Bachelorarbeit, 2018
43 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Der Protestsong – Ursprung und der Versuch einer Definition
3. Bundesrepublik Deutschland im Wandel
3.1. Gesellschaftlicher Wandel und Studentenproteste seit Mitte der 60er Jahre in der Bundesrepublik Deutschland
3.2. Die Musik der Revolte
3.3. Entstehung der Ton Steine Scherben Ende der 60er Jahre
4. Entstehung der RAF und Bewegung 2. Juni
4.1. Benno Ohnesorg
4.2. Rudi Dutschke
4.3. „Keine Macht für Niemand“ und die RAF
5. Hausbesetzerbewegung
5.1. Gründe und Protagonisten der Hausbesetzerbewegung in der Bundesrepublik Deutschland
5.2. Rauch-Haus-Song
6. Protestsongs im Geschichtsunterricht
7. Fazit
8. Literaturverzeichnis
Die Arbeit untersucht die Bedeutung und Funktion von politischen Protestsongs der 1970er-Jahre als Reflex auf eine zunehmend als repressiv empfundene Gesellschaftsstruktur, wobei das Liedgut der Band "Ton Steine Scherben" als zentrales Beispiel dient.
3.3. Entstehung der Ton Steine Scherben Ende der 60er Jahre
Im Folgenden soll die Band Ton Steine Scherben, die entweder voll ausgeschrieben werden oder kurz als die Scherben bezeichnet werden, vorgestellt werden. Nachfolgend soll versucht werden, aufzuzeigen, welche politische Einstellung die Scherben vertraten und wodurch sie dermaßen bekannt und erfolgreich, wenn auch nicht finanziell, wurden.
„Als ‚Erben‘ und legitime Nachfolger der ersten deutschen Bands und Musiker, die Rockmusik mit politischen und sozialkritischen Texten in deutscher Sprache spielten sind in erster Linie „Ton Steine Scherben“ zu nennen“.56 Ton Steine Scherben war eine Rockband die von 1970 bis 1985 vor allem durch ihre politische Intention und die Darstellung von aktuellen Themen, wie beispielsweise der Fahrpreiserhöhung in Berlin oder auch der linken Terrorzelle RAF (Rote Armee Fraktion), durch ihre Musik einen großen Bekanntheitsgrad erreichten. Die sogenannten ‚Ur-Scherben’, also die Grundbesetzung der Band, waren Ralph Möbius, später bekannt unter dem Künstlernamen Rio Reiser, Ralph Peter Steitz, genannt Lanrue, Kai Sichtermann und Wolfgang Seidel.57 Die Band hat sich von Anfang an öffentlich dazu bekannt, der linken Berliner Untergrundszene anzugehören, was zur Folge hatte, dass die Hörerschaft der Scherben aus linken Aktivisten bestand.58 Sie wurden zum Sprachrohr von linken Jugendorganisationen, beispielsweise der Hausbesetzerbewegung, stilisiert.59 „Der Segen und der Fluch, der von Anfang an über der Band lag: Sie war Teil der linken Szene“.60 Fluch deshalb, weil die linke Szene davon ausging, dass die Band sich gegen den Kapitalismus stellt und deshalb auf größere Einnahmen durch Konzerte oder den Plattenverkauf verzichtet, was zur Folge hatte, dass die Scherben häufig in finanziellen Schwierigkeiten steckten.
1. Einleitung: Die Einleitung legt den Grundstein für die Untersuchung der Musik als politisches Instrument und definiert das Ziel, Protestsongs der 1970er Jahre am Beispiel der Band "Ton Steine Scherben" als Reflex auf eine als repressiv empfundene Gesellschaft zu analysieren.
2. Der Protestsong – Ursprung und der Versuch einer Definition: Dieses Kapitel erörtert den Ursprung des Protestliedes und arbeitet eine Definition heraus, wobei Musik als historische Quelle und Medium für soziale sowie politische Kritik betrachtet wird.
3. Bundesrepublik Deutschland im Wandel: Es wird der gesellschaftliche und politische Wandel der Bundesrepublik seit den 1960er Jahren untersucht, insbesondere der Einfluss der Studentenrevolte 1968 und die Bedeutung der Musik in dieser Zeit.
4. Entstehung der RAF und Bewegung 2. Juni: Das Kapitel analysiert die Radikalisierung politischer Bewegungen in den 1970er Jahren und erörtert die komplexen, teils instrumentalisierenden Zusammenhänge zwischen terroristischen Gruppierungen und der Band "Ton Steine Scherben".
5. Hausbesetzerbewegung: Hier wird die Entstehung und Entwicklung der Hausbesetzerbewegung in den 1970er Jahren beleuchtet sowie die musikalische Auseinandersetzung der Scherben mit diesem Phänomen anhand des "Rauch-Haus-Songs" dargestellt.
6. Protestsongs im Geschichtsunterricht: Dieser Abschnitt bietet einen exkursartigen Einblick in die Fachdidaktik und analysiert, inwiefern Protestsongs als Medium für einen Sinnstiftungsprozess und zur Veranschaulichung historischer Themen im Geschichtsunterricht geeignet sind.
7. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass die politischen Protestsongs der 1970er Jahre tatsächlich als Reflex auf eine als zunehmend repressiv empfundene Gesellschaftsstruktur verstanden werden können.
Ton Steine Scherben, Protestsong, Bundesrepublik Deutschland, 68er Bewegung, Studentenrevolte, RAF, Bewegung 2. Juni, Hausbesetzerbewegung, Politische Musik, Gesellschaftskritik, Rio Reiser, Geschichtsunterricht, Radikalisierung, Subkultur, Klassenkampf
Die Arbeit analysiert die Rolle von politischen Protestsongs in der Bundesrepublik Deutschland während der 1970er-Jahre als Reaktion auf gesellschaftliche Repressionen.
Zu den Schwerpunkten gehören der gesellschaftliche Wandel der 60er und 70er Jahre, die Studentenrevolte, die Entstehung der links-terroristischen Szene (RAF) sowie die Geschichte der Hausbesetzerbewegung.
Ziel ist es zu erörtern, ob die politischen Protestsongs der 1970er-Jahre tatsächlich als Reflex auf eine als zunehmend repressiv empfundene Gesellschaftsstruktur gesehen werden können, explizit am Beispiel der Band "Ton Steine Scherben".
Es handelt sich um eine geschichtswissenschaftliche Untersuchung, die historische Kontextualisierung mit der Analyse von Musik als Quelle verbindet.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des historischen Wandels der BRD, die Entstehung radikaler Gruppen, die Hausbesetzerbewegung und die didaktische Bedeutung von Musik für den Geschichtsunterricht.
Zentrale Begriffe sind Ton Steine Scherben, Protestsong, RAF, 68er Bewegung, Hausbesetzerbewegung und Politische Bildung.
Der Tod von Ohnesorg am 2. Juni 1967 wird als tragischer Höhepunkt der Studentenrevolte identifiziert, der maßgeblich zur Radikalisierung der Protestierenden und zur Entstehung der Bewegung 2. Juni beitrug.
Obwohl es Kontaktpunkte gab, lehnte der Frontmann Rio Reiser Gewalt gegen Menschen explizit ab und definierte seine Utopie als eine Welt ohne Krieg und Hunger, was zur Formel „Gewalt gegen Sachen, ja – Gewalt gegen Menschen, nein“ führte.
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