Bachelorarbeit, 2015
51 Seiten, Note: 2
1. Einleitung
2. Hebräischer Text mit textkritischem Apparat
2.1. Der Text der BHS
2.2. Innere und äußere Textkritik
2.3. Übersetzung
3. Textanalyse
3.1. Hinführung
3.2. Textoberfläche
3.3. Texttiefenstruktur
3.4. Textpragmatik
4. Gattungskritik
4.1. Hinführung
4.2. Der Turmbau als Sage
4.3. Sitz im Leben
4.4. Autor, Hörer und Leser
5. Traditionskritik und –geschichte
5.1. Hinführung
5.2. Bedeutungsklärung von ‚qedem’
5.3. Was wird mit ‚bavel’ und ‚schinar’ bezeichnet?
5.4. Betrachtung des Ausdrucks ‚aseh schem’
5.5. Funktion von ‚het-lamet-lamet’ im Kontext der Urgeschichte
6. Literargeschichte – Geschichte des Textes
6.1. Hinführung
6.2. Stellung in der Urgeschichte
6.3. Literargeschichtliche Forschungslinien
6.4. Homogenität des Textes und Schichtung
6.5. Außerisraelitische Quellen
6.6. Babel-Ätiologie
6.7. Zeitliche Einordnung
7. Ökonomische Exegese
8. Gesamtinterpretation
Diese Bachelorarbeit verfolgt das Ziel, die Perikope Genesis 11,1–9 (Turmbau zu Babel) umfassend exegetisch zu untersuchen. Dabei wird der Fokus nicht nur auf die traditionellen theologischen Aspekte von Sünde und Strafe gelegt, sondern auch eine ökonomische Analyse des Textes vorgenommen, um die Handlungsweisen und die Konsequenzen aus der Sicht einer marktwirtschaftlichen Perspektive zu hinterfragen.
3.3. Texttiefenstruktur
Bei der Analyse der Texttiefenstruktur wird der Inhalt des Textes, sowie seine Struktur untersucht. Daher wird sie von der „Thematik und deren Aufbau und Konstellation im jeweiligen Text bestimmt.“
Es soll zuerst eine traditionelle Gliederung des Textes erfolgen:
Durch die Gliederung der Verse in fünf Propositionen und diese wiederum in drei Teilthemen wurde als Textthema „Wer Gott herausfordert wird bestraft“ herausgeschält. Es ist dies somit eine Form des im AT bestens bekannten Tun-Ergehens-Zusammenhangs. Unerheblich dafür sind der Ort und das Gebaute – ob Turm oder eine Stadt und ein Turm. Es geht darum, dass die Menschen Gott herausfordern, sich selbst zu Gott aufschwingen wollen und er sie dafür sanktioniert. Wie schon im Garten Eden beim Essen von der Frucht hat auch diese Handlung für die gesamte Menschheit Konsequenzen.
So ist jedenfalls die herrschende Meinung in der Forschung. In der Gesamtinterpretation werde ich – wie bereits in Fußnote 12 erwähnt – bewusst eine andere Sichtweise einnehmen. Ich bleibe aber in diesem Abschnitt bei den Einzelschritten in der traditionelleren Auslegungspraxis, zumal ich hier auch meine Aufgabe in einer grundsätzlichen Kollektion des aktuellen Forschungsstandes sehe.
1. Einleitung: Vorstellung der Perikope und erste Reflexion über die traditionellen Interpretationsansätze sowie die Forschungsfrage.
2. Hebräischer Text mit textkritischem Apparat: Sicherung des hebräischen Ausgangstextes basierend auf der BHS und textkritische Bewertung von Varianten.
3. Textanalyse: Untersuchung des Textes nach Zeichen-, Inhalts- und Wirkungsebene sowie dessen Tiefenstruktur.
4. Gattungskritik: Einordnung der Perikope als ätiologische Sage im Kontext der Urgeschichte.
5. Traditionskritik und –geschichte: Analyse von Schlüsselwörtern und Traditionsstücken sowie deren Bedeutung im Kontext der Urgeschichte.
6. Literargeschichte – Geschichte des Textes: Untersuchung der Textschichten, der Homogenität sowie der zeitlichen Einordnung.
7. Ökonomische Exegese: Provokante Analyse des Textes durch die wirtschaftswissenschaftliche Brille, insbesondere in Bezug auf Monopolbildung.
8. Gesamtinterpretation: Zusammenführung der Forschungsergebnisse und Darstellung einer alternativen, nicht rein bestrafungsorientierten Sichtweise.
Genesis 11, Turmbau zu Babel, Exegese, Urgeschichte, JHWH, Sprachverwirrung, Zerstreuung, Ökonomische Exegese, Monopol, Tun-Ergehen-Zusammenhang, Literarkritik, Sage, Ätiologie, Schichtung, Babylon.
Die Arbeit befasst sich mit der exegetischen Analyse der Erzählung vom Turmbau zu Babel (Gen 11,1–9) unter Einbeziehung textkritischer, gattungsgeschichtlicher und ökonomischer Perspektiven.
Die zentralen Themen sind der Turmbau, die Sprachverwirrung durch JHWH, die Zerstreuung der Menschen und die Frage nach dem theologischen Gehalt und den zugrunde liegenden menschlichen Motiven.
Das Ziel ist es, den Text nicht nur traditionell als Bericht über Sünde und Strafe zu lesen, sondern zu prüfen, ob der Text auch als Gnadenhandeln Gottes oder aus einer ökonomischen Sichtweise interpretiert werden kann.
Es wird eine literaturwissenschaftliche Bibelauslegung angewendet, die Textanalyse (Zeichen-, Inhalts- und Wirkungsebene), Gattungskritik, Traditionskritik und Literarkritik kombiniert.
Der Hauptteil gliedert sich in die textliche Sicherung, die Analyse der Textoberfläche und Tiefenstruktur, die gattungs- und traditionsgeschichtliche Einordnung sowie eine Ökonomische Exegese.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Genesis 11, Turmbau zu Babel, Sprachverwirrung, Ökonomische Exegese und Tun-Ergehen-Zusammenhang.
Babel dient als Archetyp einer Weltmetropole. Die Arbeit diskutiert das etymologische Namensspiel zwischen Babel und dem Verb "verwirren" und bewertet dieses als politisches Statement gegen eine hegemoniale Macht.
Der Autor vergleicht die einheitliche Sprache der Menschen mit der Bildung eines Monopols, das den Markt ausschaltet, was aus seiner ökonomischen Sicht die Intervention JHWHs als "Marktbereinigung" rechtfertigt.
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