Fachbuch, 2019
135 Seiten
1 Übersicht
2 Einleitung
3 Problemlage
3.1 Allgemeine Schwierigkeiten im Bereich abhängiger Mütter
3.2 Forschungsstand und Statistiken
3.3 Die Situation der Mütter
3.4 Die Situation der Kinder
4 Interventionsmaßnahmen und -ansätze für abhängige Mütter
4.1 Allgemeine Ziele
4.2 Überblick genereller Angebote
4.3 Geschlechtsspezifische Angebote für Frauen/Mütter
4.4 Elterncoaching
4.5 Präventive Maßnahmen
4.6 Integration von Kindern in Interventionsmaßnahmen
4.7 Fallbeispiele und Erfahrungen von abhängigen Müttern
5 Anforderungen
5.1 Anforderungen an die Profession Soziale Arbeit
5.2 Anforderungen für die Zukunft der Suchthilfe
6 Zwischenfazit und Überleitung zum empirischen Teil
7 Vorgehen der Untersuchung
7.1 Untersuchungsfrage und Klassifikation des Datenerhebungsverfahrens
7.2 Die Erstellung eines Interviewleitfadens zur Erfassung der professionellen Probleme
7.3 Auswahl der Interviewpartner/-in
7.4 Aufbereitungsverfahren
7.5 Auswertungsverfahren
8 Ergebnisse und Auswertung der Interviews
8.2 Situation der Kinder
8.3 Interventionsmaßnahmen
8.4 Profession
9 Diskussion
10 Fazit
Die Bachelorarbeit untersucht die Anforderungen an die sozialpädagogische Arbeit mit drogenabhängigen oder substituierten Müttern. Ziel ist es, zentrale Probleme bei der Erziehung aufzuzeigen sowie hilfreiche Interventionsmaßnahmen zu identifizieren, um diese Klientel effektiver in ihrer Erziehungskompetenz zu unterstützen.
3.1 Allgemeine Schwierigkeiten im Bereich abhängiger Mütter
Nach Girrulat (2014) haben Menschen mit einer Abhängigkeit häufig selbst eine Erziehung erlebt, die von der Sucht ihrer Eltern bestimmt war. Traumatisierende Erfahrungen prägen ihr eigenes Leben und ihre Rolle als Elternteil. Das wiederum wirkt sich dann auf die eigenen Kinder aus und erschwert es den Müttern, eine problemlose, angemessene Erziehung und Bindung zu geben (ebd.). Hinzu kommt, dass ein Leben in der Sucht mit Armut verbunden sein kann und Frauen mit sich daraus ergebenden Problemen und Krisen konfrontiert werden (Vogt, 1996). Der Zugang zum Gesundheitssystem und zu Unterstützungsangeboten des Staates sind oft erschwert. Einerseits scheint es, dass es die Gesellschaft den Frauen leicht macht, an Drogen und in Abhängigkeit zu geraten, sie es ihnen aber erschwert, sich aus dieser Situation wieder zu befreien und Hilfe für sich und ihre Kinder zu bekommen (ebd.).
Ebenfalls haben von den Müttern erlebte Vernachlässigungen oder Misshandlungen Einfluss darauf, wie sie selbst erziehen. Grund hierfür ist die ungenügende Vorbereitung auf Elternschaft, Entwicklungsaufgaben und das damit verbundene Lernen von Erziehungskompetenzen (Textor, 1991).
Soer & Stratenwerth (1991) meinen, dass die allgemein akzeptierende Suchthilfe und Drogenarbeit häufig überfragt ist, wenn es um Themen abhängiger Eltern mit Kindern geht. Früher herrschte durchaus die Meinung vor, dass Drogenabhängigkeit und Elternschaft nicht zusammenpassen. Auch heute ist es noch eine gängige Handlungsweise, dass Kinder zum eigenen Schutz den Eltern entzogen werden. Es wird dabei unterstellt, dass Eltern ihr Schicksal selbst in der Hand haben und somit in der Lage sind, sich selbst zu helfen. Kinder hingegen sind schutzbedürftig und haben keine eigenständigen Handlungsmöglichkeiten. Wenn Eltern es nicht schaffen, das Kind angemessen großzuziehen, bleibt keine andere Alternative, als es aus der Familie zu entfernen (ebd.).
1 Übersicht: Die Arbeit gibt einen Einblick in die Arbeit mit drogenabhängigen Müttern und fokussiert dabei die Herausforderungen bei der Vermittlung von Erziehungskompetenzen.
