Masterarbeit, 2018
120 Seiten, Note: 2
1. EINLEITUNG
1.1. HOFKULTUR UND HERRSCHERBILD IM KONTEXT
1.2. SAKRALES KÖNIGTUM IM BILDE
1.3. RICHARD II. UND MARIE-ANTOINETTE: ZWEI STIEFKINDER DER GESCHICHTE
2. RICHARD II.: DER HÖCHSTE ANSPRUCH SOLL DES KÖNIGS SEIN!
2.1. RICHARD II.: SCHÖNGEISTIGER MÄRTYRER, ABSOLUTISTISCHER VISIONÄR ODER VERWEICHLICHTER DESPOT?
2.2. EIN BILD ZWINGT IN DIE KNIE: DAS PORTRAIT VON WESTMINSTER ABBEY
2.3. DAS WILTON DIPTYCHON: RÜCKZUGSORT EINES KÖNIGS
2.4. DER KUNSTGESCHICHTLICHE FUßABDRUCK RICHARDS II.
3. MARIE-ANTOINETTE: EINE KÖNIGIN ERKLÄRT SICH ZUR PRIVATPERSON
3.1. SCHWESTERN IM GEISTE: KÖNIGLICHE MUSE UND KÜNSTLERIN
3.2. MARIE-ANTOINETTE EN CHEMISE: EIN SKANDAL!
3.3. SCHADENSBEGRENZUNG: MARIE-ANTOINETTE ET SES ENFANTS
3.4. MARIE-ANTOINETTE IM LICHT VIGÉE-LEBRUNS: DUMMCHEN, IT-GIRL ODER MUTIGE REBELLIN?
4. ZUSAMMENFASSUNG
4.1. DER ZERRSPIEGEL DER GESCHICHTE: WELCHE SICHT IST DIE RECHTE?
4.2. FAZIT: WER WENDET SICH AN WEN, WARUM UND MIT WELCHEN KONSEQUENZEN?
5. BIBLIOGRAPHIE
Diese Arbeit untersucht die bildpolitische Inszenierung der Monarchen Richard II. von England und Marie-Antoinette von Frankreich als Mittel der Machtausübung, Kommunikation und Identitätsstiftung. Sie analysiert, wie diese Herrscher durch gezielte Kunstaufträge versuchten, ihr Amt zu festigen, und inwiefern ihre jeweilige Bildpolitik unbeabsichtigt zu ihrer Entfremdung vom Volk und letztlich ihrem tragischen Schicksal beitrug.
1.1. Hofkultur und Herrscherbild im Kontext
Für die Herausbildung einer Hofkultur im späten Mittelalter war eine Niederlassung in einem administrativ-geführten Zentrum Voraussetzung. An diesem königlichen Hof wurden feierliche Audienzen und Hoftage abgehalten, sowie inszenierte Huldigungen und Belehnungen, welche eine emotionale und de facto Anbindung der Adligen an die königliche Macht etablieren sollten. Das Hofzeremoniell folgte genau festgelegten Spielregeln und enthielt unausgesprochene Botschaften, welche von der Zeremonialgeschichte und der noch relativ jungen Residenzen-Forschung untersucht werden. Bilder, insbesondere Herrschaftsportraits, hatten dabei einen wichtigen Part, der weniger in der akkuraten Wiedergabe des Herrschers lag, als vielmehr in der Präsentation eines Idealbildes voller Zeichen, Symbole und Botschaften, welche von den Zeitgenossen verstanden wurden, die wir hingegen erst entschlüsseln müssen.
Von beiden Monarchen existieren zahlreiche Portraits. Dies mag aus heutiger Sicht als Beweis für deren ausgeprägten Hang zur Selbstdarstellung gedeutet werden, war aber ein wesentlicher Bestandteil des königlichen Amts und unerlässlich für die dynastische Weitergabe und Festigung des herrschaftlichen Anspruchs. Denn der Herrscher verewigt sich nicht nur durch seine Taten, er tut dies auch durch die Kunstwerke, denen er seinen persönlichen Stempel aufdrückt. Als Verlängerung seiner Person und seines Amtes hinterlässt er der Nachwelt diese als persönliches Erbe.
1. EINLEITUNG: Einführung in das Thema des königlichen Portraits als Kommunikationsträger anhand der Monarchen Richard II. und Marie-Antoinette.
1.1. HOFKULTUR UND HERRSCHERBILD IM KONTEXT: Untersuchung der Funktion von Hofkultur und Herrschaftsportraits als Medium für Idealbilder und dynastische Legitimation.
1.2. SAKRALES KÖNIGTUM IM BILDE: Analyse des Konzepts des heiligen Königtums und dessen fundamentale Bedeutung für die Weltordnung.
1.3. RICHARD II. UND MARIE-ANTOINETTE: ZWEI STIEFKINDER DER GESCHICHTE: Betrachtung der Parallelen im Schicksal zweier Monarchen, die gegen Widerstände ihre eigenen Vorstellungen durchzusetzen versuchten.
