Bachelorarbeit, 2018
51 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Definition Studienabbruch und Abbruchintention
3. Theorie
3.1 Perspektive des kulturellen Kapitals
3.2 Psychologische Perspektive
3.3 Interaktionistische Perspektive
3.4 Perspektive der rationalen Wahl
4. Forschungsstand: Faktoren des Studienabbruchs
4.1 Startbedingungen der Studierenden
4.2 Studienwahlmotive
4.3 Studienbezogene Faktoren
4.4 Externe Faktoren
6. Design und Methode
6.1 Datengrundlage und Stichprobenwahl
6.2 Wahl des Untersuchungsgegenstandes
6.3 Datenaufbereitung
6.4 Methode
7. Deskriptive Statistik
7.1 Mittelwertvergleiche
8. Empirische Ergebnisse
8.1 Logistische Regression: Demographische Merkmale und kulturelles Kapital
8.2 Logistische Regression: Akademisches Selbstkonzept und Motivationen
8.3 Logistische Regression: Integration und Studienfach
8.4 Logistische Regression: Rational-Choice Ansatz
8.5 Vergleich der Erklärungsansätze
9. Diskussion
Die vorliegende Arbeit untersucht auf Basis von Daten des Nationalen Bildungspanels (NEPS), welche Faktoren die Absicht von Studierenden beeinflussen, ihr Hochschulstudium abzubrechen, und prüft hierzu verschiedene theoretische Erklärungsmodelle.
3.1 Perspektive des kulturellen Kapitals
Bourdieu´s Arbeit zu den drei Kapitalarten ist in der Studienabbruchforschung einer der gängigsten Erklärungsansätze. Unter Kulturkapital versteht Bourdieu summa summarum die individuellen kulturellen Inhalte. Dabei unterteilt er das kulturelle Kapital weiter in institutionalisiertes, objektiviertes und inkorporiertes kulturelles Kapital (vgl. Bourdieu 1992: 60). Institutionalisiertes Kulturkapital besteht beispielsweise in Form von akademischen Titeln, welche dem Träger einen Beweis seines inkorporierten Kulturkapitals ermöglicht, denn " der schulische Titel ist ein Zeugnis für kulturelle Kompetenz, das seinem Inhaber einen dauerhaften und rechtlich garantierten konventionellen Wert überträgt" (Bourdieu 1992: 63). Objektiviertes kulturelles Kapital existiert nach Bourdieu in Form von materiellen Dingen wie Büchern oder Bildern, wobei sich die Fähigkeit diese zu verstehen oder zu deuten nicht wie die Dinge selbst durch ökonomisches, sondern durch inkorporiertes kulturelles Kapital erlangen lässt (vgl. Bourdieu 1992: 58). Beim inkorporierten Kulturkapital lässt sich mit spezifischem Blick auf ein Hochschulstudium hier somit von Bildung sprechen (vgl. Bourdieu 1992: 53). Diese muss über die Zeit durch Arbeit und Lernen erworben werden. Zudem ist eine Weitergabe dieser Kapitalart nicht möglich, da es mit der Zeit untrennbarer Teil des Habitus wird (vgl. Bourdieu 1992: 55).
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des Studienabbruchs ein und erläutert die Relevanz der Untersuchung für die Bildungsforschung und das Qualitätsmanagement an Hochschulen.
2. Definition Studienabbruch und Abbruchintention: Hier werden begriffliche Grundlagen gelegt, wobei insbesondere die Herausforderungen bei der Definition des Studienabbruchs und die Operationalisierung der Abbruchintention diskutiert werden.
3. Theorie: Dieser Abschnitt bietet einen Überblick über vier theoretische Perspektiven (kulturelles Kapital, psychologische, interaktionistische und rationale Wahl) zur Erklärung von Studienabbrüchen.
4. Forschungsstand: Faktoren des Studienabbruchs: Hier wird der aktuelle wissenschaftliche Diskurs zu verschiedenen Faktoren wie Startbedingungen, Studienwahlmotiven, studienbezogenen Aspekten und externen Einflüssen zusammengefasst.
6. Design und Methode: Dieser Teil beschreibt die Datengrundlage des Nationalen Bildungspanels, die Stichprobenselektion, die Datenaufbereitung sowie die Anwendung logistischer Regressionsmodelle.
7. Deskriptive Statistik: Es werden deskriptive Verteilungen und erste Mittelwertvergleiche präsentiert, um Unterschiede zwischen abbruchgefährdeten und nicht abbruchgefährdeten Studierenden sichtbar zu machen.
8. Empirische Ergebnisse: In diesem Kapitel werden die Ergebnisse der logistischen Regressionen für die verschiedenen theoretischen Ansätze dargestellt und mit den aufgestellten Hypothesen abgeglichen.
9. Diskussion: Die Arbeit schließt mit einer Interpretation der Ergebnisse, einer kritischen Reflexion der Vorgehensweise und einem Ausblick auf zukünftige Forschungsbedarfe.
Studienabbruch, Abbruchintention, Nationales Bildungspanel, NEPS, Kulturelles Kapital, Akademisches Selbstkonzept, Motivation, Soziale Integration, Akademische Integration, Rationale Wahl, Bildungssoziologie, Logistische Regression, Studienerfolg, Studienwahl, Hochschulforschung
Die Arbeit analysiert die Einflussfaktoren, die dazu führen, dass Studierende die Intention entwickeln, ihr Studium vorzeitig ohne Abschluss zu beenden.
Die Arbeit betrachtet sowohl individuelle Merkmale der Studierenden, wie demographische Faktoren und Bildungshintergrund, als auch psychologische, soziale und ökonomische Aspekte im Verlauf des Studiums.
Das Hauptziel ist es, herauszufinden, welche Faktoren maßgeblich zur Abbruchintention beitragen, und zu bewerten, welche der theoretischen Erklärungsansätze (wie z.B. Rational-Choice oder kulturelles Kapital) eine hohe Erklärungsstärke besitzen.
Es wurde ein quantitatives Design gewählt, das auf Längsschnittdaten des Nationalen Bildungspanels (NEPS) basiert und statistisch mittels multipler logistischer Regressionsmodelle ausgewertet wurde.
Nach einer theoretischen Fundierung und einer Zusammenfassung des Forschungsstandes werden im empirischen Teil verschiedene Regressionsmodelle auf die Daten angewendet, um die Hypothesen zu prüfen.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Abbruchintention, kulturelles Kapital, akademisches Selbstkonzept, soziale und akademische Integration sowie Rational-Choice-Theorie.
Die Ergebnisse zeigen, dass Männer und Frauen unterschiedliche Abbruchmuster aufweisen und dass das Studienfach (Mint vs. Sosp) in Verbindung mit dem Geschlecht als Prädiktor eine Rolle spielt.
Die empirische Analyse zeigt, dass die subjektive Einschätzung des Studienerfolgs eine der stärksten Prädiktoren für die Abbruchintention ist; Studierende mit hoher Erfolgswahrscheinlichkeit neigen deutlich seltener zum Abbruch.
Die Arbeit stellt fest, dass der Migrationshintergrund und der Bildungsstatus der Eltern in diesem Modell keinen direkten signifikanten Einfluss auf die Abbruchintention im Sinne der klassischen Theorie aufweisen, was teilweise im Widerspruch zum bisherigen Forschungsstand steht.
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