Bachelorarbeit, 2012
25 Seiten, Note: 1
1. Einleitung
2. Hauptteil
2.1. Überblick über die Exilsituation in Lateinamerika
2.2. Brasilien als Exilland
2.2.1. Situation der deutschsprachigen Schriftsteller und Schriftstellerinnen in Brasilien
2.3. Stefan Zweig
2.3.1. Biographischer Überblick vor dem brasilianischen Exil
2.3.2. Stefan Zweig in Brasilien
2.3.3. Schriftstellerische Tätigkeit im brasilianischen Exil
2.4. Paul Frischauer
2.4.1. Biographische Eckdaten vor und nach dem Exil
2.4.2. Paul Frischauer in Brasilien
2.4.3. Freundschaft zu Stefan Zweig
2.4.4. Schriftstellerische Tätigkeit im Exil: Die Vargas-Biographie
2.5. Vergleich: Stefan Zweig und Paul Frischauer – zwei unterschiedliche Persönlichkeiten im Exil
3. Resümee
Die Arbeit analysiert das Exil deutschsprachiger Schriftsteller in Brasilien zwischen 1933 und 1945, wobei der Fokus auf den Biografien und Werken von Stefan Zweig und Paul Frischauer liegt, um den Einfluss der Exilsituation auf deren literarisches Schaffen und persönliche Lebensführung aufzuzeigen.
2.3.2. Stefan Zweig in Brasilien
Bereits der erste kurze Aufenthalt in Brasilien im Jahr 1936 löst bei Zweig rege Begeisterung über das „Gelobte Land“ aus. Diese Begeisterung scheint sich noch vor seiner Ankunft anzudeuten: „Morgen Rio de Janeiro! Früh aufstehen“, heißt es in Zweigs Tagebuch am 20. August 1936. Schon vom Schiffdeck aus zeigt er sich beeindruckt vom Anblick Rios: „Morgen[s] die Einfahrt: eine Herrlichkeit. […] Unvergeßlich [sic!] ist dieser erste Anblick […]. Diese Stadt hat wirklich Magie.“.
Zweigs Ankunft in Rio de Janeiro gleicht dem Empfang eines Staatsgastes; zahlreiche Journalisten und Fotografen erwarten den zu diesem Zeitpunkt „meistgelesene[n] europäische[n] Autor auf diesem fernen Kontinent“. Auch die anschließenden Vortragsreisen durch Südamerika erweisen sich als enorm erfolgreich, und Zweig scheint selbst überrascht über den Enthusiasmus seiner Leser zu sein: „Denn ich war jetzt in den Ländern kein Fremder mehr, überall hatte ich Freunde, Verleger, ein Publikum, ich kam als Autor meiner Bücher und nicht mehr als der anonyme Neugierige von einst.“
1. Einleitung: Vorstellung des Themas und der Forschungsfrage bezüglich des Exils deutschsprachiger Schriftsteller in Brasilien zwischen 1933 und 1945.
2. Hauptteil: Detaillierte Untersuchung der allgemeinen Exilbedingungen in Lateinamerika und der spezifischen Situation in Brasilien, gefolgt von einer Analyse der Biografien und Werke von Stefan Zweig und Paul Frischauer.
3. Resümee: Synthese der Ergebnisse, die verdeutlicht, wie unterschiedlich Zweig und Frischauer auf die Exilbedingungen reagierten und wie diese ihr künstlerisches Schaffen prägten.
Stefan Zweig, Paul Frischauer, Brasilien, Exilliteratur, Nationalsozialismus, Emigration, Vargas-Biographie, Estado Novo, Kulturpolitik, Literarisches Schaffen, Exil, Identität, Exilforschung, Integrationsschwierigkeiten, Literaturwissenschaft.
Die Arbeit untersucht das Exil deutschsprachiger Schriftsteller in Brasilien in der Zeit von 1933 bis 1945, wobei der Schwerpunkt auf den Erfahrungen und Werken von Stefan Zweig und Paul Frischauer liegt.
Zentrale Themen sind die kulturellen und politischen Bedingungen im brasilianischen Exil, die Integrationsprobleme der Exilanten sowie die Frage nach der literarischen Produktivität unter den Bedingungen des Exils und der Zensur.
Das Ziel ist es, am Beispiel von Zweig und Frischauer zu analysieren, wie sich die Exilsituation konkret auf das Leben und das künstlerische Schaffen von Schriftstellern ausgewirkt hat.
Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Quellenanalyse, die biographische Daten sowie zeitgenössische Werke und wissenschaftliche Sekundärliteratur zur Exilliteratur in Lateinamerika auswertet.
Der Hauptteil gliedert sich in einen Überblick über die Exilsituation in Lateinamerika, die speziellen Bedingungen in Brasilien sowie detaillierte biographische und werkanalytische Kapitel zu Stefan Zweig und Paul Frischauer.
Neben den Namen der beiden Hauptautoren sind Schlüsselwörter wie Exilliteratur, Brasilien, Nationalsozialismus, Emigration und politischer Kontext entscheidend für das Verständnis der Arbeit.
Zweig wollte Hoffnung auf eine neue Zukunft in einer verstörten Welt vermitteln, sah das Buch aber auch als notwendige Geste der Dankbarkeit für die Aufnahme in Brasilien, um sich in seiner neuen Heimat als Flüchtling zu sichern.
Während Zweig stark unter dem Verlust seiner europäischen Identität litt und schließlich im Suizid endete, sah Frischauer das Schreiben eher als notwendige Einnahmequelle und kehrte nach dem Exil in seine Heimat zurück.
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