Fachbuch, 2019
75 Seiten
Psychologie - Klinische Psychologie, Psychopathologie, Prävention
1 Einleitung
2 Begriffsbestimmungen
2.1 Definition: Paarbeziehungen
2.2 Definition: Qualität von Paarbeziehungen
2.3 Definition: Stabilität von Paarbeziehungen
2.4 Einflussfaktoren auf Qualität und Stabilität von Paarbeziehungen
3 Konfliktbewältigung in Paarbeziehungen
3.1 Theorie der ehelichen Stabilität (Gottman,)
3.1.1 Modell der triadischen Balance
3.1.2 Die vier apokalyptischen Reiter
3.1.3 Ehetypologie
3.1.4 Stärken und Schwächen
3.2 Systematisch-transaktionales Stress-Coping-Konzept (Bodenmann,)
3.2.1 Formen der Stressäußerungen in Partnerschaften
3.2.2 Formen des dyadischen Copings
3.2.3 Einflussfaktoren auf das dyadische Coping
3.2.4 Kumulation von Stress
3.2.5 Prozessuale Aspekte
3.2.6 Funktion des dyadischen Copings
3.2.7 Stärken und Schwächen
3.3 Resilienz-Modell der Paarbeziehung (Lösel & Bender,)
3.3.1 Vulnerabilitäten und Belastungen
3.3.2 Effekte und Prozesse
3.3.3 Bewältigungsverhalten, Zufriedenheit, Stabilität
3.3.4 Stärken und Schwächen
4 Methode
5 Ergebnisse
5.1 Themenschwerpunkt: Theorie der ehelichen Stabilität
5.2 Themenschwerpunkt: Dyadisches Coping
5.3 Themenschwerpunkt: Resilienz-Modell der Paarbeziehung
6 Diskussion
6.1 Neue Aspekte und Forschungsanregungen
6.2 Limitationen und Stärken
6.3 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Konfliktbewältigung in Paarbeziehungen mit dem Ziel, Faktoren zu identifizieren, die die Stabilität einer Partnerschaft positiv beeinflussen. Dabei wird analysiert, wie unterschiedliche theoretische Modelle zur Konfliktbewältigung durch aktuelle wissenschaftliche Studien gestützt oder ergänzt werden.
3.1.2 Die vier apokalyptischen Reiter
Anhand seiner Beobachtungen konnte Gottman (1994) die „vier apokalyptischen Reiter“ identifizieren, die destruktive Konfliktmuster darstellen. Die Verhaltensweisen nehmen starken Einfluss auf die Balance und die Kommunikation innerhalb der Beziehung. Die Verhaltensweisen werden als Kaskadenmodell bezeichnet, das Paare bei der Verschlechterung der Beziehung durchlaufen, die sich durch charakteristische Verhaltensmuster kennzeichnen und letztendlich zur Trennung oder Scheidung führen (Gottman, 1994).
Kritik (Complain/Criticize): Kritik ist gekennzeichnet durch offenes Beschweren, kritisierende Bemerkungen oder Vorwürfe, die sich auf das Verhalten des Partners beziehen. Persönliche Kritik richtet sich nicht nur an das Verhalten des Partners, sondern an die Persönlichkeit (Gottman, 1994).
Verachtung (Contempt): In Folge der Kritik führt das Verhalten zu sarkastisch-zynischen Bemerkungen, gegenseitiger Verachtung, Abwertung und zu Beleidigungen. Feindselige Körpersprache und Humor, Spott und Hohn werden ausgedrückt. Der Partner wird durch negative Gedanken abgewertet (ebd.).
Verteidigung (Defensiveness): Es folgt die Rechtfertigung und Gegenanklagen. Abwehr stellt eine Reaktion dar, die ausgeführt wird, wenn der Partner selbst angegriffen wird. Rechtfertigung und äußere Umstände werden angeführt, die nicht in der eigenen Kontrolle liegen. Die eigene Meinung wird wiederholt, die des Partners ignoriert. Verteidigung führt zu einer Verschärfung des Konflikts (ebd.).
Rückzug (Stonewalling): Als Folge der bisherigen Verhaltensweise folgt die Vermeidung direkter Interaktionen. Der Partner ignoriert die ihm betreffende Kritik, äußert sich wenig und wechselt das Thema. Der andere Partner interpretiert diese Verhaltensweisen als Missbilligung und Selbstgefälligkeit (ebd.).
1 Einleitung: Die Einleitung erläutert die Bedeutung stabiler Liebesbeziehungen und begründet die Relevanz der Untersuchung von Konfliktbewältigung für die Beziehungsstabilität.
2 Begriffsbestimmungen: In diesem Kapitel werden die zentralen Konstrukte Paarbeziehung, Beziehungsqualität und Beziehungsstabilität sowie relevante Einflussfaktoren definiert.
3 Konfliktbewältigung in Paarbeziehungen: Hier werden drei theoretische Modelle – die Theorie der ehelichen Stabilität, das Stress-Coping-Konzept und das Resilienz-Modell – detailliert vorgestellt.
4 Methode: Das Kapitel beschreibt das Vorgehen bei der Literaturrecherche, die Kriterien zur Auswahl der 31 untersuchten Studien sowie den Zeitraum der Recherche.
5 Ergebnisse: Die Ergebnisse ordnen die ausgewählten Studien den Theorien zu und bewerten deren empirische Stützung sowie neue wissenschaftliche Erkenntnisse.
6 Diskussion: Die Diskussion reflektiert die Ergebnisse der Studien im Hinblick auf die theoretischen Modelle, identifiziert Limitationen und gibt Anregungen für zukünftige Forschungen.
Konfliktbewältigung, Paarbeziehung, Beziehungsstabilität, Beziehungsqualität, Dyadisches Coping, Gottman, Bodenmann, Resilienz, Kommunikation, Stressbewältigung, Scheidungsprävention, Interaktionsmuster, Paartherapie, Partnerschaftszufriedenheit, Stresskumulation.
Die Arbeit untersucht, wie Paare Konflikte bewältigen und welche spezifischen Faktoren die Stabilität und Qualität ihrer Partnerschaft beeinflussen.
Die Arbeit konzentriert sich auf die theoretische Fundierung durch das Modell der ehelichen Stabilität, das systematisch-transaktionale Stress-Coping-Konzept und das Resilienz-Modell.
Das primäre Ziel ist es, die genannten Modelle der Konfliktbewältigung vorzustellen und ihre Aktualität anhand aktueller wissenschaftlicher Studien zu überprüfen.
Es wurde eine systematische Literaturrecherche durchgeführt, bei der 31 englischsprachige Peer-Reviewed-Studien analysiert und in Bezug zu den drei zentralen Theorien gesetzt wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Einführung, die methodische Vorgehensweise, die Darstellung der Studienergebnisse nach Themenschwerpunkten und eine kritische Diskussion der Befunde.
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Konfliktbewältigung, Dyadisches Coping, Beziehungsstabilität und die Modelle von Gottman, Bodenmann sowie Lösel und Bender.
Studien im Bereich des Resilienz-Modells deuten darauf hin, dass Online-Interaktionen zunehmend Einfluss auf die Beziehungszufriedenheit nehmen und daher bei der Konfliktbewältigung stärker berücksichtigt werden sollten.
Die Theorie wird teils als spekulativ und unpräzise eingestuft, da die subjektive Perspektive der betroffenen Paare bei der Beobachtung durch Gottman vernachlässigt wurde.
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