Bachelorarbeit, 2018
44 Seiten
1. Einleitung
2. Die Grundzüge der Sportökonomie
2.1 Die Wertschöpfung der Teams
2.2 Gesetzmäßigkeiten innerhalb der Sportindustrie
2.3 Gegenüberstellung der Nachwuchssysteme in Europa und den USA
3. Theoretisches Modell einer Sportliga
3.1 Formalisierung des Modells
3.2 Kernaussagen des Modells
3.3 Schlussfolgerungen der Modellanalyse
4. Methoden zur Messung der UOH
4.1 Exkurs zur Regressionsanalyse
4.1.1 Schätzung mit OLS und Tobit
4.2 Competitive balance und Stadionbesucher
4.2.1 Einflussfaktoren auf die Stadionnachfrage
4.2.2 Bestimmung der UOO
4.3 Competitive balance und Fernsehzuschauer
4.3.1 Einflussfaktoren auf die Fernsehnachfrage
4.3.2 Bestimmung der UOO
4.4 Competitive balance anhand der CBR
5. Bedeutung der CB
5.1 Ergebnisse für Stadionbesucher
5.2 Ergebnisse für Fernsehzuschauer
5.3 Ergebnisse anhand der CBR
6. Institutionen zur Sicherstellung der CB
6.1 Institutionen in den USA
6.1.1 Regulierungen am Beispiel der MLB
6.2 Institutionen in der deutschen Fußball-Bundesliga
7. Fazit/Ausblick
Diese Arbeit untersucht die empirische Relevanz der "Uncertainty of Outcome Hypothesis" (UOH) in der Sportökonomie, mit besonderem Fokus auf den Zusammenhang zwischen der sportlichen Ausgeglichenheit (Competitive Balance) und der Zuschauernachfrage bei Stadionbesuchern und Fernsehzuschauern.
2. Die Grundzüge der Sportökonomie
"The nature of the industry is such that competitors must be of approximately equal size if any are to be successful; this seems to be a unique attribute of professional competitive sports" (Rottenberg 1956, S. 242)
Dieses Zitat von Simon Rottenberg stammt aus seiner Analyse zum Arbeitsmarkt für Baseballspieler im Jahr 1956, welche die Grundlage für den gesamten Forschungsbereich der Sportökonomik legte. Obwohl der Titel einen anderen Fokus erahnen lässt, antizipiert dieser Artikel viele ökonomische Ideen und Konzepte des professionellen Sports, welche seither in der Sportökonomie immer weiter erforscht und entwickelt werden. Zunächst soll in dieser Arbeit jedoch die Theorie der Sportökonomie betrachtet werdet, dazu gibt dieses Kapitel einen Überblick über die Literatur, die für dieses Forschungsfeld grundlegend war.
Professioneller Sport ist ein Industriesektor, innerhalb dessen die Vereine, Clubs, Teams und Individualsportler, die in diesem Sektor agieren, die Firmen darstellen (vgl. Rottenberg 2000, S. 11). Die Marktteilnehmer sind nicht unbedingt ausschließlich an der Maximierung ihrer Profite interessiert, sondern versuchen vor allem, ihren sportlichen Erfolg zu maximieren. Ihre Motivation bestehe also nicht nur aus finanziellen Anreizen, sondern auch aus nicht-monetären Zielen. Professioneller Sport unterscheidet sich von nicht-professionellem Sport dadurch, dass die Sportler für ihre Dienstleistungen bezahlt werden und die Sportart hauptberuflich betreiben. Der Output, den dieser Industriesektor produziert, ist eine Form der Unterhaltung, für die von anderen Industriezweigen imperfekte Substitute produziert werden.
1. Einleitung: Einführung in die Problematik des sportlichen Wettbewerbs und die Relevanz der UOH für die Zuschauernachfrage.
2. Die Grundzüge der Sportökonomie: Darstellung der theoretischen Grundlagen der Sportindustrie, einschließlich der Motivation von Teams und des Einflusses von Talent und Wettbewerb.
3. Theoretisches Modell einer Sportliga: Formalisierung des Liga-Modells nach El-Hodiri und Quirk zur Untersuchung der Auswirkungen von Regulierungen auf die Spielstärke.
4. Methoden zur Messung der UOH: Erläuterung der empirischen Methoden, insbesondere Regressionsanalysen und Messgrößen wie THEIL und CBR, zur Quantifizierung der UOH.
5. Bedeutung der CB: Auswertung der empirischen Ergebnisse bezüglich der Auswirkungen von Competitive Balance auf Stadion- und Fernsehzuschauer.
6. Institutionen zur Sicherstellung der CB: Vergleich der institutionellen Mechanismen zur Wettbewerbsregulierung in der US-amerikanischen MLB und der deutschen Fußball-Bundesliga.
7. Fazit/Ausblick: Zusammenfassende Bewertung der UOH-Relevanz und Ausblick auf zukünftige Forschungsfelder in der Sportökonomie.
Sportökonomie, Competitive Balance, Uncertainty of Outcome Hypothesis, UOH, Stadionnachfrage, Fernsehzuschauer, Regressionsanalyse, MLB, Fußball-Bundesliga, Zentralvermarktung, Spielstärke, Wettbewerb, Kartellbildung, Reputation, THEIL-Index.
Die Arbeit analysiert die ökonomische Bedeutung der sportlichen Ausgeglichenheit (Competitive Balance) und deren Einfluss auf die Nachfrage von Sportkonsumenten.
Die zentralen Felder sind die Theorie der Sportökonomie, verschiedene methodische Ansätze zur Messung von Competitive Balance und der Vergleich institutioneller Regulierungsmechanismen zwischen den USA und Europa.
Ziel ist es zu untersuchen, welche Rolle die "Uncertainty of Outcome Hypothesis" (UOH) für die Nachfrage nach Sportereignissen spielt und ob ein signifikanter Zusammenhang zwischen Wettbewerbsausgeglichenheit und Zuschauerzahlen besteht.
Die Arbeit basiert auf einem Literaturüberblick sowie der Auswertung empirischer Studien, die vorwiegend Regressionsanalysen (OLS, Tobit, Quantilsregression) nutzen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Formalisierung, die Vorstellung empirischer Messmethoden (THEIL, CBR), die Präsentation von Studienergebnissen zu Stadion- und TV-Nachfrage sowie eine Analyse institutioneller Regeln wie Draft-Systeme oder Zentralvermarktung.
Hauptmerkmale sind Competitive Balance, UOH, Sportökonomie, Regressionsanalyse, Zentralvermarktung und der Vergleich zwischen US-Sportligen und dem europäischen Fußball.
Die Arbeit stellt fest, dass durch die wachsende Bedeutung der weltweiten Fernsehvermarktung die Einnahmen durch Stadionbesucher an relativer Bedeutung für Ligen und Vereine abgenommen haben.
Während die MLB auf ein geschlossenes Ligasystem mit Drafts und Gehaltsobergrenzen setzt, agiert die Bundesliga als offene Liga mit Auf- und Abstieg, aber ohne Gehaltsdeckelung, wobei hier der sportliche Wettbewerb durch unterschiedliche Positionierungsanreize spannend gehalten wird.
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