Examensarbeit, 2012
64 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung: Bildung oder was ist der Mensch?
2. Was ist Kritik?
2.1. Kritik und Aufklärung
2.2. Gouvernementalität und Neoliberalismus
3. Bildungskritik Teil 1: Friedrich Nietzsche
3.1. Die Basler Vorträge „Über die Zukunft unserer Bildungsanstalten“
3.2. Nietzsches Idee der Selbstbildung: „Werde, der du bist“
3.2.1. 1. Etappe: Selbstbildung am Beispiel Sprache
3.2.2. 2. Etappe: der Prozess der „großen Loslösung“
3.2.3. 3. Etappe: die Selbsttransformation
4. Bildungskritik Teil 2: Theodor W. Adorno
4.1. Halbbildung und Kulturindustrie als Antiaufklärung
4.2. Der Doppelcharakter der Kultur
4.3. Das Dilemma der Kritik und die Funktion der Kunst
5. Resümee: Bildung und Widerstand
Die vorliegende Arbeit untersucht die aktuelle Relevanz der Bildungskritik von Friedrich Nietzsche und Theodor W. Adorno vor dem Hintergrund heutiger neoliberaler Bildungspolitik, um den Verlust humanistischer Bildungsideale aufzuzeigen und einen kritischen Gegenentwurf zu formulieren.
3.1. Die Basler Vorträge „Über die Zukunft unserer Bildungsanstalten“
Anfang des Jahres 1869 wurde Friedrich Wilhelm Nietzsche – mit gerade 24 Jahren – zum außerordentlichen Professor für klassische Philologie an die Universität Basel berufen. Neben seiner Arbeit als Professor erteilte er auch Unterricht am Gymnasium der Stadt („Pädagogium“). Die Basler Vorträge sind als Vortragszyklus konzipiert und wurden im Frühjahr des Jahres 1872 vor der Akademischen Gesellschaft in Basel gehalten. Sie stehen damit zwischen Wilhelm von Humboldts Gymnasialprogramm aus dem Jahre 1810 und den reformpädagogischen Neuansätzen um 1900.
Jeden einzelnen Aspekt der Basler Vorträge zu behandeln würde den Rahmen dieser Arbeit sprengen. Darum sollen vielmehr ausgewählte Motive als Aufhänger dienen, um die Anthropologie und Bildungstheorie Nietzsches näher zu beleuchten.
Nietzsche hielt seine Vorträge vor dem gelehrten Bürgertum der Stadt Basel, das sich seinen Bildungseinrichtungen in besonderer Art verpflichtet fühlte. Er versteht seine Vorträge als schonungslose Zeitdiagnostik. Bereits in der Einleitung der Vorträge fordert Nietzsche die Zuhörer auf, zwischen den Zeilen zu hören. Nur durch Erinnerungsleistung und eigenes Mit- und Weiterdenken ist eine adäquate Rezeption des Vortrags möglich:
„Gerade nur solchen Zuhörern aber werde ich, bei der Widererzählung jenes Gesprächs, völlig verständlich werden können – solchen, die sofort errathen, was nur angedeutet werden konnte, ergänzen, was verschwiegen werden mußte, die überhaupt nur erinnert, nicht belehrt zu werden brauchen.“45
1. Einleitung: Bildung oder was ist der Mensch?: Die Einleitung führt in die bildungstheoretische Problematik ein, indem sie das gegenwärtige, ökonomisierte Bildungsverständnis dem humanistischen Ideal gegenüberstellt.
2. Was ist Kritik?: Dieses Kapitel untersucht den etymologischen Kern von Kritik als Prüfung der Bedingungen von Erkenntnis anhand von Kant und Foucault.
3. Bildungskritik Teil 1: Friedrich Nietzsche: Nietzsche wird als Bildungskritiker eingeführt, wobei seine Basler Vorträge und sein Konzept der Selbstbildung analysiert werden.
4. Bildungskritik Teil 2: Theodor W. Adorno: Adornos Theorie der Halbbildung und der Kulturindustrie wird als fundamentale Kritik an der bürgerlichen Gesellschaft und der Verdinglichung von Bildung analysiert.
5. Resümee: Bildung und Widerstand: Das Resümee führt die Perspektiven Nietzsches und Adornos zusammen und plädiert für die Notwendigkeit von Widerstand und kritischer Selbstreflexion im heutigen Bildungssystem.
Bildung, Kritik, Aufklärung, Nietzsche, Adorno, Halbbildung, Kulturindustrie, Neoliberalismus, Gouvernementalität, Selbstbildung, Widerstand, Autonomie, Anthropologie, Philosophie, Kunst.
Die Arbeit analysiert die Bildungskritik von Nietzsche und Adorno und setzt diese in Bezug zu aktuellen Entwicklungen im Bildungssystem.
Die zentralen Felder umfassen den Begriff der Kritik, die Theorie der Halbbildung, neoliberale Steuerung von Bildung und die emanzipatorische Bedeutung von Philosophie und Kunst.
Ziel ist es, die Aktualität der Bildungskritik beider Denker aufzuzeigen, um dem herrschenden neoliberalen Diskurs theoretischen und praktischen Widerstand entgegenzusetzen.
Die Arbeit nutzt die Methode der Kritik als konsequente und gewissenhafte Prüfung der Bedingungen von Bildung und gesellschaftlichen Verhältnissen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Untersuchung des Begriffs „Kritik“ sowie in zwei Abschnitte, die Nietzsches Idee der Selbstbildung und Adornos Analyse der Halbbildung detailliert gegenüberstellen.
Schlüsselwörter sind unter anderem Bildung, Kritik, Halbbildung, Widerstand, Autonomie und Neoliberalismus.
Für Nietzsche ist Bildung ein lebenslanger, prinzipiell unabschließbarer Prozess der individuellen Selbstwerdung und Distanznahme zur Masse.
Adorno sieht in der Kulturindustrie eine „Anti-Aufklärung“, die das kritische Bewusstsein durch die Produktion von Waren und die Normung von Bedürfnissen verhindert.
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