Diplomarbeit, 2004
86 Seiten, Note: 2,3
1 EINLEITUNG
2 INFLATIONSINDEXIERTE ANLEIHEN
2.1 CHARAKTERISTIK UND AUSGESTALTUNG
2.2 DAS KANADISCHE MODELL
2.3 DURATION, KONVEXITÄT UND BREAKEVEN-INFLATIONSRATE
2.3.1 Duration
2.3.2 Breakeven-Inflationsrate
2.3.3 Konvexität
2.4 DER MARKT FÜR INFLATIONSINDEXIERTE ANLEIHEN INNERHALB DER EUROPÄISCHEN WÄHRUNGSUNION
2.4.1 Öffentliche Emittenten der Eurozone
2.4.2 Inflationsgebundene Derivate
3 UNTERSUCHUNG
3.1 THEORETISCHE GRUNDLAGEN
3.1.1 Regressionsanalyse
3.1.2 Modell von BARR und CAMBPELL
3.1.3 Modell von KOTHARI und SHANKEN
3.2 DATENGRUNDLAGE
3.3 HERGANG DER UNTERSUCHUNG
3.4 DESKRIPTIVE STATISTIK
3.4.1 Inflations- und Zinssätze
3.4.2 Renditen von inflationsindexierten und konventionellen Anleihen
3.4.3 Französische inflationsindexierte Kuponanleihen und hypothetische inflationsindexierte Nullkuponanleihen
4 INFLATIONSINDEXIERTE ANLEIHEN IN EINEM PORTFOLIOUMFELD
4.1 KORRELATION
4.2 RISIKOREDUKTION
4.3 RENDITEERWARTUNG
4.4 PERFORMANCEANALYSE
4.5 DIVERSIFIKATION
5 ZUSAMMENFASSUNG
Die vorliegende Arbeit untersucht die Eigenschaften inflationsindexierter Anleihen und deren Eignung als Anlageklasse in Deutschland. Das primäre Ziel ist die Entwicklung eines hypothetischen Index für inflationsgeschützte Anleihen nach dem Modell von Kothari und Shanken, um zu analysieren, ob die Integration dieser Papiere die Risiko-Rendite-Struktur eines Portfolios unter Einbeziehung von Aktien nachhaltig verbessern kann.
2.1 Charakteristik und Ausgestaltung
Inflationsindexierte Anleihen gehören zur Gruppe der Index-Anleihen. Unter Index-Anleihen werden Anleihen verstanden, deren Verzinsung an einen Index geknüpft ist. Inflationsgebundene Anleihen setzen sich zusammen aus Nennwert, Kupon und Inflationszuwachs. Die Anleihen sind mit einem festen realen Zinssatz ausgestattet. Bei der Gestaltung der Struktur wird fast ausschließlich das so genannte „kanadische Modell“ einer kapitalindexierten Anleihe verwendet. Der Nennwert wird mittels des Verbraucherpreisindex kontinuierlich an die Entwicklung der Inflationsentwicklung angepasst. Zusätzlich beinhalten inflationsgebundene Anleihen meist einen Deflationsschutz, eine Untergrenze für den Nennwert. Dieser so genannte Pari-Boden ähnelt einer Option.
Die Bewertung der Einzelbestandteile inflationsindexierter Anleihen kann zum einen durch die Barwertmethode für die Nullkuponanleihebewertung geschehen und zum anderen mit Hilfe der Black-Scholes-Formel für Optionspreise.
Bei inflationsindexierten Anleihen ist, im Gegensatz zu konventionellen Anleihen, der reale Wert von Nennwert und Kupon bekannt, der nominale Wert ist abhängig von der zukünftigen unsicheren Entwicklung des Verbraucherpreisindexes. Die Indexierung an den Verbraucherpreisindex (VPI) erfolgt mit einer Verzögerung von drei Monaten, dies gründet in der Ermittlungsdauer des Index. Die Indexverzögerung bewirkt, dass ILB’s kurz vor Fälligkeit der Inflation ausgesetzt sind. Hierdurch sind inflationsindexierte Anleihen dem Risiko ausgesetzt, dass es bei verzerrten Markterwartungen zu einer Abweichung von Erwartungswert und inflationsindexiertem Wert kommt. Allerdings bieten inflationsgebundene Anleihen im Vergleich zu Geldmarkt, Aktien, Immobilien oder Rohstoffen eine effizientere Absicherung gegen Inflationsrisiken.