2. RICHARD II.: DER HÖCHSTE ANSPRUCH SOLL DES KÖNIGS SEIN!: Überblick über die Regentschaft und das Ende Richards II. im Kontext der historischen Überlieferung.
2.1. RICHARD II.: SCHÖNGEISTIGER MÄRTYRER, ABSOLUTISTISCHER VISIONÄR ODER VERWEICHLICHTER DESPOT?: Kritische Auseinandersetzung mit der Charakterisierung und den historischen Mythen um Richard II.
2.2. EIN BILD ZWINGT IN DIE KNIE: DAS PORTRAIT VON WESTMINSTER ABBEY: Analyse der kunstpolitischen Bedeutung des berühmten Westminster-Portraits.
2.3. DAS WILTON DIPTYCHON: RÜCKZUGSORT EINES KÖNIGS: Untersuchung des Wilton Diptychons als sakrales und persönliches Meisterwerk.
2.4. DER KUNSTGESCHICHTLICHE FUßABDRUCK RICHARDS II.: Resümee zur künstlerischen Renaissance und dem innovativen Erbe unter Richard II.
3. MARIE-ANTOINETTE: EINE KÖNIGIN ERKLÄRT SICH ZUR PRIVATPERSON: Darstellung des Weges der Königin von der österreichischen Prinzessin zur problematischen Herrscherin in Frankreich.
3.1. SCHWESTERN IM GEISTE: KÖNIGLICHE MUSE UND KÜNSTLERIN: Untersuchung der Beziehung zwischen Marie-Antoinette und ihrer Portraitistin Elisabeth Vigée-Lebrun.
3.2. MARIE-ANTOINETTE EN CHEMISE: EIN SKANDAL!: Analyse der kontroversen Aufnahme des skandalösen Portrait-Gemäldes.
3.3. SCHADENSBEGRENZUNG: MARIE-ANTOINETTE ET SES ENFANTS: Betrachtung des Familienportraits als Versuch der dynastischen Legitimation.
3.4. MARIE-ANTOINETTE IM LICHT VIGÉE-LEBRUNS: DUMMCHEN, IT-GIRL ODER MUTIGE REBELLIN?: Kritische Reflexion der kunstpolitischen Auswirkung dieser Portrait-Entscheidungen.
4. ZUSAMMENFASSUNG: Zusammenfassende Betrachtung der unterschiedlichen historischen Perspektiven auf beide Herrscher.
4.1. DER ZERRSPIEGEL DER GESCHICHTE: WELCHE SICHT IST DIE RECHTE?: Hinterfragung der Objektivität historischer Urteile durch den Ansatz der Anamorphose.
4.2. FAZIT: WER WENDET SICH AN WEN, WARUM UND MIT WELCHEN KONSEQUENZEN?: Abschlussbetrachtung zur Wirkung und Tragik der Bildpolitik beider Monarchen.
Richard II., Marie-Antoinette, Herrscherbild, Bildpolitik, Sakrales Königtum, Westminster Portrait, Wilton Diptychon, Elisabeth Vigée-Lebrun, Kunstgeschichte, Spätmittelalter, Aufklärung, Repräsentation, Sündenbock, Bildwissenschaft, Machtlegitimation
Die Arbeit analysiert die Bildpolitik von Richard II. und Marie-Antoinette und zeigt auf, wie ihre Herrschaftsportraits sowohl ihre politische Identität als auch ihr geschichtliches Schicksal beeinflussten.
Die Arbeit verknüpft Kunstgeschichte, Politologie und Geschichtswissenschaft, um das Verhältnis von Machtanspruch, künstlerischer Selbstinszenierung und gesellschaftlicher Reaktion zu beleuchten.
Das Ziel ist es, die herkömmliche, oft negativ geprägte historische Sicht auf diese beiden Monarchen zu hinterfragen und durch eine Analyse ihrer Bildwerke ein differenzierteres Bild ihres Selbstverständnisses zu zeichnen.
Es wird ein kunsthistorischer, ikonographischer und bildwissenschaftlicher Ansatz verfolgt, der ergänzt durch historische Quellen das Verhältnis zwischen dem Dargestellten, dem Betrachter und dem zeitgenössischen Kontext untersucht.
Der Hauptteil gliedert sich in zwei große Bereiche: Richard II. mit der Untersuchung seiner Portraits (Westminster Abbey, Wilton Diptychon) und Marie-Antoinette mit der Analyse ihrer Portraits durch Elisabeth Vigée-Lebrun (u.a. "en chemise").
Schlüsselbegriffe sind Bildpolitik, Sakrales Königtum, Herrscherbild, historische Mythenbildung und die Bedeutung von Kunst als Machtinstrument.
Es wird als ein Instrument zur Etablierung seines sakralen Anspruchs und als Ausdruck seiner persönlichen Frömmigkeit und künstlerischen Vision gedeutet, das heute als Meilenstein der englischen Spätgotik gilt.
Die informelle Kleidung der Königin brach mit den strengen Konventionen der Hofetikette und wurde vom Volk als Affront gegen das Ansehen der Krone sowie als Beweis für ihre moralische Unzulänglichkeit gewertet.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

