Bachelorarbeit, 2017
71 Seiten, Note: 1,6
1. Einleitung
2. Begriffliche Abgrenzungen und Grundlagen
2.1 Grundüberlegungen zur Digitalisierung
2.2 Zum Wesen von Geschäftsmodellen
2.3 Retail Banking als klassisches Geschäftsmodell der Banken
2.4 Bankbetriebliche Rahmenbedingungen
3. Implikationen der Digitalisierung für das Retail Banking
3.1 Aktivgeschäft
3.2 Passivgeschäft
3.3 Dienstleistungsgeschäft
3.3.1 Zahlungsverkehr
3.3.2 Anlageberatung
4. Das Retail Banking der Zukunft
4.1 Veränderung und Integration der Vertriebskanäle
4.2 Gestaltung von Produkten und Prozessen
4.3 Customer Relationship Management
5. Fazit
Die Arbeit untersucht die tiefgreifenden Auswirkungen der Digitalisierung auf das Retail Banking als klassisches Geschäftsmodell. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie Banken auf technologische Innovationen, verändertes Kundenverhalten und neue Wettbewerber reagieren können, um ihre Zukunftsfähigkeit und Ertragskraft in einem sich wandelnden Umfeld zu sichern.
3.1 Aktivgeschäft
Das Aktivgeschäft oder auch Kreditgeschäft stellt eines der zentralen Geschäftsfelder im Retail Banking dar. Mit einem Anteil von 73,2 Prozent an den operativen Erträgen im langfristigen Durchschnitt ist der Zinsüberschuss aus Aktiv- und Passivgeschäft sogar die mit Abstand wichtigste Ertragsquelle deutscher Banken. Nicht nur das extreme Niedrigzinsumfeld, sondern auch die Folgen der Digitalisierung setzen das klassische Geschäftsmodell von Retail-Banken im Kreditgeschäft unter Druck. Bei der folgenden Analyse der Implikationen der Digitalisierung für das Aktivgeschäft wird sich auf die Vergabe von Ratenkrediten an Privatpersonen im Rahmen der Konsumfinanzierung fokussiert.
Betrachtet man zunächst einige Kennzahlen zum deutschen Markt, so belief sich das Volumen an Konsumentenkrediten, welche den Verbrauchern von den Banken zur Verfügung gestellt wurden, Ende des Jahres 2016 auf insgesamt 163,3 Milliarden Euro. Gegenüber dem Vorjahr ist der Bestand an Konsumentenkrediten damit um ca. fünf Prozent gestiegen. Auch die Anzahl der neu aufgenommenen Kredite liegt mit fast acht Mio. nach Angaben der Schufa Holding AG weiterhin auf einem hohen Niveau und hat im Jahr 2016 sogar nochmals um ungefähr drei Prozent zugenommen.
Die Ausweitung von Konsumausgaben und das hohe Interesse der Kunden an Ratenkrediten in Zeiten anhaltender Niedrigzinspolitik und stabiler Beschäftigung zeigt sich ebenso anhand der bei der Schufa gestellten Bonitätsanfragen von Banken im Rahmen der Kreditkonditionener mittlung. So ist die Anzahl dieser Anfragen im Zeitraum von 2011 bis 2016 um 86,5 Prozent auf 22,9 Mio. gestiegen.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Megatrend Digitalisierung und dessen unumkehrbaren Einfluss auf die Finanzdienstleistungsbranche, woraus sich die Forschungsfrage nach den Auswirkungen auf das Retail Banking ableitet.
2. Begriffliche Abgrenzungen und Grundlagen: In diesem Kapitel werden grundlegende Definitionen zur Digitalisierung und zu Geschäftsmodellen erarbeitet sowie das Retail Banking und die aktuellen Rahmenbedingungen im bankbetrieblichen Kontext charakterisiert.
3. Implikationen der Digitalisierung für das Retail Banking: Das Kapitel analysiert tiefgehend die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Geschäftsfelder Aktivgeschäft, Passivgeschäft sowie das Dienstleistungsgeschäft (Zahlungsverkehr und Anlageberatung).
4. Das Retail Banking der Zukunft: Hier werden Erfolgsfaktoren für die Zukunft des Retail Bankings in den Bereichen Vertrieb, Produktgestaltung, Prozessoptimierung und Kundenbeziehungsmanagement dargestellt.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Analyse zusammen und bestätigt, dass das klassische Geschäftsmodell des Retail Bankings in der digitalen Zukunft einen grundlegenden Wandel erfordert.
Digitalisierung, Retail Banking, Geschäftsmodell, Finanzinnovation, FinTech, Aktivgeschäft, Passivgeschäft, Zahlungsverkehr, Anlageberatung, Kundenverhalten, Vertriebskanäle, Customer Relationship Management, CRM, Big Data, Omnikanal-Ansatz
Die Arbeit untersucht, wie die Digitalisierung das klassische Geschäftsmodell des Retail Bankings nachhaltig verändert und vor welche Herausforderungen und Chancen dies etablierte Bankinstitute stellt.
Die zentralen Felder umfassen die technologische Transformation von Finanzprozessen, das veränderte Kundenverhalten, den Markteintritt neuer digitaler Konkurrenten sowie die notwendige Anpassung von Strategien in Vertrieb und Beratung.
Ziel ist es, die Auswirkungen der Digitalisierung auf das Retail Banking zu analysieren und Erfolgsfaktoren für Banken zu identifizieren, um in der digitalen Zukunft wettbewerbsfähig und ertragsorientiert agieren zu können.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse, der Auswertung aktueller Studien renommierter Beratungsgesellschaften sowie der Analyse von Marktdaten, um die Implikationen der Digitalisierung systematisch zu untersuchen.
Der Hauptteil analysiert spezifisch das Aktiv-, Passiv- und Dienstleistungsgeschäft, beleuchtet das Auftreten von neuen Wettbewerbern wie FinTechs und diskutiert Erfolgsfaktoren wie Omnikanal-Vertrieb und datengetriebenes Kundenmanagement.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Digitalisierung, Retail Banking, FinTech, Omni-Channel-Management, Kundenzentrierung und Effizienzsteigerung charakterisiert.
Robo Advisor werden als innovative, automatisierte Anlageberatungsdienste beschrieben, die durch niedrige Kosten und Transparenz einen Ersatz oder eine sinnvolle Ergänzung zur klassischen Anlageberatung in der Filiale darstellen können.
Ein modernes, kanalübergreifendes CRM ist laut Arbeit essenziell, um durch personalisierte Angebote und eine bessere Datennutzung die Kundenbindung in Zeiten sinkender Markenloyalität zu stärken und Cross-Selling-Potenziale effizienter zu nutzen.
Die Arbeit betont, dass intensive regulatorische Anforderungen, wie beispielsweise Basel III oder PSD II, einen erheblichen Anpassungsdruck und Kostenbelastungen verursachen, während sie gleichzeitig auch als Markteintrittsbarrieren gegenüber neuen Akteuren wirken können.
Obwohl die Digitalisierung Filialschließungen forciert, bewertet die Arbeit die physische Filiale weiterhin als einen wichtigen Erfolgsfaktor für komplexere Beratungsbedürfnisse und die Markenpräsenz, sofern die Formate in Richtung moderne Flagship- oder Satellitenstandorte transformiert werden.
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