Fachbuch, 2019
110 Seiten
THEORETISCHER TEIL
1 Einleitung
2 Begriffsannäherungen
2.1 Queer und Queer Theory
2.2 LSBTTIQ
3 Offene Kinder- und Jugendarbeit
3.1 Entstehung und Entwicklung des Arbeitsfeldes
3.2 Strukturelle Prinzipien und Inhalte
3.3 Pädagogisches Handeln
3.4 Geschlechterdifferenzierte Arbeit
3.5 Sexualpädagogik
3.6 Zugänge zur Offenen Kinder- und Jugendarbeit
3.7 Arbeitsbeziehungen
4 LSBTTIQ-Jugendliche
4.1 Entwicklungsaufgaben im Jugendalter
4.2 Coming-out
4.2.1 Inneres Coming-out
4.2.2 Äußeres Coming-out
4.3 Besondere Entwicklungsherausforderungen für LSBTTIQ-Menschen
4.4 Diskriminierungserfahrungen von LSBTTIQ-Personen
4.5 Nutzung der Offenen Kinder- und Jugendarbeit und anderer Unterstützungsangebote
EMPIRISCHER TEIL
5 Zur Methodik des Expert_inneninterviews
5.1 Sampling und Aufbau
5.2 Das Kategoriensystem
5.3 Der Leitfaden
5.4 Durchführung und Transkription
6 Auswertung der Expert_inneninterviews
6.1 Hauptkategorie: Zugänge
6.1.1 Unterkategorie: Personenbezogene Zugänge
6.1.2 Unterkategorie: Einrichtungsbezogene Zugänge
6.2 Hauptkategorie: Bedarfe
6.2.1 Unterkategorie: Diskriminierungserfahrungen
6.2.2 Unterkategorie: Entwicklungsaufgaben
7 Fazit und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie den spezifischen Bedarfen von LSBTTIQ-Jugendlichen im Arbeitsfeld der Offenen Kinder- und Jugendarbeit begegnet werden kann. Dabei wird analysiert, wie Fachkräfte durch ihre professionelle Haltung und Gestaltung der Arbeitsbeziehung zur Inklusion und Selbstannahme dieser Jugendlichen beitragen können.
3.3 Pädagogisches Handeln
Das pädagogische Handeln in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit gleicht in kommunikativen und praktischen Abläufen oft typischen Alltagssituationen (Cloos 2013: 62). Daher erkennen die Zielgruppe und Außenstehende das pädagogische Wirken im Arbeitsfeld in der Regel nicht als professionelles Handeln. Gleichzeitig gibt es wenig empirisch erhobene Daten zur Ausgestaltung des Arbeitsfeldes. Um hier entgegen zu wirken haben Cloos, Köngeter, Müller und Thole (2009: 13-14) mittels ethnografischer Beobachtung als Forschungszugang die pädagogischen Abläufe im Arbeitsfeld rekonstruiert.
Mit dem Begriff der ‚sozialpädagogischen Arena‘ charakterisieren sie den Ort, in dem Kinder- und Jugendarbeit stattfindet. Dieser Begriff soll das immer wiederkehrende Aushandeln der Gestaltung des Ortes in den Blick nehmen. Schnell wechselnde Szenen, in denen Zugehörigkeiten oder Abgrenzungen verdeutlicht werden, oder in denen Individuen sich gezielt präsentieren und auf Rückmeldung ihres Gegenübers warten, kennzeichnen die Geschehnisse. Die Besucher_innen nehmen unterschiedliche Rollen ein, in dem sie sich in Konfrontationen begeben, mit anderen sympathisieren oder Kritik äußern. In diesem Kontext sind die Sozialarbeitenden gefordert, involviert zu sein. Ihr Handeln wird dann professionell, wenn sie unterschiedliche Platzierungspraktiken vornehmen, die Alltagskommunikation hin zu einem pädagogischen Rahmen modellieren und Übergänge in andere, geschlossene Settings, gestalten (Cloos 2013: 62-63).
1 Einleitung: Die Einleitung skizziert den politischen Kontext in Baden-Württemberg und führt in die Relevanz der Unterstützung von LSBTTIQ-Jugendlichen durch die Offene Kinder- und Jugendarbeit ein.
2 Begriffsannäherungen: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie Queer Theory und LSBTTIQ, um eine gemeinsame sprachliche und theoretische Basis für die Untersuchung zu schaffen.
3 Offene Kinder- und Jugendarbeit: Hier werden die strukturellen Prinzipien, das pädagogische Handeln sowie die verschiedenen Ansätze und Zugänge innerhalb des Arbeitsfeldes detailliert dargelegt.
4 LSBTTIQ-Jugendliche: Das Kapitel beleuchtet die spezifischen Entwicklungsaufgaben, Coming-out-Prozesse und Diskriminierungserfahrungen, denen LSBTTIQ-Jugendliche in unserer Gesellschaft ausgesetzt sind.
5 Zur Methodik des Expert_inneninterviews: Dieser Abschnitt beschreibt das qualitative Forschungsdesign, die Auswahl der Interviewpartner_innen, die Kategoriensystembildung und die Durchführung der Experteninterviews.
6 Auswertung der Expert_inneninterviews: In diesem Kapitel werden die Ergebnisse der Interviews strukturiert nach den Hauptkategorien Zugänge und Bedarfe präsentiert und diskutiert.
7 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und leitet daraus Handlungsempfehlungen für die Praxis der Sozialen Arbeit ab.
LSBTTIQ, Offene Kinder- und Jugendarbeit, Queer Theory, Coming-out, Sozialarbeit, Geschlechterrollen, Diskriminierung, Identitätsbildung, pädagogisches Handeln, Inklusion, Jugendliche, Experteninterviews, Beratungsangebote, Homonegativität, Trans*identität.
Die Arbeit untersucht die Lebenssituation von LSBTTIQ-Jugendlichen und wie Fachkräfte der Offenen Kinder- und Jugendarbeit sie in ihrem Coming-out-Prozess und bei der Identitätsfindung unterstützen können.
Zentrale Themen sind die Queer Theory als theoretisches Gerüst, die strukturellen Rahmenbedingungen der Offenen Jugendarbeit, die Bewältigung von Diskriminierung sowie die professionelle Gestaltung von Beziehungsarbeit.
Das Ziel ist es zu klären, wie den spezifischen Bedarfen von LSBTTIQ-Jugendlichen in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit begegnet werden kann und welche Rolle die Fachkräfte dabei spielen.
Die Untersuchung basiert auf einem qualitativen Forschungsansatz, wobei leitfadengestützte Expert_inneninterviews mit Fachkräften aus der Offenen Kinder- und Jugendarbeit geführt und ausgewertet wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil über das Arbeitsfeld und die Zielgruppe sowie einen empirischen Teil, der die Auswertung der Experteninterviews hinsichtlich Zugängen und Bedarfen darstellt.
Wichtige Begriffe sind LSBTTIQ, Offene Kinder- und Jugendarbeit, Coming-out, Diskriminierungserfahrungen, pädagogisches Handeln und Identitätsbildung.
Symbole wie Regenbogenfahnen oder Banner signalisieren den Jugendlichen eine offene Grundhaltung der Einrichtung und können den Zugang für LSBTTIQ-Personen erleichtern.
Die Ansprache ist entscheidend, da sie die Identität der Jugendlichen validiert. Sozialarbeitende sollten dabei Fremdzuschreibungen vermeiden und sich an den Selbstbezeichnungen der Jugendlichen orientieren.
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