Die Entwicklung des Marktes für inflationsgebundene Anleihen ist gekennzeichnet durch einen Mangel an Liquidität, welches zu einer Liquiditätsprämie führt.
1 EINLEITUNG: Einführung in die historische Entwicklung und die grundlegende Funktionsweise inflationsgeschützter Anleihen sowie Zielsetzung der Arbeit.
2 INFLATIONSINDEXIERTE ANLEIHEN: Detaillierte Erläuterung der Charakteristika, des kanadischen Modells der Indexierung und der Besonderheiten des europäischen Marktes für diese Wertpapiere.
3 UNTERSUCHUNG: Methodische Erläuterung der ökonometrischen Modelle zur Inflationsprognose und Schätzung der Renditen für die Datenbasis der Arbeit.
4 INFLATIONSINDEXIERTE ANLEIHEN IN EINEM PORTFOLIOUMFELD: Analyse der Korrelationsvorteile und des Beitrags dieser Anleihen zur Portfoliooptimierung und Risikoreduktion.
5 ZUSAMMENFASSUNG: Fazit der Ergebnisse hinsichtlich der Eignung von inflationsgeschützten Anleihen zur Verbesserung der Rendite-Risiko-Struktur.
Inflationsindexierte Anleihen, Inflation-Linked Bonds, Portfoliomanagement, Realverzinsung, Diversifikation, Breakeven-Inflationsrate, Konsumentenpreisindex, Konvexität, Duration, Risikoreduktion, Aktien-Anleihe-Portfolio, Fisher-Hypothese, Kapitalmarkt, Anleihebewertung, Eurozone.
Die Diplomarbeit untersucht das Potenzial von inflationsindexierten Anleihen als Anlageklasse und deren Beitrag zur Optimierung eines Portfolios, insbesondere unter dem Gesichtspunkt des Inflationsschutzes.
Zu den Schwerpunkten gehören die technische Ausgestaltung nach dem kanadischen Modell, der Markt für solche Papiere in der Eurozone sowie die statistische Analyse von Renditen und Korrelationen.
Die Arbeit analysiert, ob die Einführung eines hypothetischen deutschen Index für inflationsgeschützte Anleihen nach dem Kothari/Shanken-Modell die Rendite-Risiko-Struktur von Portfolios verbessern kann.
Es wird eine ökonometrische Regressionsanalyse verwendet, um erwartete Inflationsraten und reale Renditen auf Basis historischer Daten und Zinsstrukturkurven zu schätzen.
Der Hauptteil umfasst die theoretischen Grundlagen der Modellierung, die Datengrundlage, deskriptive Statistiken sowie die konkrete Analyse der Performance und Diversifikationseffekte im Portfolioumfeld.
Zentrale Begriffe sind Inflation-Linked Bonds, Realzins, Portfoliooptimierung, Korrelationsanalyse, Sharpe-Ratio und das kanadische Indexierungsmodell.
Die Verzögerung von drei Monaten bedeutet, dass die Anleihen in den letzten drei Monaten ihrer Laufzeit nicht vollständig vor der aktuellen Inflationsentwicklung geschützt sind.
Aufgrund der geringen Marktliquidität bei inflationsgebundenen Anleihen fordern Investoren eine Liquiditätsprämie, was sich in der Differenz zwischen Geld- und Briefkursen niederschlägt.
Sie ermöglichen durch eine geringere Korrelation mit Aktien eine signifikante Verbesserung des effizienten Randes, was bei einer taktischen Portfoliostrukturierung zur Risikoreduktion führt.
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