Bachelorarbeit, 2018
45 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Der pädagogische Diskurs über „Jungen als Bildungsverlierer“
2.1 Diskursanalyse
2.1.1 Bedeutung für die Sozialwissenschaften
2.1.2 Methodisches Vorgehen nach Siegfried Jäger
2.2 Über den pädagogischen Diskurs der „Jungen als Bildungsverlierer“
2.2.1 Ein pädagogischer Diskurs?
2.2.2 Bildungsungleichheit im Interesse öffentlicher Diskurse
2.3 Heike Diefenbach: „Jungen – die „neuen“ Bildungsverlierer“
2.3.1 Datengrundlage und Fakten der Bildungsbenachteiligung
2.3.2 Erklärungsansätze der Bildungsnachteile von Jungen
2.3.2.1 (Sozio-) biologische Geschlechtsunterschiede
2.3.2.2. Geschlechterspezifische Identitäten und Verhaltensweisen
2.3.2.3 Einfluss der Feminisierung schulischer Rahmenbedingungen
2.3.2.4 Diskrepanz von Schulkultur und (typischem) Verhalten von Jungen
2.4 Ursula Kessels: „Sind Jungen die neuen Bildungsverlierer?“
2.4.1 Indikatoren zur Messung der Bildungsbenachteiligung von Jungen
2.4.2 Erklärungsansätze der Bildungsbenachteiligung von Jungen
2.4.2.1 Die Problematik der Formulierung von Forschungsergebnissen
2.4.2.2 Geschlechtstypische Kompetenzzuschreibung und Selbstdisziplin
2.4.2.3 Inszenierung der Geschlechter
2.4.2.4 (Außer-) schulische Einflüsse auf Kompetenzen der Schüler
2.4.2.5 Feminisierung der Schule
2.5 Inhaltliche Diskursverschränkungen
2.5.1 Inwiefern werden Jungen als „Bildungsverlierer“ betitelt?
2.5.2 Perspektiven der Erklärungsansätze
2.5.3 Diskrepanz im Schulsystem bzw. der Schulkultur
3. Fazit
Die Arbeit untersucht den pädagogischen Diskurs über "Jungen als Bildungsverlierer" und analysiert, welche sozialwissenschaftlichen Perspektiven sich hinter dieser Thematik verbergen. Dabei werden insbesondere die Erklärungsansätze von Heike Diefenbach und Ursula Kessels gegenübergestellt, um zu prüfen, ob und wie Bildungsnachteile von Jungen wissenschaftlich begründet und interpretiert werden.
(Sozio-) biologische Geschlechtsunterschiede
Geschlechtliche Bildungsungleichheit auf eine eindeutige biologische Ursache zurückzuführen ist vermutlich aufgrund des breit gefächerten Bereichs und verschiedener Stimmen biologischer Forscher nicht ganz einfach.
Biologische Unterschiede der Geschlechter nehmen, neben anatomischen und psychischen Gegebenheiten, auch auf Verhaltens- und Persönlichkeitsunterschiede Bezug, die auf kognitiven Fähigkeiten, Hormonen und weiteren biologischen Konstellationen basieren. Dahingehend beruhen biologische Erklärungsansätze auf dem Konsens der Naturgegebenheiten, die sich bereits hinsichtlich der Geschlechter von Geburt an differenzierten. Weiterhin interessiert man sich für Zusammenhänge geschlechtlichen Verhaltens und biologischen Prozessen, die sich nicht nur auf neurologische Beschaffenheit beziehen, sondern alle organischen Abläufe des menschlichen Körpers beobachten.
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Forschungsfragen zur Bildungssituation von Jungen ein und skizziert das methodische Vorgehen der Diskursanalyse anhand zweier zentraler Streitschriften.
2. Der pädagogische Diskurs über „Jungen als Bildungsverlierer“: Dieses Hauptkapitel erläutert theoretische Grundlagen der Diskursanalyse und untersucht detailliert die Erklärungsansätze von Heike Diefenbach und Ursula Kessels hinsichtlich biologischer, sozialisationstheoretischer und schulstruktureller Faktoren.
3. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Bildungsnachteile von Jungen heute multiperspektivisch betrachtet werden, wobei sich soziologische und psychologische Ansätze mit pädagogischen Anforderungen an Schulkultur und Rollenbilder verknüpfen.
Bildungsbenachteiligung, Bildungsverlierer, Diskursanalyse, Geschlechterrollen, Schulkultur, Bildungsungleichheit, Jungenpädagogik, Sozialisation, Selbstdisziplin, Schulleistung, Gender, Bildungserfolg, Bildungsforschung, Pädagogik, Meritokratie
Die Arbeit befasst sich kritisch mit dem Diskurs über "Jungen als Bildungsverlierer" und untersucht, wie dieses Phänomen in den Sozialwissenschaften und der Pädagogik gerahmt wird.
Zentrale Themen sind die Leistungsunterschiede zwischen den Geschlechtern, die Rolle der Sozialisation, der Einfluss der Schulkultur sowie die Debatte um eine vermeintliche "Feminisierung" des Bildungssystems.
Das Ziel ist die Analyse und der Vergleich zweier bedeutender Diskursbeiträge (Diefenbach und Kessels), um zu klären, welche wissenschaftlichen Perspektiven hinter der Betitelung von Jungen als Bildungsverlierer stehen.
Die Autorin nutzt die kritische Diskursanalyse nach Siegfried Jäger, um die inhaltlich-ideologischen Aussagen der untersuchten Quellen systematisch zu erfassen und zu interpretieren.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der Argumentationslinien von Heike Diefenbach (fokussiert auf formale Bildungsindikatoren) und Ursula Kessels (fokussiert auf psychologische Aspekte und Sozialisation).
Schlüsselbegriffe sind Bildungsbenachteiligung, Schulkultur, Geschlechterrollen, Sozialisation und der pädagogische Diskurs über Bildungsverlierer.
Diefenbach identifiziert Jungen stärker als Bildungsverlierer anhand formaler Daten und weist auf strukturelle Benachteiligungen hin, während Kessels den Begriff des Bildungsverlierers kritischer betrachtet und die Bedeutung individueller Selbstdisziplin und Sozialisationsprozesse betont.
Die "Feminisierung" wird als ein Erklärungsfaktor diskutiert, wobei hinterfragt wird, ob der hohe Frauenanteil unter Lehrkräften oder die Anpassung an "weibliche" Verhaltensnormen den Bildungserfolg von Jungen beeinflussen kann.
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