2 Einleitung: Es wird thematisiert, dass abhängige Frauen oft an Erziehungsaufgaben scheitern, da sie aufgrund ihrer Suchtbelastung und sozioökonomischen Lage Schwierigkeiten haben, ein positives Vorbild für ihre Kinder zu sein.
3 Problemlage: Dieses Kapitel erläutert die vielfältigen Belastungen drogenabhängiger Mütter, wie Armut und Traumata, sowie die daraus resultierenden negativen Auswirkungen auf die kindliche Entwicklung.
4 Interventionsmaßnahmen und -ansätze für abhängige Mütter: Hier werden verschiedene Hilfsangebote, wie das Elterncoaching oder geschlechtsspezifische Gruppen, sowie Ansätze zur Integration von Kindern in die Therapie diskutiert.
5 Anforderungen: Der Fokus liegt auf den fachlichen Kompetenzen, die Mitarbeiter der Sozialen Arbeit benötigen, um diese Klientel respektvoll und effektiv zu begleiten.
6 Zwischenfazit und Überleitung zum empirischen Teil: Eine Zusammenfassung der theoretischen Erkenntnisse bildet die Basis für die im nächsten Teil folgende empirische Untersuchung mittels Experteninterviews.
7 Vorgehen der Untersuchung: Dieses Kapitel beschreibt die methodische Vorgehensweise, inklusive der Auswahl der Experten und der qualitativen Inhaltsanalyse.
8 Ergebnisse und Auswertung der Interviews: Hier werden die in den Interviews gewonnenen Erkenntnisse zu den Problemen der Mütter, der Situation der Kinder und den professionellen Herausforderungen analysiert.
9 Diskussion: Die Ergebnisse werden vor dem Hintergrund der theoretischen Literatur interpretiert und die Wirksamkeit der untersuchten Interventionen kritisch beleuchtet.
10 Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Notwendigkeit einer verbesserten Kooperation und individueller Unterstützungsangebote für abhängige Mütter.
Soziale Arbeit, drogenabhängige Mütter, Suchthilfe, Erziehungskompetenz, Kindeswohl, Elterncoaching, Prävention, Bindung, Suchtfamilien, Beratung, Suchterkrankung, Substitution, Interventionsmaßnahmen, Experteninterview, Netzwerkarbeit.
Die Arbeit untersucht die Herausforderungen der Sozialen Arbeit mit drogenabhängigen oder substituierten Müttern, insbesondere im Kontext der Vermittlung von Erziehungsthemen.
Zentrale Themen sind die Lebenssituation drogenabhängiger Mütter, die psychische und soziale Belastung ihrer Kinder, bestehende Interventionsansätze und die Anforderungen an professionelle Fachkräfte.
Ziel ist es, Anforderungen an die sozialpädagogische Arbeit mit dieser Klientel zu definieren und Ansätze zu finden, wie Mütter bei ihren Erziehungsaufgaben besser unterstützt werden können.
Es wurde eine qualitative Forschungsweise gewählt, bei der leitfadengestützte Experteninterviews mit vier erfahrenen Fachkräften aus der Suchthilfe geführt und nach Philipp Mayring inhaltsanalytisch ausgewertet wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung der Problemlagen sowie in die Analyse empirischer Daten, die unter anderem die Sichtweise der Experten auf Mütter, Kinder und die eigene Rolle in der Suchthilfe beleuchten.
Wichtige Begriffe sind Suchthilfe, Erziehungskompetenz, Kindeswohl, Elterncoaching und professionelle Haltung.
Das Jugendamt wird häufig als Kontrollinstanz wahrgenommen, die von Müttern Angst auslöst; Experten betonen jedoch, dass eine engere und transparentere Kooperation zwischen Jugendhilfe und Suchthilfe notwendig ist.
Da viele abhängige Frauen traumatische Erfahrungen mit Männern gemacht haben, bieten geschlechtsspezifische Räume einen sichereren Rahmen für die Beziehungsarbeit und die Auseinandersetzung mit Erziehungsthemen.
Es gibt keine "perfekte" Methode; Erfolg hängt stark von einer tragfähigen Vertrauensbasis und einer individuellen, kleinschrittigen Unterstützung ab, die die Lebenswirklichkeit der Familien berücksichtigt.
Fachkräfte nutzen Supervision, kollegiale Beratung und die strikte Einhaltung von Dokumentations- sowie Reflexionsroutinen, um die hohe psychische Belastung des Berufs zu bewältigen.
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