Diplomarbeit, 2005
79 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
1.2 Vorgehensweise
1.3 Die Transaktionskostentheorie
2 Das Tarifvertragssystem in Deutschland - Begriffserklärungen
2.1 Rechtsgrundlagen und Aufbau
2.2 Die Tarifvertragsparteien
3 Das Problemfeld Verbandstarifvertrag
3.1 Einordnung in den Rahmen des Tarifvertragssystems
3.2 Argumente für Verbandstarifverträge
3.3 Verbandstarifverträge in der Kritik
3.4 Die Abkehr vom Tarifvertrag
4 Reformgedanken und Lösungsansätze der Tarifvertragsparteien
4.1 Öffnungsklauseln
4.1.1 Tarifvertragliche Öffnungsklauseln
4.1.2 Gesetzliche Öffnungsklauseln
4.1.3 Der Standpunkt der Gewerkschaften
4.1.4 Der Standpunkt der Arbeitgeber
4.1.5 Transaktionskostentheoretische Betrachtungen
4.2 Günstigkeitsprinzip
4.2.1 Neudefinition des Günstigkeitsprinzips durch reformierten Sachgruppenvergleich
4.2.1 Der Standpunkt der Gewerkschaften
4.2.2 Der Standpunkt der Arbeitgeber
4.3 Begleitende Reformmaßnahmen
4.3.1 Begrenzung der Tarifgebundenheit
4.3.2 Einschränkung der Nachwirkung von Tarifnormen
4.3.3 Tariftreuegesetz und Allgemeinverbindlichkeitserklärung
4.3.4 Der Standpunkt der Gewerkschaften
4.3.5 Der Standpunkt der Arbeitgeber
4.4 Änderungen im Streikrecht zur Unterstützung des Reformprozesses
4.4.1 Das Ungleichgewicht der Kampffähigkeit der Tarifvertragspartner
4.4.2 Der Standpunkt der Arbeitgeber
4.4.3 Der Standpunkt der Gewerkschaften
5 Reformen am Beispiel der Metall- und Elektroindustrie
5.1 Branchenüberblick und Entwicklung des VTV
5.2 Reaktionen, Konzepte und Gegenmaßnahmen der Verbände
6 Die Sichtweise der Betriebs- und Personalräte zum Wandelprozess
7 Fazit
Die Arbeit analysiert den Reformbedarf des deutschen Tarifvertragssystems vor dem Hintergrund struktureller Probleme, wie Inflexibilität und hoher Kosten. Ziel ist es, Möglichkeiten der Reform aufzuzeigen, den aktuellen Stand der Diskussionen darzulegen und die gegensätzlichen Positionen von Gewerkschaften und Arbeitgebern zu beleuchten.
1.3 Die Transaktionskostentheorie
Da in der Arbeit der transaktionskostentheoretische Ansatz verwendet wird, sollen in diesem Abschnitt die Grundlagen sowie zentrale Begriffe dieser Theorie umrissen werden.
Als Begründer der Transaktionskostentheorie gilt Coase, der erstmals 1937 diesen Begriff in die Ökonomie einführte. Er behauptete, dass die Nutzung des Preismechanismus mit Kosten verbunden ist und die Unternehmung als eine effiziente Koordinationsform wirtschaftlicher Aktivitäten eine Alternative zum Markt darstellt. Er ging der Frage nach, warum nicht alle Transaktionen über Märkte, sondern auch unternehmensintern abgewickelt und organisiert werden. Der Begriff Transaktion wird in der Literatur unterschiedlich definiert. Picot bezeichnet Transaktionen im Rahmen der Transaktionskostentheorie als eine Übertragung von Verfügungsrechten. Verfügungsrechte „... sind die mit materiellen und immateriellen Gütern verbundenen, institutionell legitimitierten Handlungsrechte eines oder mehrerer Wirtschaftssubjekte.“
Dieser Auffassung folgend sind die „... im Zusammenhang mit der Bestimmung, Übertragung und Durchsetzung von Verfügungsrechten entstehenden Kosten ...“ Transaktionskosten. Dazu gehören hauptsächlich „... Informations- und Kommunikationskosten, die bei der Anbahnung, Vereinbarung, Kontrolle und Anpassung wechselseitiger Leistungsbeziehungen auftreten.“
1 Einleitung: Beschreibt den historischen Kontext des deutschen Tarifsystems sowie die zentralen Kritikpunkte wie Inflexibilität und Kostenintensivität, die einen Reformbedarf begründen.
