Magisterarbeit, 2004
143 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
I Theoretischer Teil
2 Migranten und Medienberichterstattung
2.1 Migranten im Fokus der Berichterstattung von Presse und TV
2.1.1 Zur Problematik des Ausländerbegriffs
2.1.2 Ausgewählte Studien
2.2 Merkmale der tagesaktuellen Migrantenberichterstattung
2.2.1 Themen und Kontexte
2.2.2 Sprachliche Präsentation
2.3 Zwischenbilanz
3 Ansätze der Nachrichtenforschung
3.1 Nachrichtenwerttheorie und Migrantenberichterstattung
3.1.1 Nachrichtenwerttheorie – ein kurzer Überblick
3.1.2 Nachrichtenfaktoren in der Migrantenberichterstattung
3.2 Konzept der Nachrichten-Frames
3.2.1 Journalistische Nachrichten-Frames
3.2.2 Nachrichten-Frames und Migrantenberichterstattung
4 Fernsehnachrichten im deutschen Rundfunksystem
4.1 Duales Rundfunksystem und Konvergenzhypothese
4.2 Konvergenz der Nachrichtensendungen
4.3 Zwischenbilanz
II Empirischer Teil
5 Methodisches Vorgehen
5.1 Forschungsfragen und Hypothesen
5.2 Stichprobe
5.3 Operationalisierung und Untersuchungsmethode
5.4 Codierbuch
5.5 Datenauswertung
6 Ergebnisse
6.1 Formales
6.2 Themen und Themenstruktur
6.2.1 Ereignishintergrund der berichteten Meldungen
6.2.2 Themenstruktur
6.3 Nachrichtenfaktoren
6.4 Framing
6.5 Wortwahl und sprachliche Gestaltung
6.6 Spezielles Thema: Terrorismus
7 Diskussion
Die Magisterarbeit untersucht, wie im Jahr 2003 in den Hauptnachrichtensendungen der vier reichweitenstärksten deutschen Fernsehsender über Migranten berichtet wurde. Das primäre Forschungsziel ist die Analyse von Selektions- und Präsentationsstrukturen, um Erkenntnisse darüber zu gewinnen, ob senderspezifische Unterschiede bei der Thematisierung und Darstellung von Migranten bestehen.
3.1 Nachrichtenwerttheorie und Migrantenberichterstattung
Ausgangspunkt dieser Theorie ist die Annahme, dass der Journalist aus einer Fülle von Ereignissen jene selektieren muss, die ihm am bedeutendsten und wichtigsten erscheinen. Bei der Erstellung von Nachrichten spielen sowohl Rezeptionssituationen als auch Selektionsentscheidungen eine Rolle, die, so die Annahme, von bestimmten Kriterien oder Ereignismerkmalen geleitet werden.
Erste Ideen oder Formulierungen hinsichtlich einer Nachrichtenselektion nach konventionellen Mustern anstatt objektiver Regeln stammen von Walter Lippmann (1922), der in seiner Arbeit „Public Opinion“ die Frage aufwirft, welche Kriterien Ereignisse erfüllen sollten, um zu einer Nachricht zu werden (vgl. Staab 1990: 41). Die Publikationswürdigkeit eines Ereignisses bezeichnet Lippmann als „news value“, „Nachrichtenwert“, der sich aus der Kombination bestimmter Einzelaspekte ergibt. Diese werden - allerdings erst 40 Jahre später – durch Östgaard (1965) und differenzierter durch Galtung und Ruge (1965) als so genannte Nachrichtenfaktoren beschrieben. Deren Liste zu Nachrichtenwerten umfasst insgesamt zwölf Kriterien. Zu nennen sind an dieser Stelle bspw. Nachrichtenfaktoren wie Bedeutsamkeit, Überraschung oder Negativität. Dabei ist ein Ereignis z.B. überraschend, wenn es den Erwartungen vollkommen widerspricht bzw. nicht vorhersehbar ist; als negativ gilt ein Ereignis nach Galtung/Ruge, je mehr es auf Konflikt, Kontroverse, Aggression, Zerstörung oder gar Tod bezogen ist (vgl. Schulz 1999: 331; Galtung/Ruge 1965: 69).
