Bachelorarbeit, 2017
37 Seiten, Note: 3,0
1 EINLEITUNG
2 KÖNIGREICH MAROKKO
2.1 Das Land der Gegensätze
2.2 Die Geschichte des französischen Kolonialstaats
3 DIE SPRACHENVIELFALT
3.1 Die Hochsprachen
3.1.1 Hocharabisch
3.1.2 Französisch
3.2 Die Volkssprachen
3.2.1 Die Berbersprachen
3.2.2 Marokkanisch-Arabisch
3.2.3 Französische Varietäten
4 DIE VERWENDUNG DER SPRACHEN
4.1 Sprachkontakt vs. Mehrsprachigkeit
4.2 Bildungssystem
4.3 Literatur und Theater
4.4 Medien
4.4.1 Presse
4.4.2 Fernsehen
4.5 Religion
5 BEISPIELE FÜR ANALYSEN
6 SCHLUSSBETRACHTUNG
Die Arbeit untersucht den historischen und soziolinguistischen Einfluss der französischen Sprache in Marokko und analysiert, inwieweit diese ein fester Bestandteil der marokkanischen Identität geworden ist und welches Prestige ihr in der Gesellschaft beigemessen wird.
3.2.3 Französische Varietäten
Auf marokkanischem Gebiet wird deutlich, dass mannigfaltige Varietäten des Französischen gesprochen werden. Vertreten sind die diversen Formen in allen sozialen Schichten und können daher als Soziolekt bezeichnet werden. Nach Benzakour werden diese in drei Varietäten unterteilt: Das français basilectal, das français mésolectale und das français acrolectale (vgl. dies. 112 ff.). Benzakour spricht beim français basilectal von einer nicht geschulten Varietät. Üblicherweise ist das Französische eine Hochsprache für formelle Anliegen, dennoch gibt es ein sehr einfaches, auf der Basis beruhendes Französisch, welches von Hausangestellten, wie beispielsweise Gärtnern, die für die frankophone Bevölkerung arbeiten und das Schreiben und Lesen kaum bis gar nicht beherrschen, gesprochen wird.
Es gründet auf phonetischen Abweichungen, welche Interferenzen mit dem Arabischen oder der Berbersprache herbeiführen. Als Beispiel zu nennen wären hier die Verwechslung von [a] und [o]. Das français basilectal wird von dem Teil der Gesellschaft genutzt, welcher in der Struktur der arabischen Sprache geschult ist. Benzakour spricht beispielgebend von Schülern, die infolge eines vorzeitigen Abbruchs der Schule das Französische nur lückenhaft erlernt haben. Diese Personen neigen zu einer Vermischung von gelernten Strukturen, bis hin zu sehr vereinfachten oder gar fehlerhaften Ausdrücken. Daraus resultiert ein vermischtes, eher arabisches als französisches, phonetisches System (vgl. dies. 112 ff.). Es handelt sich beim français mésolectale um eine Varietät, die der französischen Norm sehr nahekommt. Sie wird von dem Bevölkerungsteil gesprochen, der eine gute Bildung in der französischen Sprache genießen durfte. Es beinhaltet eine Sprache, welche mit Freiheiten, also in manchen Fällen nicht ganz der Norm entsprechend, versehen ist und so dem marokkanischen Gebrauch angepasst wurde.
1 EINLEITUNG: Die Arbeit erläutert die Fragestellung zur Rolle der französischen Sprache für die marokkanische Identität und beschreibt die Struktur der Untersuchung.
2 KÖNIGREICH MAROKKO: Dieses Kapitel bietet einen geographischen Überblick und einen historischen Abriss der französischen Kolonialzeit in Marokko.
3 DIE SPRACHENVIELFALT: Hier werden die wichtigsten Sprachen des Landes vorgestellt, unterteilt in Hochsprachen und Volkssprachen.
4 DIE VERWENDUNG DER SPRACHEN: Das Kernstück der Arbeit untersucht Sprachkontakt, Mehrsprachigkeit, das Bildungssystem sowie die Verwendung des Französischen in Medien, Literatur und Religion.
5 BEISPIELE FÜR ANALYSEN: Anhand von Beispielen aus frankophonen Foren wird das Phänomen des Code-Switchings und die Zuordnung zu verschiedenen Varietäten analysiert.
6 SCHLUSSBETRACHTUNG: Die Ergebnisse der Untersuchung werden zusammengefasst, wobei der Fokus auf der linguistischen Instabilität und der zukünftigen Entwicklung der Sprachen in Marokko liegt.
Marokko, Französisch, Sprachkontakt, Mehrsprachigkeit, Diglossie, Kolonialismus, Hocharabisch, Berbersprachen, Soziolinguistik, Varietäten, Identität, Code-Switching, Bildungssystem, Prestige, Sprachplanung
Die Arbeit untersucht den französischen Einfluss auf die marokkanische Gesellschaft, sowohl historisch als auch in der aktuellen Sprachverwendung.
Die zentralen Felder sind die Sprachenvielfalt in Marokko, das soziolinguistische Prestige einzelner Sprachen sowie deren Anwendung in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen.
Das Ziel ist es, herauszufinden, inwiefern das Französische als fester Bestandteil der marokkanischen Identität angesehen werden kann und warum es ein so hohes Prestige genießt.
Die Arbeit stützt sich auf einen historischen Abriss, die Analyse soziolinguistischer Theorien sowie die beispielhafte Untersuchung von Sprachgebrauch in digitalen Medien.
Der Hauptteil behandelt die Sprachsituation (Hocharabisch, Berberisch, Französisch), das marokkanische Bildungssystem, die Rolle der Sprache in Medien und Religion sowie die soziolinguistische Einordnung verschiedener französischer Varietäten.
Wichtige Begriffe sind Sprachkontakt, Diglossie, Code-Switching, soziolinguistisches Prestige und Identität.
Das français basilectal ist eine bildungsferne, vereinfachte Varietät mit Interferenzen aus dem Arabischen, während das français acrolectale die hochangesehene, konforme Variante der Elite darstellt.
Die Religion, insbesondere der Islam, ist eng mit dem klassischen Arabisch verknüpft, das als Symbol der arabischen Einheit fungiert und somit in Konkurrenz zum Französischen steht.
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