Magisterarbeit, 2004
86 Seiten, Note: 2,7
1. Einleitung
2. Gesellschaftlicher Kontext: Die soziale Institution Friedhof im Wandel
3. Theoretischer Teil
3.1 Der Rollenbegriff
3.1.1 Ralf Dahrendorfs Aufsatz „Homo Sociologicus“
3.1.2 Ergänzungen des Rollenbegriffs
3.2 Beruf und Berufsrolle
3.2.1 Der Beruf
3.2.2 Die Berufsrolle
3.3 Vorder- und Hinterbühne
4. Analyse der vorliegenden Interviews
4.1 Informationen zu den untersuchten Friedhöfen und ihren Bediensteten
4.1.1 Friedhof A
4.1.2 Friedhof B
4.1.3 Friedhof C
4.1.4 Friedhof D
4.2. Strukturaspekt
4.2.1 Aufgabenverteilung bei Friedhof A
4.2.2 Aufgabenverteilung bei Friedhof B
4.2.3 Aufgabenverteilung bei Friedhof C
4.2.4 Aufgabenverteilung bei Friedhof D
4.2.5 Aufgabenstrukturierung auf dem Friedhof
4.3 Funktionsaspekt
4.3.1 Die Berufsrolle der Friedhofsbediensteten in der Verwaltung
4.3.2 Die Berufsrolle der Friedhofsbediensteten vor Ort
4.3.3 Vergleich der untersuchten Berufsrollen
5. Schlussbetrachtung
Diese Arbeit zielt darauf ab, die Berufsrollen von Friedhofsbediensteten, die in der Verwaltung tätig sind, mit jenen zu vergleichen, die direkt vor Ort auf dem Friedhof arbeiten. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, wie sich die unterschiedlichen Tätigkeitsebenen auf die Berufsrollen, das Rollenverständnis und die Interaktion mit Bezugsgruppen wie Besuchern auswirken.
3.3 Vorder- und Hinterbühne
Die Begriffe Vorderbühne und Hinterbühne sind bei der Analyse der vorliegenden Interviews vor allem in Bezug auf den Berufsrollenvergleich sinnvoll. In seinem Werk „Wir alle spielen Theater. Die Selbstdarstellung im Alltag“ beschreibt Erving Goffmann die Selbstdarstellung des Einzelnen im Alltag und benutzt zu diesem Zwecke die oben genannte Analogie Gesellschaft = Theater.
„Die Gesichtspunkte, die in diesem Bericht angewandt wurden, sind die einer Theatervorstellung, das heißt, sie sind von der Dramaturgie abgeleitet. Ich werde darauf eingehen, wie in normalen Arbeitssituationen der Einzelne sich selbst und seine Tätigkeit anderen darstellt, mit welchen Mitteln er den Eindruck, den er auf jene macht, kontrolliert und lenkt, welche Dinge er tun oder nicht tun darf, wenn er sich in seiner Selbstdarstellung vor ihnen behaupten will.“ (Goffman 2001, S. 3).
1. Einleitung: Einführung in den Friedhof als soziale Institution und Darstellung der methodischen Grundlage durch qualitative Interviews.
2. Gesellschaftlicher Kontext: Die soziale Institution Friedhof im Wandel: Analyse des sich wandelnden Todesverständnisses und der daraus resultierenden Folgen für die Bestattungskultur.
3. Theoretischer Teil: Herleitung der soziologischen Analysewerkzeuge basierend auf dem Rollenbegriff von Dahrendorf und den Konzepten von Goffman.
4. Analyse der vorliegenden Interviews: Empirische Untersuchung der Arbeitsfelder, Aufgabenstrukturen und Berufsrollen der Friedhofsbediensteten.
5. Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Einordnung der Ergebnisse und Reflexion über die zukünftige Bedeutung der Institution Friedhof.
Friedhof, Soziale Institution, Berufsrolle, Rollenbegriff, Verwaltung, Vorderbühne, Hinterbühne, Bestattungskultur, Anonymbestattung, Sozialisierung, Interaktionsanalyse, Arbeitsfeld, Qualitative Interviews, Todesverdrängung, Berufssoziologie.
Die Arbeit untersucht die verschiedenen Berufsrollen von Personal im Friedhofswesen und deren soziologische Dimensionen.
Die Schwerpunkte liegen auf der Organisation des Friedhofswesens, der sozialen Interaktion der Beschäftigten und dem Einfluss gesellschaftlicher Veränderungen auf den Friedhof.
Ziel ist der Vergleich der Berufsrollen zwischen Verwaltungsmitarbeitern und Friedhofspersonal vor Ort, um Gemeinsamkeiten und Differenzen im Rollenhandeln aufzuzeigen.
Die Arbeit nutzt qualitative Interviews, die in einer vorangegangenen Studie erhoben wurden, und analysiert diese soziologisch.
Der Hauptteil analysiert die Aufgabenstrukturen, das Wirken der Bediensteten in verschiedenen sozialen Regionen und die Belastung durch Erwartungshaltungen.
Berufsrolle, soziale Institution Friedhof, Interaktion, administrative vs. operative Aufgaben, Anonymbestattung.
Die Verwaltung agiert im Hintergrund, reglementiert das Feld und plant, während das Friedhofspersonal die praktische Ausführung übernimmt und direkt mit Besuchern interagiert.
Der Friedhof bleibt eine wichtige Institution der Trauerarbeit, erfordert jedoch eine hohe Sozialkompetenz der Beschäftigten in einem schwierigen gesellschaftlichen Umfeld.
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