Diplomarbeit, 2005
102 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Depression im späten Alter – Einführung in die Thematik
2.1 Definitionskriterien nach ICD-10
2.1.1 Unipolare Verläufe
2.1.1.1 Unipolare Manien und manische Episode
2.1.1.2 Depressive Episode
2.1.1.3 Dysthymie
2.1.2 Bipolare Verläufe
2.1.2.1 Zyklothymien
2.1.3 Nicht näher bezeichnete affektive Störungen
2.2 Epidemiologische Betrachtung
2.3 Ätiologie der Depression im späteren Alter
2.3.1 Physiologischer Ursachenkomplex
2.3.1.1 Genetik
2.3.1.2 Neurobiologische Dynamik und Mechanismen
2.3.1.3 Altersspezifische Erkrankungen und Komorbidität
2.3.2 Psychologischer Ursachenkomplex
2.3.2.1 Biographie
2.3.2.2 Psychosoziale Faktoren und sozial-ökonomischer Ursachenkomplex
2.3.3 Persönlichkeitsmerkmale und Selbstbild
2.3.4 Zusammenspiel der vorgestellten ätiologischen Bereiche
2.4 Nähere Betrachtung der altersrelevanten syndromalen Erscheinungsformen von Depression
2.4.1 Organische Depression
2.4.2 Mittlere und schwere depressive Episode mit und ohne somatischen oder psychotischen Symptomen (ehemals endogene Depression)
2.4.3 Dysthymie (ehemals neurotische Depression)
2.4.4 Reaktive/ psychogene Depression
2.4.5 Übersicht der analogen Merkmale depressiver Störungsformen
2.4.6 Qualität der Depression alternder Menschen
2.5 Differentialdiagnostik bei altersspezifischen Depressionen
2.5.1 Depression und Demenz
2.5.2 Depression und Trauer
2.6 Therapie
2.6.1 Psychotherapeutische Aspekte im Hinblick auf kognitiv verhaltenstherapeutische Intervention
2.6.2 Medikamentöse Therapie
3. Suizidalität und Sterberate
3.1 Motive und Qualität von suizidalem Verhalten im späteren Alter
3.2 Präventions- und Interventionsaspekte
3.3 Statistische Daten und Epidemiologie
4. Handlungsformen des sozialen Dienstes in der Vermeidung und Behandlung von Depressionen alternder Menschen in der stationären Altenhilfe
4.1 Belastungsmomente in stationären Einrichtungen
4.2 Psychosoziale Begleitung
4.2.1 Die Gewinnung Ehrenamtlicher als Prävention und Intervention
4.2.2 Angehörigenarbeit
4.3 Motivations- und Milieuarbeit
4.3.1 Biographisches Arbeiten
4.3.2 Tiere in Heimen
4.3.3 Einzel- und Gruppenaktivitäten, Gestaltung der Heimatmosphäre
5. Schlussgedanken zum Auftrag der begleitenden Sozialarbeit bei depressiven alten Menschen in stationärer Lebensart
Die Arbeit untersucht die Depression bei alternden Menschen im stationären Altenhilfekontext. Ziel ist es, die ätiologischen Grundlagen und spezifischen Erscheinungsformen dieser Störung zu analysieren und daraus Handlungsansätze für den sozialen Dienst abzuleiten, um die Lebensqualität Betroffener zu verbessern.
2.3.2.1 Biographie
Die Biologie eines Menschen formt sich auch durch seine Biographie. Die Erfahrung welche eine alternde Person in ihrem Leben in sich aufgenommen hat bildet nicht nur seine Erinnerungen. Der Mensch kann als bio-psycho-soziales Wesen verstanden werden. Körper, Geist und die individuellen sozialen Einflussfaktoren sind untrennbar miteinander verbunden. Entsprechend formt die Erfahrung der vielen zurückliegenden Jahre aber natürlich auch die aktuellen Erlebnisse und Eindrücke, sämtliche Eigenschaften des Menschen, auch die biologischen Gegebenheiten, mit. Das Alter stellt somit einen biographisch verankerten Prozess dar. (vgl. Billig 1987, S. 10, von Scheidt/ Eikelbeck, S. 92).