1 Einleitung: Die Einleitung umreißt die gesellschaftliche Relevanz der Migrantenberichterstattung und definiert das Forschungsinteresse für das Jahr 2003.
2 Migranten und Medienberichterstattung: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über den aktuellen Forschungsstand zur Medienberichterstattung über Migranten und definiert die zentralen Begriffe der Arbeit.
3 Ansätze der Nachrichtenforschung: Das Kapitel führt in die theoretischen Konzepte der Nachrichtenwerttheorie und des Nachrichten-Framings ein, um Selektions- und Präsentationsmechanismen zu erklären.
4 Fernsehnachrichten im deutschen Rundfunksystem: Hier werden die Besonderheiten des dualen Rundfunksystems beleuchtet und Hypothesen zur Konvergenz der Sendertypen abgeleitet.
5 Methodisches Vorgehen: Das Kapitel erläutert die inhaltsanalytische Vorgehensweise, die Stichprobenauswahl der untersuchten Nachrichtensendungen und die Entwicklung des Codierbuchs.
6 Ergebnisse: In diesem Kapitel werden die empirischen Befunde der Inhaltsanalyse detailliert dargestellt, unterteilt in formale Aspekte, Nachrichtenfaktoren, Framing und sprachliche Gestaltung.
7 Diskussion: Die Diskussion fasst die wichtigsten Ergebnisse zusammen, gleicht sie mit früheren Studien ab und reflektiert die Unterschiede zwischen den Rundfunktypen.
Migrantenberichterstattung, Fernsehnachrichten, Inhaltsanalyse, Nachrichtenwerttheorie, Nachrichten-Framing, öffentlich-rechtlicher Rundfunk, privat-kommerzieller Rundfunk, Kriminalitätsberichterstattung, Terrorismus, Integration, Medienwirkung, visuelle Darstellung, Stereotypen, journalistische Selektion.
Die Arbeit analysiert die Migrantenberichterstattung in den deutschen Fernsehnachrichten des Jahres 2003, um zu verstehen, wie Migranten in den Medien präsentiert werden.
Im Zentrum stehen die Themen Kriminalität, Terrorismus, Zuwanderungsdebatten, Integration sowie die allgemeine Darstellung von Minderheiten in Nachrichtenformaten.
Die Forschungsfrage ist, wie über Migranten berichtet wird, innerhalb welcher Kontexte dies geschieht und ob sich signifikante Unterschiede zwischen öffentlich-rechtlichen und privaten Sendern feststellen lassen.
Es wird eine quantitative und qualitative Inhaltsanalyse durchgeführt, ergänzt durch explorative Ansätze zur visuellen Darstellung und Clusteranalysen bei Terrorismus-Beiträgen.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil zur Nachrichtenforschung und einen empirischen Teil, in dem die Ergebnisse der systematischen Analyse präsentiert werden.
Zu den Schlüsselbegriffen gehören Nachrichtenwerttheorie, Framing, Migranten, Kriminalitätsberichterstattung und die Unterscheidung von Hard und Soft News.
Die Analyse zeigt, dass öffentlich-rechtliche Sender häufiger gesellschaftspolitisch relevante "Hard News" berichten, während private Sender tendenziell häufiger "Soft News" sowie eine emotionalere und bildstärkere Präsentation wählen.
Die visuelle Darstellung ist zentral: Häufig werden stereotypisierende Bilder verwendet, um Migranten mit Themen wie Terrorismus oder Kriminalität zu verknüpfen, was besonders bei privaten Sendern beobachtet wurde.
Ja, die Arbeit identifiziert eine Verschiebung: Während Migranten früher häufiger als Opfer fremdenfeindlicher Gewalt thematisiert wurden, dominiert im Jahr 2003 die Darstellung als (potenzielle) Täter im Kontext von Terrorismus und Kriminalität.
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