Diplomarbeit, 2005
155 Seiten, Note: Sehr gut
1. EINFÜHRUNG
2. MÄNNERARBEIT – MÄNNERBEWEGUNG – MÄNNERFORSCHUNG – MÄNNLICHKEIT
2.1. Definition
2.2. Die Rolle des Feminismus
2.3. Vertreter
2.4. Themen und Ziele
3. BIOLOGIE DER GESCHLECHTSUNTERSCHIEDE
3.1. Wechselwirkung von Anlage und Umwelt
4. THEORIEN DER GESCHLECHTSUNTERSCHIEDE
4.1. Psychoanalytische Theorie
4.2. Kognitionspsychologische Theorie
4.3. Erziehung – Lerntheoretische Erklärung
4.4. Feministisch-konstruktivistische Theorie
5. GESCHLECHT: MANN
5.1. Männer – Männlichkeiten
5.2. Die Bedeutung der Mutter
5.3. Die Bedeutung des Vaters
5.4. Buben in der Schule
5.5. Die Bedeutung von Gleichaltrigen im Kindes und Jugendalter
5.6. Die Bedeutung von Mädchen und Frauen
5.7. Männer unter sich
5.8. Überlieferte Prinzipien des Mannseins, die auf seine Lebensbewältigung wirken
5.8.1. Innenwelt und Außenwelt
5.8.2. Männer und Gefühle
5.8.3. Männer und Gewalt
5.8.4. Männer und Macht
5.8.5. Männer und Homophobie
5.8.6. Männer und Sexualität
5.9. Gesundheit
5.10. Suizid
5.11. Die Bedeutung der Arbeit
5.11.1. Technik und Wirtschaft
5.12. Partnerschaft, Familie, Kinder
5.12.1. Die Angst des Mannes vor der (starken) Frau
5.12.2. Scheidung und Sorgerecht
5.13. Das Bild des Mannes in den Medien
6. DER FEMINISTISCHE BLICK AUF MÄNNER
6.1. Ist Gewalt männlich?
6.2. Begünstigt Pornographie sexuelle Gewalt?
6.3. Sexueller Missbrauch – War’s der Vater, Onkel, Nachbar oder der Fremde mit den Süßigkeiten?
6.4. Sexualtrieb – Männer wollen immer nur das „Eine“!?
6.5. Die Unlust des Mannes – „Ich glaub’, ich bekomme Migräne!“
6.6. Verhütung ist Frauensache und außerdem will ich nur ein Kind!
7. DIALOG ZWISCHEN FRAUEN UND MÄNNERN
7.1. Kritik am Feminismus und Maskulismus
8. WEGE ZUM “NEUEN” MANN
9. WOHIN FÜHRT UNS DIE MÄNNERBEWEGUNG?
10. FORSCHUNG UND INTERPRETATION
10.1. Entstehung der Forschung
10.2. Untersuchungsgegenstand
10.3. Aufbau des Fragebogens
10.4. Ergebnisse
10.5. Interpretation
10.6. Fazit
11. SCHLUSSWORTE
Die Diplomarbeit untersucht die Identität, Sozialisation und gesellschaftliche Rolle des modernen Mannes im Kontext des Feminismus sowie der sich wandelnden Geschlechterverhältnisse, um ein differenzierteres Verständnis männlicher Identitätsfindung zu fördern.
5.1. Männer – Männlichkeiten
Bevor eine Darstellung vom Mann beginnen kann, ist es wichtig, erstmals zwischen Formen von Männlichkeit zu unterscheiden, da eine Generalisation zu einfach wäre. Hierunter fallen Faktoren wie Rasse, soziale Schicht, Hetero- sowie Homosexualität u.a. Zu erwähnen ist, dass Männer aus der Mittelschicht sich im Gegensatz zu Männern aus den unteren Schichten mehr für die weibliche Gleichberechtigung einsetzen. (vgl. Hollstein, 1995, S. 94) Innerhalb der verschiedenen Formen gibt es jedoch auch „Beziehungen zwischen Männlichkeiten“ (Connell, 1999, S. 97), worunter das Geschlechterverhältnis unter Männer verstanden wird. Oder anders ausgedrückt ist es eine „Form von Männlichkeit, die in einer gegebenen Struktur des Geschlechterverhältnisses die bestimmende Position einnimmt, eine Position allerdings, die jederzeit in Frage gestellt werden kann.“ (ebd.) Diese Konzepte sind „Handlungsmuster, die in bestimmten Situationen innerhalb eines veränderlichen Beziehungsgefüges entstehen.“ (ebd., S. 102)
Connell unterscheidet hier vier Konzepte:
1. Hegemonie
2. Unterordnung
3. Komplizenschaft
4. Marginalisierung
1. EINFÜHRUNG: Die Autorin reflektiert die Entstehung ihrer Diplomarbeit und stellt die Forschungsfrage nach den Auswirkungen der Frauenemanzipation auf die Rolle des Mannes.
