oder Realität?
3.2.4 Die Kunden in The Alchemist
3.3 Die Enden der Komödien
3.3.1 Jonsons Volpone – ein „falsches“ Ende?
3.3.2 Lovewits Haus am Ende von The Alchemist
3.3.3 Shakespeares Dream – mehr als ein romatisches „Happy End“?
3.3.4 As You Like It – Rosalinds Epilog
4 FAZIT
5 LITERATUR
5.1 Primärtexte
5.2 Sekundärtexte
5.3 Nachschlagewerke und Lexika
Die vorliegende Arbeit untersucht und vergleicht vier Komödien der Frühneuzeit – Volpone und The Alchemist von Ben Jonson sowie A Midsummer Night’s Dream und As You Like It von William Shakespeare – hinsichtlich ihrer theatralischen Struktur. Dabei geht die Forschungsfrage der These nach, dass trotz der gängigen Kategorisierung von Jonson als Satiriker und Shakespeare als Romantiker überraschende Ähnlichkeiten in der Darstellung von Theatralität sowie der Verschränkung von Schein und Sein existieren.
3.1.1 Volpone – ein Virtuose den Rollenspiels
„I will begin e’en now to vex ’em all“(V, I, 57)29. Die Worte Volpones am Anfang des fünften Akts spiegeln vielleicht am deutlichsten seine Leidenschaft wieder: ein Leben als Rollenspieler, der aus jeder Situation eine Bühne macht und die Hauptrolle übernimmt. Seine Befriedigung besteht darin, andere so überzeugend zu täuschen, dass er sich eigene Vorteile davon verschaffen kann. Er und sein Handlanger Mosca arbeiten pausenlos an ihrem Projekt, großen Reichtum zu erlangen. Volpone simuliert einen alten, reichen Venezianer, der kurz vor dem Tode steht. In der Hoffnung auf Erbschaft kommen mehrere Besucher vorbei, die ihm teure Geschenke bringen und damit ihren eigenen Reichtum riskieren. Natürlich werden sie betrogen. Schon am Anfang des Stückes schwelgt Volpone in seiner Fähigkeit, seine Besucher zu täuschen und daraus Profit zu schlagen.
All which I suffer, playing with their hopes, And am content to coin ‘em into profit, And look upon their kindness, and take more, And look on that; still bearing them in hand, Let the cherry knock against their lips, And draw it by their mouth, and back again. (I, i, 85-90)
Volpone spielt mit seinen Gästen – oder besser noch: Opfern – so dreist, dass es fast ein sadistisches Vergnügen darstellt. Dennoch darf auch die Dreistigkeit der Besucher nicht unterschätzt werden, denn sie kommen ja nicht aus reiner Nächstenliebe, sondern um ihren Reichtum durch eine Erbschaft zu vergrößern. So vergewissert sich Voltore, der erste Besucher, „Pray thee, hear me, / Am I inscribed his heir for certain?“ (I, iii, 33-4) und wähnt sich in Sicherheit, der alleinige Erbe zu sein: „Happy, happy me!“ (48).
1 EINLEITUNG: Hinführung zum Vergleich der Komödien von Ben Jonson und William Shakespeare sowie Darlegung der These und der methodischen Vorgehensweise.
2 EINFLÜSSE AUF DIE KOMÖDIEN DER FRÜHNEUZEIT: Untersuchung der Gattungstraditionen von Alter und Neuer Komödie sowie des spezifischen moralischen Anspruchs Jonsons.
3 TEXTANALYSE: Kernkapitel mit detaillierter Untersuchung der Theatralität, der Realitätsebenen und der Komödienenden anhand der vier ausgewählten Primärtexte.
4 FAZIT: Zusammenführende Betrachtung der Analyseergebnisse und Bestätigung der These, dass Theatralität als verbindendes Element über die oberflächlichen Gattungsunterschiede hinausgeht.
5 LITERATUR: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur sowie Nachschlagewerke.
Frühneuzeit, Komödie, Ben Jonson, William Shakespeare, Theatralität, Rollenspiel, Verkleidung, Täuschung, Illusion, Realität, Fantasie, Metatheatralität, Satire, Identität, Renaissancedrama
Die Hausarbeit vergleicht ausgewählte Komödien von Ben Jonson und William Shakespeare auf ihre Gemeinsamkeiten und Unterschiede hinsichtlich ihrer theatralen Struktur und Darstellungsweise.
Die zentralen Themenfelder sind die Theatralität als konstitutives Element der Stücke, der Umgang mit Rollenspiel und Verkleidung sowie die Interaktion zwischen den Ebenen von Schein, Realität und Illusion.
Ziel ist es, die gängige Einordnung von Jonson als Satiriker und Shakespeare als Romantiker zu hinterfragen und gemeinsame metatheatralische Strukturen aufzuzeigen, die beide Autoren teilen.
Es wird eine umfassende Textanalyse angewandt, die durch die Auseinandersetzung mit der literaturwissenschaftlichen Sekundärliteratur gestützt wird.
Der Hauptteil gliedert sich in drei Bereiche: Erstens die Analyse von Täuschung und Verkleidung, zweitens die Untersuchung von Realitätsebenen und Fantasie, und drittens die Analyse der Komödienenden.
Neben den Autorennamen sind dies insbesondere Begriffe wie Theatralität, Metatheatralität, Illusion, Identitätskonstruktion und Komödientradition.
Die City Comedy dient als Genre-Kontext für Jonsons Komödien, die im zeitgenössischen London oder in Städten wie Venedig spielen und gesellschaftliche Eigenheiten der jakobäischen Ära widerspiegeln.
Die Arbeit zeigt, dass Shakespeares Enden zwar oft als voraussehbarer und positiver (Heirat) gelten, sie aber dennoch metatheatralische Fragen aufwerfen, während Jonsons Enden oft moralische Bestrafungen beinhalten, jedoch ebenfalls als „falsche Enden“ die Illusion entlarven.
Rosalind wird als Regisseurin ihrer eigenen Inszenierung im Wald analysiert, die durch ihr „Cross-Dressing“ als Ganymede mit den Grenzen von Geschlechterrollen und Identität spielt und das Publikum zur imaginativen Partizipation herausfordert.
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