Fachbuch, 2019
67 Seiten
1 Einleitung
2 Grundlagen und Definitorik
2.1 Der Controllingbegriff und das Aufgabengebiet
2.2 Der traditionelle Ansatz der Erwartungsnutzentheorie und des homo oeconomicus
2.3 Behavioral Controlling
2.4 Der homo heuristicus
3 Verhaltensorientierung als alternativer Controllingansatz
3.1 Ausgewählte Heuristiken und Biases des Controllings
3.2 Prospect Theory
4 Behavioral Controlling in der Unternehmenspraxis
4.1 Kennzahlen
4.2 Investitionsentscheidungen
4.3 Budgetierung
5 Fazit und Ausblick
Das Hauptziel der Arbeit ist es, die Bedeutung und den Einfluss von verhaltenswissenschaftlichen Aspekten auf das Controlling zu analysieren. Dabei wird untersucht, wie kognitive Verzerrungen und menschliches Entscheidungsverhalten – jenseits der Annahme des rein rationalen homo oeconomicus – die Controllingpraxis prägen und welche Konsequenzen dies für eine effektive Unternehmenssteuerung hat.
3.1 Ausgewählte Heuristiken und Biases des Controllings
Eine Heuristik stellt ein Verfahren oder ein Modell dar, welches Menschen unterstützt Antworten auf komplexe und diffizile Fragen zu finden und somit entsprechende Wahrscheinlichkeiten besser voraussagen zu können. Sie bilden damit die Grundlage für den homo heuristicus. Durch die Nutzung von Heuristiken können Komplexitätsreduzierungen vorgenommen und das intuitive Entscheidungsverhalten ausgebaut werden. Darüber hinaus werden bei der Verwendung auch gewisse Teile von Informationen ausgeblendet. Deutlich wird dies unter anderem an dem folgenden Beispiel. Bei diesem wurden Menschen befragt, ob die amerikanische Stadt Detroit oder Milwaukee mehr Einwohner habe. Deutsche Staatsbürger beantworteten die Frage meist korrekter als Amerikaner. Dies ist damit verbunden, dass Deutsche die Stadt Detroit kennen, in vielen Fällen allerdings noch nie von Milwaukee gehört haben. Die deutschen Befragten erkennen eins der beiden Objekte wieder und lassen diesem einen höheren Wert zukommen, als dem Unbekannten. Um die Aufgabe der Beantwortung einer Frage lösen zu können, vereinfachen Individuen die Frage- oder die Aufgabenstellung und ersetzen diese durch eine andere, welche für sie leichter zu lösen ist. In diesem speziellen Fall war den deutschen Befragten Detroit bekannter als Milwaukee und nur daran haben sie sich bei der Beantwortung orientiert. Milwaukee wird dabei als Möglichkeit vollkommen ausgeblendet. Heuristiken stellen somit im Allgemeinen sehr nützliche Instrumente dar, die jedoch falsche Urteile nicht ausschließen: „In general, these heuristics are quite useful, but sometimes they lead to severe and systematic errors.“
1 Einleitung: Die Einleitung stellt die wachsende Bedeutung verhaltenswissenschaftlicher Erkenntnisse für das moderne Controlling heraus und definiert das Ziel, den Einfluss von Heuristiken auf Entscheidungsprozesse zu untersuchen.
2 Grundlagen und Definitorik: Dieses Kapitel erläutert den klassischen Controllingbegriff sowie die Annahme des homo oeconomicus und führt als Gegenmodell den homo heuristicus ein, der menschliche Rationalitätsdefizite berücksichtigt.
3 Verhaltensorientierung als alternativer Controllingansatz: Hier werden zentrale Heuristiken und Biases analysiert und die Prospect Theory als deskriptive Alternative zur Erwartungsnutzentheorie vorgestellt.
4 Behavioral Controlling in der Unternehmenspraxis: Dieses Kapitel transferiert die theoretischen Erkenntnisse in die betriebliche Praxis, wobei Kennzahlen, Investitionsentscheidungen und die Budgetierung auf ihren verhaltenswissenschaftlichen Einfluss geprüft werden.
5 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Relevanz der verhaltenswissenschaftlichen Perspektive für ein modernes, rationalitätsgesichertes Controlling zusammen und gibt einen Ausblick auf notwendige Weiterentwicklungen.
Behavioral Controlling, homo oeconomicus, homo heuristicus, Heuristiken, Biases, Prospect Theory, Entscheidungsverhalten, Rationalität, Kennzahlen, Investitionsentscheidungen, Budgetierung, Verlustaversion, Affektheuristik, Ankerung, Kognitive Verzerrung
Die Arbeit untersucht, wie psychologische Erkenntnisse und menschliches Verhalten das Controlling beeinflussen, um eine realistische Sicht auf Entscheidungsprozesse in Unternehmen zu ermöglichen.
Die zentralen Themen sind der Übergang vom homo oeconomicus zum homo heuristicus, der Einfluss von Heuristiken und Biases auf Entscheidungen sowie die Anwendung dieser Erkenntnisse in der Praxis.
Ziel ist es, das Behavioral Controlling theoretisch und praktisch zu durchleuchten, um Handlungsempfehlungen für ein effizienteres Controlling abzuleiten, das die menschlichen Grenzen der Rationalität einbezieht.
Die Arbeit nutzt eine fundierte Literaturanalyse und bezieht sich auf empirische Studien der Psychologie und Wirtschaftswissenschaften, um die Auswirkungen von verhaltenswissenschaftlichen Ansätzen auf das Controlling zu begründen.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung verhaltensorientierter Controllingansätze und deren Anwendung auf Kennzahlenbildung, Investitionsentscheidungen und Budgetierungsprozesse.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Behavioral Controlling, Prospect Theory, Heuristiken, Biases, rationale Entscheidungsfindung und kognitive Verzerrungen geprägt.
Das Modell unterstellt unbegrenzte Rationalität und vollständige Information, was der Realität menschlichen Handelns widerspricht und zu Effizienzverlusten bei Entscheidungen führen kann.
Aufgrund des Mental Accountings neigen Manager dazu, bereits getätigte, irreversible Ausgaben (Sunk Costs) in Entscheidungen einzubeziehen, um Verluste nicht realisieren zu müssen, was oft zu Fehlentscheidungen führt.
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