2 Das Tarifvertragssystem in Deutschland - Begriffserklärungen: Definiert die rechtlichen Rahmenbedingungen der Tarifautonomie und die Anforderungen an die beteiligten Tarifvertragsparteien.
3 Das Problemfeld Verbandstarifvertrag: Erläutert die Rolle des Flächentarifvertrags und dessen Vor- und Nachteile sowie die Gründe für die zunehmende Abkehr von diesem Modell.
4 Reformgedanken und Lösungsansätze der Tarifvertragsparteien: Diskutiert Instrumente zur Flexibilisierung, wie Öffnungsklauseln und das Günstigkeitsprinzip, sowie die unterschiedlichen Positionen der Tarifpartner dazu.
5 Reformen am Beispiel der Metall- und Elektroindustrie: Analysiert die praktische Umsetzung von Reformprozessen in der bedeutendsten Industriebranche Deutschlands.
6 Die Sichtweise der Betriebs- und Personalräte zum Wandelprozess: Untersucht die zunehmende Rolle betrieblicher Akteure und deren Einschätzung zur Verschiebung von Kompetenzen auf die Betriebsebene.
7 Fazit: Fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass Reformen im vollen Gange sind und primär durch praktische Notwendigkeiten sowie eine schleichende Verbetrieblichung geprägt werden.
Tarifvertragssystem, Tarifautonomie, Flächentarifvertrag, Öffnungsklauseln, Günstigkeitsprinzip, Transaktionskostentheorie, Arbeitgeberverbände, Gewerkschaften, Flexibilisierung, Verbetrieblichung, Betriebsräte, Arbeitskampf, Metall- und Elektroindustrie, Reformprozess, Wettbewerbsfähigkeit.
Die Arbeit untersucht den Reformbedarf des deutschen Verbandstarifvertragssystems und beleuchtet die Möglichkeiten zur Flexibilisierung angesichts struktureller wirtschaftlicher Herausforderungen.
Schwerpunkte sind die rechtlichen Rahmenbedingungen von Tarifverträgen, die Debatte um Flexibilisierungsinstrumente sowie die konträren Positionen von Arbeitgebern und Gewerkschaften.
Das Ziel ist es, dem Leser die Reformmöglichkeiten des Tarifsystems näherzubringen und den aktuellen Stand der Veränderungen durch die Gegenüberstellung der Standpunkte der Tarifparteien zu diskutieren.
Die Untersuchung basiert auf einer theoretischen Fundierung durch die Transaktionskostentheorie, kombiniert mit einer Analyse aktueller Reformansätze und deren Auswirkungen auf die Tariflandschaft.
Der Hauptteil behandelt konkrete Reforminstrumente wie Öffnungsklauseln, das Günstigkeitsprinzip und Begleitmaßnahmen, sowie deren Einbettung in die Branche Metall- und Elektroindustrie.
Wichtige Begriffe sind Tarifautonomie, Flächentarifvertrag, Öffnungsklauseln, Transaktionskostentheorie und Verbetrieblichung.
Arbeitgeber fordern eine weitgehende Flexibilisierung und kritisieren die derzeitigen Öffnungsklauseln als unzureichend, da sie zu bürokratisch seien und die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen einschränkten.
Betriebsräte werden zunehmend in Tarifthemen eingebunden, stehen dieser Entwicklung jedoch oft kritisch gegenüber, da sie eine Arbeitsüberforderung befürchten und eine stärkere Machtverschiebung zugunsten der Arbeitgeber sehen.
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