Fachbuch, 2018
92 Seiten
1 Einleitung
2 Ausgangslage und Fragestellung
3 Theoretischer Hintergrund
3.1 Gender Mainstreaming
3.1.1 Gender Mainstreaming in Bildung und Erziehung
3.1.2 Gender Mainstreaming in der Pflege
3.2 Sozialisation von Jungen und Männern
3.2.1 (Frühkindliche) Sozialisation bis zum Ende der Schulzeit
3.2.2 Sozialisation & Berufswahl
3.2.3 Hegemoniale Männlichkeit
3.2.4 Geschlechterstereotype
3.2.5 Geschlechterrollen
3.2.6 Entstehung von Geschlechtsunterschieden / Erwerb von Verhaltensweisen
3.2.7 Doing Gender
3.2.8 Folgen & Zwischenfazit
3.3 Theorien zur Berufswahl
3.3.1 Zuordnungstheorien: Parsons & Holland
3.3.2 Entwicklungspsychologische Theorien: Ginzberg & Super
3.3.3 Persönlichkeitsentwicklung und Berufswahl nach Roe
3.3.4 Lerntheorie nach Krumboltz
3.3.5 Weitere Thesen und theoretische Ansätze
3.3.6 Zwischenfazit
3.4 Geschlecht als Kategorie
3.4.1 Frauenberufe / Männerberufe
3.4.2 Geschlechter-Segregation auf dem Arbeitsmarkt
3.5 Modellprojekte: Männer in KITAS
3.5.1 Erfolge
4 Methodisches Vorgehen
5 Ergebnisse
5.1 Zahlen, Daten, Fakten von Männern in der Pflege
5.1.1 Pflegende Männer
5.1.2 Männer in Fachbereichen
5.1.3 Männliche Azubis
5.1.4 Angehörigenpflege
5.1.5 Männer in Führungspositionen
5.2 Vorteile von Männern in der Pflege
5.2.1 Für die Bewohner
5.2.2 Für das Team
5.3 Probleme & Vorurteile von pflegenden Männern
5.3.1 Strategien der Männer
5.4 Wege von Männern in die Pflege
5.4.1 Zivildienst
5.5 Maßnahmen für mehr pflegende Männer
5.5.1 Modernisierung von Geschlechterstereotypen & Rollenbildern
5.5.1.1 Elternhaus & Erziehung
5.5.1.2 Lehrkräfte und Schulen
5.5.1.3 Zukunftsvision
5.5.2 Bestehende Projekte & Initiativen
5.5.2.1 Soziale Jungs
5.5.2.2 Boy’s Day
5.5.2.3 Klischeefrei
5.5.2.4 Weitere
5.5.3 Politik
5.5.3.1 Verbesserung von Image und Arbeitsbedingungen
5.5.3.2 Kompetenzbezeichnungen
5.5.3.3 Professionalisierung & Akademisierung
5.5.4 Öffentlichkeitsarbeit
5.5.5 Weiteres
5.5.6 Bezug zu den Berufswahltheorien
6 Diskussion & Ausblick
6.1 Pflegeberufegesetz
6.2 Parallelen zum Erzieherberuf & persönliche Anmerkung / Einschätzung
7 Fazit
Diese Arbeit zielt darauf ab, im Rahmen einer Literaturarbeit die wesentlichen Erkenntnisse zum Thema "Männer in der Pflege" zusammenzutragen, um daraus fundierte Strategien und Maßnahmen zur Steigerung des Männeranteils in Pflegeberufen abzuleiten. Sie beleuchtet dabei kritisch die soziokulturellen und theoretischen Hintergründe, die zur aktuellen Geschlechtersegregation führen.
3.2.1 (Frühkindliche) Sozialisation bis zum Ende der Schulzeit
Die frühkindliche Sozialisation findet „ bei Jungen in einer frauendominierenden Alltagswelt statt“ (Bartjes & Hammer, 2006,S.136). Zuhause betreut überwiegend die Mutter das Kind, im weiteren Verlauf trifft es auf Erzieherinnen und auch in der Grundschule arbeiten (noch) überwiegend weibliche Lehrkräfte (ebd.). Den Jungen werden nahezu ausschließlich weibliche Verhaltensweisen vorgelebt, was dazu führt, dass sich ihre Geschlechtsidentität in erster Linie durch Abgrenzung zu diesen entwickelt und daher „wackelig und unsicher“ (Bartjes & Hammer, 2006, S.137) ist. Anders gesagt: Männlichkeit wird für Jungen „zu einem leeren Begriff, der alles Nicht-Weibliche meint“ (Hertling, 2008, S.34).
Für ein ganzheitliches Bild mit Stärken und Schwächen braucht es Männer im ganz normalen Alltag der Jungen. Während sich Mütter aufgrund der ständigen Anwesenheit mit all ihren Stärken und Schwächen präsentieren, sind die Schwächen des (abwesenden) Vaters und seine täglichen Probleme (u.a. auch im Beruf) selten sichtbar. Es entsteht ein „einseitiges Vaterbild, das durch die ‚starken‘ Männerbilder, die auch über die Medien wahrgenommen werden, noch verfestigt wird“ (Becker, Böhnisch, & Fritz, 2011, S.16).
