Fachbuch, 2019
70 Seiten
1 Einleitung
2 Situation der Unternehmen
2.1 Veränderung des Unternehmensumfelds
2.2 Auswirkung auf die Kosten
2.3 Mängel traditioneller Kostenrechnungssysteme
3 Die Prozesskostenrechnung
3.1 Entwicklung der Prozesskostenrechnung
3.2 Vorgehen der Prozesskostenrechnung
3.3 Charakterisierung und Zielsetzung der Prozesskostenrechnung
3.4 Einsatzbereiche
3.5 Vergleich zum Activity-Based Costing
4 Modifikationen der Prozesskostenrechnung
4.1 Defizite der klassischen Prozesskostenrechnung
4.2 Weiterentwicklungen
5 Zusammenfassung und Fazit
Diese Arbeit befasst sich mit der Prozesskostenrechnung als prozessorientiertem Kostenmanagementsystem, um die durch Globalisierung und steigenden Wettbewerbsdruck wachsende Gemeinkostenproblematik in Unternehmen transparent zu machen und durch verursachungsgerechte Verrechnung zu bewältigen.
3.1 Entwicklung der Prozesskostenrechnung
Den entscheidenden Anstoß zur Entwicklung der Prozesskostenrechnung (PKR) gaben Miller und Vollmann 1985 mit ihrem Aufsatz „The hidden factory“46. Zu dieser Zeit dominierte in den USA insbesondere das Absorption Costing, welches einer Form der starren Vollkostenrechnung gleichkommt, sowie das Standard Costing, das etwa der Plankostenrechnung auf Vollkostenbasis entspricht.47 In ihrem Aufsatz stellen die Autoren kein neues Kostenrechnungssystem vor, sondern machen auf die in den vorherigen Kapiteln beschriebenen Probleme der steigenden Gemeinkosten sowie die Mängel der traditionellen Kostenrechnungssysteme aufmerksam und fordern eine Berücksichtigung der kostentreibenden Faktoren.48
Fortan wurde in der amerikanischen Literatur über mögliche Ansätze diskutiert, bis Johnson und Kaplan Ende der 80er Jahre die erste konzeptionelle Umsetzung der zuvor gemachten Vorschläge vorstellten. Zusammen mit Cooper schufen sie, durch eine Vielzahl individueller sowie gemeinsamer Veröffentlichungen die Grundlage des heute in den USA verwendeten Activity-Based Costing (ABC).49
Auch wenn der wissenschaftliche Ursprung in den USA liegt, muss angemerkt werden, dass zur gleichen Zeit und teilweise schon früher, in Deutschland prozessorientierte Rechnungssätze entworfen und eingesetzt wurden.50 Die Firma SIEMENS beschäftigte bereits 1975 eine Arbeitsgruppe, die sich mit der Entwicklung einer „prozessorientierten Kostenrechnung“ auseinandersetzte51 und führte diese etwa sechs Jahre später in einem Werk für Elektromotoren ein.52 Auch die Firma Schlafhorst verfolgt seit Anfang der 80er Jahre – also beinahe zehn Jahre vor Veröffentlichung der Arbeiten von Johnson, Kaplan und Cooper – ein internes Prozesskostenrechnungssystem.
1 Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet den durch Globalisierung und zunehmende Variantenvielfalt ausgelösten Kostendruck und führt in die Notwendigkeit prozessorientierter Kostenrechnungssysteme ein.
2 Situation der Unternehmen: Dieses Kapitel beschreibt die durch das veränderte Unternehmensumfeld ausgelöste Gemeinkostenproblematik und zeigt die Mängel traditioneller Voll- und Teilkostenrechnungssysteme auf.
3 Die Prozesskostenrechnung: Hier werden die historische Entwicklung, das systematische fünfstufige Vorgehen sowie die Ziele und Einsatzbereiche der klassischen Prozesskostenrechnung dargestellt und zum Activity-Based Costing abgegrenzt.
4 Modifikationen der Prozesskostenrechnung: Dieses Kapitel arbeitet Defizite der klassischen Prozesskostenrechnung heraus und erläutert diverse weiterentwickelte Ansätze wie das Time-Driven Activity-Based Costing und die hybride Prozesskostenrechnung.
5 Zusammenfassung und Fazit: Das letzte Kapitel fasst die gewonnenen Erkenntnisse zusammen, stellt die vorgestellten Kostenrechnungssysteme gegenüber und gibt einen Ausblick auf zukünftigen Forschungsbedarf.
Prozesskostenrechnung, Gemeinkosten, Kostenmanagement, Kostentreiber, Prozessmanagement, Activity-Based Costing, Time-Driven Activity-Based Costing, Ressourcenorientierte Prozesskostenrechnung, Differenzierte Prozesskostenrechnung, Hybride Leistungsbündel, Kostenverrechnung, Prozessoptimierung, Kostenstruktur, Unternehmensumfeld, Wettbewerbsdruck
Die Arbeit analysiert die Prozesskostenrechnung als Methode zur verursachungsgerechten Gemeinkostenverrechnung angesichts moderner unternehmerischer Herausforderungen wie Variantenvielfalt und steigendem Wettbewerbsdruck.
Die zentralen Themen sind die Mängel klassischer Kostenrechnung, die Methodik der klassischen Prozesskostenrechnung sowie verschiedene spezialisierte Modifikationen für unterschiedliche Unternehmensanforderungen.
Ziel ist es, die Entwicklung, Zielsetzung und Einsatzbereiche der Prozesskostenrechnung darzulegen und zu prüfen, inwiefern weiterentwickelte Ansätze die Defizite des klassischen Verfahrens beheben können.
Die Arbeit basiert auf einer theoriebasierten Literaturrecherche, in der bestehende wissenschaftliche Ansätze und Modifikationen der Prozesskostenrechnung systematisch erarbeitet und gegenübergestellt werden.
Der Hauptteil behandelt die Situation der Unternehmen, die Methodik der klassischen Prozesskostenrechnung, den Vergleich zum Activity-Based Costing sowie eine detaillierte Analyse der Defizite und spezifischer Weiterentwicklungen.
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Prozesskostenrechnung, Gemeinkostenmanagement, Kostentreiber, Prozessoptimierung und Hybride Leistungsbündel charakterisiert.
Dabei handelt es sich um das Konzept von Miller und Vollmann, das indirekte Leistungsbereiche – wie Verwaltung, Planung und Steuerung – als verborgene Fabrik identifiziert, die maßgeblich zur Entstehung der steigenden Gemeinkosten beitragen.
Während die klassische Prozesskostenrechnung die Kapazitäten und Kosten oft pauschal verteilt, nutzt das TDABC die Komponente „Zeit“ und weist ungenutzte Kapazitäten separat aus, was zu präziseren und aktuelleren Prozesskostensätzen führt.
Da in Dienstleistungsunternehmen die Abgrenzung von Fertigungsbereichen schwierig ist und eine hohe Gemeinkostenintensität herrscht, ermöglicht dieses Verfahren eine bessere Berücksichtigung von Kundenintegration und Kontaktintensität bei der Kostenverrechnung.
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