Natürlich gehören zur biographischen Betrachtung die Persönlichkeitsmerkmale unweigerlich dazu. Diese bekommen bei der Altersdepression jedoch eher eine gesteigerte Relevanz bei der Verschleppung von früheren depressiven Störungen in das höhere Alter hinein und weniger bei der Ersterscheinung im Alter. (vgl. von Scheidt/ Eikelbeck 1995, S. 125)
Entsprechend werde ich mich der Persönlichkeitsforschung im Bereich der Depression tiefergehend in Punkt 2.3.4 widmen.
Aufgrund der verankerten Biographie eines Menschen ist auch Vorsicht geboten pathogene Phänomene im Alter mit generalisierten Aussagen zu erfassen. Ein möglichst weitreichender Blick in die Erfahrungen der individuellen Person und den zugrunde liegenden Ereignissen und Erlebnissen ist unerlässlich um die Erfassung der Kausalität bestmöglich zu vervollständigen.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische und gesellschaftliche Wahrnehmung des Alterns ein und erläutert die Relevanz der Depressionsproblematik im institutionellen Kontext der stationären Altenhilfe.
2. Depression im späten Alter – Einführung in die Thematik: Dieses Kapitel erläutert die diagnostischen Grundlagen nach ICD-10, epidemiologische Daten sowie die vielschichtigen Ursachen (genetisch, neurobiologisch, psychologisch) der Depression bei alten Menschen.
3. Suizidalität und Sterberate: Hier wird das komplexe Thema des suizidalen Verhaltens im Alter beleuchtet, wobei Motive und präventive Interventionsmöglichkeiten für den sozialen Dienst in Heimen im Vordergrund stehen.
4. Handlungsformen des sozialen Dienstes in der Vermeidung und Behandlung von Depressionen alternder Menschen in der stationären Altenhilfe: Dieser Hauptteil beschreibt konkrete Interventionsstrategien wie psychosoziale Begleitung, Angehörigenarbeit, Milieugestaltung, tiergestützte Arbeit und biographisches Arbeiten.
5. Schlussgedanken zum Auftrag der begleitenden Sozialarbeit bei depressiven alten Menschen in stationärer Lebensart: Abschließend wird betont, dass ein multiprofessioneller Ansatz erforderlich ist, bei dem der soziale Dienst als Koordinator und Anwalt der Bewohner fungiert, um die Lebensqualität zu sichern.
Altersdepression, stationäre Altenhilfe, soziale Arbeit, Ätiologie, ICD-10, Diagnostik, Suizidprävention, psychosoziale Begleitung, Angehörigenarbeit, Milieugestaltung, Biographiearbeit, Multimorbidität, Gerontologie, Lebensqualität, psychische Störungen.
Die Arbeit befasst sich mit der Depression bei alternden Menschen, speziell in der stationären Altenhilfe, und untersucht, wie der soziale Dienst präventiv und intervenierend tätig werden kann.
Die zentralen Felder sind die medizinischen und psychologischen Ursachen der Altersdepression, die diagnostische Abgrenzung zu anderen Krankheitsbildern sowie praktische Handlungsformen für das Heimpersonal.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie soziale Fachkräfte durch spezifische Konzepte (wie Milieuarbeit oder Ehrenamt) zur Linderung depressiver Symptome beitragen und ein menschenwürdiges Leben im Heim fördern können.
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse wissenschaftlicher Publikationen, Feldstudien und gerontologischer Fachliteratur basiert.
Der Hauptteil widmet sich den Handlungsformen des sozialen Dienstes, insbesondere der psychosozialen Begleitung, der Einbindung von Ehrenamtlichen, der Arbeit mit Angehörigen sowie der Gestaltung der Milieus und therapeutischen Aktivitäten.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Altersdepression, stationäre Altenhilfe, psychosoziale Begleitung, Biographiearbeit und Suizidprävention.
Die Arbeit arbeitet heraus, dass sie sich oft hinter körperlichen Symptomen ("larvierte Depression") verbirgt und eng mit Multimorbidität und biografischen Belastungssituationen wie dem Heimeintritt verknüpft ist.
Da sich Symptome wie kognitive Beeinträchtigungen, Antriebslosigkeit und sozialer Rückzug bei beiden Krankheitsbildern stark überschneiden, ist eine differenzierte Diagnostik, wie im Kapitel 2.5.1 beschrieben, essentiell.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

