Bachelorarbeit, 2011
62 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Der Weg zum CO2-Emissionshandel
2.1 Die Bedeutung des globalen Klimawandels
2.2 Das Kyoto-Protokoll: Die Reaktion auf den Klimawandel
2.2.1 Inhalte und Ziele
2.2.2 Die flexiblen Instrumente des Kyoto-Protokolls
3 Die Theorie des Emissionshandels
3.1 Der Grundgedanke des Emissionshandels
3.1.1 Die Probleme der Umwelt als öffentliches Gut
3.1.2 Preislösung versus Mengenlösung: Ein vergleichender Ansatz
3.1.3 Der Preismechanismus von Emissionszertifikaten
3.1.4 Kritische Beurteilung des Emissionshandels
3.2 Primärallokation von Emissionszertifikaten
3.2.1 Das Grandfathering-System als freie Vergabe
3.2.2 Die Versteigerung von Emissionszertifikaten
3.3 Umweltökonomische Bewertung durch Effizienzkriterien
3.3.1 Prüfung der ökonomischen Effizienz
3.3.2 Dynamische Anreizwirkung für Umweltinnovationen
3.3.3 Ökologische Effizienz zur Erreichung von Umweltstandards
3.3.4 Erschwerte administrative Effizienz und Durchsetzbarkeit
4 Die Entwicklung des CO2-Emissionshandels in der EU
4.1 Verschiedene Handelsperioden
4.1.1 Licht und Schatten der ersten Handelsperiode
4.1.2 Die Kyoto-Verpflichtungsperiode von 2008 bis 2012
4.1.3 Ein Ausblick in die dritte Handelsperiode 2013-2020
4.2 Preisentwicklung und mögliche Preistreiber
5 Ausgewählte Probleme der praktischen Umsetzung
5.1 Ungerechtfertigte „Windfall Profits“ der Energiebranche
5.2 Das Risiko des „Carbon Leakage“
5.3 Betrug im Rahmen des CO2-Emissionshandels
6 Fazit und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht den CO2-Emissionshandel in der EU sowohl theoretisch als auch unter praktischen Gesichtspunkten, um Schwachstellen aufzuzeigen und die Effizienz des umweltpolitischen Instruments zu bewerten.
3.1.1 Die Probleme der Umwelt als öffentliches Gut
Die Grundidee, welche sich hinter dem Konzept des Emissionshandels verbirgt, ist gewissermaßen die Erschaffung eines Markts für Umweltgüter. Da man die Umwelt als öffentliches Gut ansehen kann, fehlen infolgedessen Eigentumsrechte, die den rechtmäßigen „Besitzer“ der Umwelt kenntlich machen [vgl. Weimann (1995, S. 226)]. Eine entscheidende Eigenschaft eines öffentlichen Guts ist seine Nichtausschließbarkeit. Es ist somit nicht möglich eine Person von der Nutzung des Guts auszuschließen [vgl. Roth (2007, S. 152)]. Wenn jedoch das Eigentum an einem Gut nicht eindeutig definiert ist, so fühlt sich in den meisten Fällen auch niemand für die Erhaltung desgleichen zuständig. Das Gut wird in diesem Fall nicht optimal, sondern maximal genutzt, da ein Verzicht darauf von einem rational agierenden Marktakteur nicht als sinnvoll angesehen wird [vgl. Stephan / Ahlheim (1996, S. 57)].
Übertragen auf das vorliegende Beispiel würde dies bedeuten, dass die Industrienationen ihre CO2-Emissionen nicht vermindern, solange keine entsprechende Regelung oder Restriktion geschaffen wird. Man würde durch die entstandenen CO2-Emissionen einen globalen Schaden anrichten, jedoch die wirtschaftliche Entwicklung und den resultierenden Reichtum national auskosten.5 Durch das umweltpolitische Instrumentarium des Emissionshandels schafft man „marktfähige[n] Rechte[n] auf Inanspruchnahme der Umwelt“ [Endres (2007, S. 110)]. Der Emissionshandel beruht auf dem Verursacherprinzip [vgl. Deutsche Emissionshandelsstelle (2008a, S. 2)]. Es muss also derjenige für die Beseitigung eines Umweltschadens aufkommen, der ihn verursacht hat [vgl. Schwartmann (2006, S. 16)]. Angewendet auf den Emissionshandel bedeutet dies, dass Unternehmen nur durch den Erhalt oder Kauf von Emissionszertifikaten die Legitimation erlangen, Treibhausgase freisetzen zu dürfen.