2. MÄNNERARBEIT – MÄNNERBEWEGUNG – MÄNNERFORSCHUNG – MÄNNLICHKEIT: Dieses Kapitel definiert die grundlegenden Begriffe der Männerforschung und beschreibt die Entstehung der Männerbewegung als Reaktion auf den Feminismus.
3. BIOLOGIE DER GESCHLECHTSUNTERSCHIEDE: Hier werden die biologischen Grundlagen der Geschlechtsdifferenzierung und deren Einfluss auf die menschliche Entwicklung und das Verhalten beleuchtet.
4. THEORIEN DER GESCHLECHTSUNTERSCHIEDE: Das Kapitel stellt verschiedene psychologische und konstruktivistische Ansätze vor, die erklären sollen, wie sich Geschlechtsidentität und Sozialisation entwickeln.
5. GESCHLECHT: MANN: Dieser umfangreiche Abschnitt analysiert das soziale Geschlecht und die Identität des Mannes unter Berücksichtigung von Sozialisation, Vaterschaft, Bildung, Beruf und Partnerschaft.
6. DER FEMINISTISCHE BLICK AUF MÄNNER: Eine kritische Auseinandersetzung mit feministischen Perspektiven auf Männlichkeit, Gewalt und Machtstrukturen.
7. DIALOG ZWISCHEN FRAUEN UND MÄNNERN: Das Kapitel plädiert für einen konstruktiven, kritischen Dialog zwischen den Geschlechtern zur Überwindung eingefahrener Opfer-Täter-Narrative.
8. WEGE ZUM “NEUEN” MANN: Hier werden Prioritäten und Wege für eine qualitativ bessere Lebensgestaltung des modernen Mannes vorgeschlagen.
9. WOHIN FÜHRT UNS DIE MÄNNERBEWEGUNG?: Ein Ausblick auf die zukünftige gesellschaftliche Entwicklung hinsichtlich Geschlechtergerechtigkeit und Machtverhältnissen.
10. FORSCHUNG UND INTERPRETATION: Die Autorin präsentiert die methodische Vorgehensweise ihrer eigenen Studie sowie deren empirische Ergebnisse und Interpretationen.
11. SCHLUSSWORTE: Ein abschließendes Fazit zur Relevanz des Dialogs über Geschlechterrollen in der modernen Gesellschaft.
Männerforschung, Männlichkeit, Sozialisation, Geschlechterrolle, Identitätsfindung, Feminismus, Männerbewegung, Partnerschaft, Vaterschaft, Geschlechtsunterschiede, Machtverhältnisse, Gewalt, Gender Mainstreaming, Soziale Konstruktion, Lebensbewältigung.
Die Diplomarbeit thematisiert die Rolle des modernen Mannes in einer Gesellschaft, die durch den Feminismus und tiefgreifende Veränderungen der traditionellen Geschlechterrollen geprägt ist.
Zu den Schwerpunkten zählen die Männerforschung, biologische und soziale Grundlagen von Männlichkeit, Einflüsse von Familie und Erziehung sowie die kritische Reflexion des Geschlechterdialogs.
Das Ziel ist es, die veränderte Identität des Mannes zu erforschen und Ansätze für ein sinnerfülltes Mannsein aufzuzeigen, das sich von veralteten patriarchalen Stereotypen löst.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung psychologischer und soziologischer Fachliteratur sowie einer eigenen empirischen Fragebogenerhebung im Internet.
Der Hauptteil gliedert sich in Theorien zur Identitätsentwicklung, die Bedeutung von Familie und Vaterschaft, psychologische Aspekte wie Angst und Gewalt sowie die Auswirkungen dieser Faktoren auf die moderne Partnerschaft.
Die Arbeit lässt sich am treffendsten durch Begriffe wie Männerbewegung, Männlichkeitskonzepte, Geschlechtergerechtigkeit, Sozialisation und Identitätswandel beschreiben.
Die Arbeit betont die signifikante Bedeutung des Vaters als Identifikationsfigur und Partner, der eine aktive Rolle in der Erziehung übernehmen sollte, um eine gesunde emotionale Entwicklung der Söhne zu fördern.
Gewalt wird in der Arbeit als dysfunktionales Mittel der Männlichkeitsbestätigung interpretiert, das oft aus erlernten patriarchalen Mustern und dem Mangel an emotionalen Ausdrucksformen resultiert.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die befragten Männer mehrheitlich moderne Rollenbilder bevorzugen, bei denen Gleichberechtigung, Familie und die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben im Vordergrund stehen.
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