Bereits in den ersten Lebensmonaten wird ein kleiner Junge oftmals von den Eltern und deren geschlechtsspezifischen Erziehungsstil mit den traditionellen Männlichkeitsvorstellungen der Gesellschaft (bzw. den der Eltern) konfrontiert. So „ermahnen Väter ihre Söhne fünfmal häufiger für die Beschäftigung mit vermeintlichen ‚Mädchenspielzeug“ wie z.B. Puppen als ihre Töchter, für die Verwendung von männlich konnotierten Spielzeug“ (Hertling, 2008, S.29). Eine ganzheitliche Entwicklung wird somit schon von klein auf erschwert.
In Extremfällen verzichten Jungen sogar auf ihre eigenen Interessen zugunsten der Liebe zu ihrem Vater und richten ihre Begeisterung nach seinen Interessen (z.B. Fußball) aus (ebd.).
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den aktuellen Pflegenotstand und die politische Dringlichkeit, den Männeranteil in Pflegeberufen zu erhöhen.
2 Ausgangslage und Fragestellung: Dieses Kapitel identifiziert den Mangel an Forschung zu geschlechtergerechter Pflege und definiert die Forschungsfragen der Arbeit.
3 Theoretischer Hintergrund: Hier werden zentrale Konzepte wie Gender Mainstreaming, Sozialisationsprozesse und verschiedene Berufswahltheorien fundiert dargelegt.
4 Methodisches Vorgehen: Dieses Kapitel beschreibt die strukturierte Literaturrecherche und die Vorgehensweise bei der Aufbereitung der gewonnenen Daten.
5 Ergebnisse: Die Ergebnisse präsentieren Statistiken zur männlichen Präsenz in der Pflege, diskutieren Vorteile, Vorurteile und konkrete Strategien zur Männerakquise.
6 Diskussion & Ausblick: Dieses Kapitel reflektiert die Ergebnisse kritisch, zieht Parallelen zum Erzieherberuf und bewertet das neue Pflegeberufegesetz.
7 Fazit: Das Fazit fasst die Notwendigkeit einer geschlechtsunabhängigen Berufswahl zusammen und betont die Herausforderung für die zukünftige Pflegepolitik.
Pflegeberuf, Männer in der Pflege, Gender Mainstreaming, Berufswahl, Geschlechterstereotype, Sozialisation, Fachkräftemangel, Pflegeberufegesetz, Erzieherberuf, Männlichkeit, Rollenbilder, Pflegequalität, Karriereförderung, Vereinbarkeit, Arbeitsbedingungen.
Die Arbeit untersucht die Herausforderungen und Potenziale bei der Steigerung des Männeranteils in Pflegeberufen, wobei der Fokus auf dem Abbau von Geschlechterstereotypen liegt.
Zentral sind die theoretischen Grundlagen zur geschlechtsspezifischen Sozialisation, die Analyse der Berufswahlmotive sowie die Untersuchung aktueller politischer Maßnahmen und Modellprojekte.
Das primäre Ziel ist es, Maßnahmen und Strategien zu identifizieren, die dazu beitragen, den Pflegeberuf für Männer attraktiver zu gestalten und somit den Fachkräftemangel zu lindern.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse unter Verwendung von Fachdatenbanken, wissenschaftlichen Studien und aktuellen statistischen Berichten.
Der Hauptteil analysiert aktuelle Daten, beleuchtet die Rolle des Zivildienstes, diskutiert Vorurteile gegenüber männlichen Pflegenden und stellt Konzepte zur Professionalisierung vor.
Schlüsselbegriffe sind unter anderem Gender Mainstreaming, Geschlechtersegregation, Pflegeberufegesetz, Männlichkeitsbilder und Berufssozialisation.
Projekte wie "Männer in Kitas" zeigen, dass durch öffentliche Aufmerksamkeit, gezielte Mentoring-Programme und eine Imageaufwertung des Berufsfeldes eine sukzessive Steigerung des Männeranteils erreichbar ist.
Traditionelle Männlichkeitsbilder, die oft auf Prestige und technischer Kompetenz basieren, wirken oft hemmend auf die Entscheidung für soziale Berufe, da diese fälschlicherweise als "weiblich" und damit statusniedrig eingestuft werden.
Es führt die bisher getrennten Ausbildungen zusammen, soll durch Akademisierung das Image stärken und neue Karrierewege eröffnen, um den Beruf für alle Geschlechter attraktiver zu machen.
Männer wählen oft gezielt technisch orientierte Fachbereiche (z.B. Intensivstation) oder streben zügig in Führungspositionen, um ihre Rolle im sozialen Gefüge der Pflege neu zu definieren und ihre männliche Identität abzugrenzen.
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