1 Einleitung: Einführung in die Klimaproblematik und Zielsetzung der wissenschaftlichen Arbeit zum Thema CO2-Emissionshandel.
2 Der Weg zum CO2-Emissionshandel: Analyse der Klimawandel-Ursachen und Darstellung der globalen Reaktion durch das Kyoto-Protokoll.
3 Die Theorie des Emissionshandels: Theoretische Untersuchung des Emissionshandels als öffentliches Gut sowie Diskussion der Primärallokation und Effizienzkriterien.
4 Die Entwicklung des CO2-Emissionshandels in der EU: Detaillierte Betrachtung der verschiedenen Handelsperioden in der EU sowie die Analyse der Preisbildung.
5 Ausgewählte Probleme der praktischen Umsetzung: Kritische Analyse von "Windfall Profits", "Carbon Leakage" und Betrugsfällen innerhalb des europäischen Emissionshandels.
6 Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Bewertung der Effizienz des Emissionshandels und Ausblick auf zukünftige globale Entwicklungen.
CO2-Emissionshandel, Klimawandel, Kyoto-Protokoll, Emissionszertifikate, Allokation, Grandfathering, Versteigerung, ökonomische Effizienz, Umweltinnovationen, Windfall Profits, Carbon Leakage, Treibhausgase, EU-Klimapolitik, Marktversagen, Umweltökonomie.
Die Arbeit analysiert das Instrument des CO2-Emissionshandels in der Europäischen Union, beleuchtet dessen theoretische Fundierung und untersucht kritisch die Probleme der praktischen Umsetzung.
Die zentralen Felder umfassen die Klimapolitik (Kyoto-Protokoll), umweltökonomische Theorie (Preis- vs. Mengenlösung), die historische Entwicklung der europäischen Handelsphasen sowie aktuelle Herausforderungen wie unerwartete Gewinne ("Windfall Profits") oder Betrugsrisiken.
Das Ziel ist es, eine fundierte Debatte über den Emissionshandel zu führen und zu bewerten, inwieweit das Instrument ökologische und ökonomische Ziele bei der Reduktion von Treibhausgasen effektiv erreichen kann.
Es wird ein umweltökonomischer Ansatz gewählt, der theoretische Modelle (z.B. Grenzvermeidungskosten, Allokationsmechanismen) mit einer empirischen Betrachtung der EU-Handelsperioden und einer kritischen Evaluation der praktischen Schwachstellen verbindet.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung (Kapitel 3) und die praktische Analyse der europäischen Handelsphasen sowie die Diskussion spezifischer Umsetzungsprobleme (Kapitel 4 und 5).
Wichtige Begriffe sind insbesondere ökonomische, dynamische und ökologische Effizienz, das Verursacherprinzip, "Carbon Leakage" sowie "Windfall Profits".
Während bei einer Preislösung (z.B. Steuer) der Preis fixiert wird und die Emissionsmenge variabel bleibt, fixiert die Mengenlösung (Emissionshandel) die maximale Schadstoffmenge, während sich der Preis über den Markt bildet.
Das System steht in der Kritik, da es bestehende Unternehmen bei der Zuteilung bevorzugt und Neueinsteiger benachteiligt. Zudem bietet es weniger Anreize zur sofortigen Emissionsminderung als eine Versteigerung.
Es handelt sich um ungerechtfertigte Gewinne der Energiebranche, die dadurch entstanden sind, dass Unternehmen die kostenlos zugeteilten Emissionszertifikate als Opportunitätskosten in die Strompreise eingepreist haben.
Carbon Leakage bezeichnet die Gefahr, dass aufgrund strenger Klimaschutzauflagen in der EU Industrien in Länder ohne entsprechende Regulierungen abwandern, was dazu führen kann, dass der globale CO2-Ausstoß nicht sinkt, sondern sich lediglich verlagert.
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