Bachelorarbeit, 2013
24 Seiten, Note: 1
1. Einleitung
2. Hauptteil
2.1. Rahmenbedingungen für den Frauenraub
2.1.1. Heiratssystem
2.1.2. Kulturbegriff
2.2. Die Entführung der Prinzessin
2.2.1. Motive und Umstände
2.2.2. Gewaltakt und Verlauf der Gefangenschaft
2.2.3. Rechtfertigung und Diskussion des Raubs
2.2.4. „Happy-End“ und neues Geschlecht
2.3. Figuren
2.3.1. Lisvana: Stolz und Heimatverbundenheit
3. Besonderheiten bei der Erzählweise
3.1. Märchenkontext
3.2. Satire
4. Resümee
Die vorliegende Arbeit analysiert Karen Duves Roman „Die entführte Prinzessin“ hinsichtlich der Ausarbeitung des Frauenraubmotivs, untersucht die Darstellung von Gewalt, kultureller Konfrontation sowie die satirische Erzählweise der Autorin in einem märchenhaften Kontext.
2.2.2. Gewaltakt und Verlauf der Gefangenschaft
Die Verschleppung scheint schnell und einfach zu gelingen: zwei baskarische Ritter werden vorgeschickt, um Prinzessin Lisvana und ihre Kammerjungfer Rosamonde – die aus logistischen Gründen ebenfalls mitgenommen werden muss – nachts gewaltsam aus ihren Schlafgemächern fortzuschaffen. Während die Hofdame Rosamonde sich scheinbar willenlos fügt - „[Sie] lief […] folgsam vor Ritter Ernesto her, der nur den Strick zu halten brauchte, mit dem ihre Hände auf den Rücken gebunden waren“ – erweist sich Lisvana als etwas „schwierige[...] Beute“, die „einige Scherereien“ macht: „Er [der Ritter] mußte [sic!] ihr zusätzlich zu dem Knebel noch die Hand auf den Mund pressen und schleifte sie mehr oder weniger über den Boden, weil sie sich weigerte zu gehen und stattdessen um sich trat.“
Bemerkenswert ist an dieser Stelle die Selbstverständlichkeit, mit der man sowohl von der Prinzessin als auch von ihrer Zofe erwartet, das Geschehene widerstandslos zu akzeptieren: „Man führte die schönen Gefangenen in die Kajüte, die für eine glückliche Braut eingerichtet worden war, und nahm ihnen die Knebel und die Fesseln ab. […] So ließ man die Damen erst einmal allein, damit sie sich beruhigen und mit der neuen Situation abfinden konnten, und drehte den Schlüssel zweimal um.“
1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Motiv des Frauenraubs ein, stellt den Roman „Die entführte Prinzessin“ als satirische Auseinandersetzung mit diesem Stoff vor und formuliert die zentralen Forschungsfragen der Arbeit.
2. Hauptteil: Der Hauptteil untersucht die Rahmenbedingungen des Heiratssystems, die Motive und Abläufe der Entführungen, die Rechtfertigungen der Beteiligten sowie die Entwicklung der Hauptfigur Lisvana.
2.1. Rahmenbedingungen für den Frauenraub: Dieses Kapitel erläutert das patriarchale Heiratssystem sowie das kulturelle Verständnis innerhalb der fiktiven Romanwelt.
2.1.1. Heiratssystem: Hier wird die Praxis der strategischen, ökonomisch motivierten Eheschließung und der Prinzessinnenliste analysiert.
2.1.2. Kulturbegriff: Dieses Kapitel vergleicht die kulturellen Unterschiede zwischen dem Nordland und Baskarien hinsichtlich Lebensweise und Mentalität.
2.2. Die Entführung der Prinzessin: Dieses Kapitel analysiert die konkrete Durchführung und Umstände der Entführung der Prinzessin.
2.2.1. Motive und Umstände: Hier wird dargelegt, wie die Entführung als Resultat einer spontanen Idee von Prinz Diego entsteht.
2.2.2. Gewaltakt und Verlauf der Gefangenschaft: Dieses Kapitel beschreibt die gewaltsame Verschleppung und die Bedingungen der Gefangenschaft der Prinzessin.
2.2.3. Rechtfertigung und Diskussion des Raubs: Hier werden die subjektiven Rechtfertigungsversuche von Prinz Diego, König Leo und Königin Isabella untersucht.
2.2.4. „Happy-End“ und neues Geschlecht: Dieses Kapitel beleuchtet den Ausgang der Geschichte und die Eingliederung der Prinzessin in die fremde Kultur.
2.3. Figuren: Dieses Kapitel widmet sich der näheren Betrachtung der Romanfiguren.
2.3.1. Lisvana: Stolz und Heimatverbundenheit: Hier wird die Wandlung der Nordlandprinzessin von einer beeinflussbaren zu einer selbstbewussteren Frau analysiert.
3. Besonderheiten bei der Erzählweise: Dieses Kapitel analysiert die spezifischen erzählerischen Merkmale des Romans.
3.1. Märchenkontext: Dieses Kapitel untersucht das fiktive „Setting“ und die zeitliche Unbestimmtheit des Romans.
3.2. Satire: Hier wird der satirische Erzählton der Autorin und die bewusste Überzeichnung der Figuren als Form der Kritik beleuchtet.
4. Resümee: Das Resümee fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und ordnet den Roman in eine feministische literarische Tradition ein.
Karen Duve, Die entführte Prinzessin, Frauenraub, Patriarchat, Heiratssystem, Märchenkontext, Satire, Prinzessin Lisvana, Prinz Diego, Literaturwissenschaft, Geschlechterverhältnis, Entführung, Rebellion, Identität, Literaturanalyse
Die Arbeit analysiert das Motiv des Frauenraubs in Karen Duves Roman „Die entführte Prinzessin“ und untersucht, wie die Autorin dieses klassische Sujet satirisch und in einem märchenhaften Kontext dekonstruiert.
Die zentralen Themen sind das patriarchale Heiratssystem, die Rechtfertigung von Gewalt im Namen der Liebe, die Entwicklung weiblicher Hauptfiguren sowie die satirische Erzählweise der Autorin.
Ziel ist es, die Umstände und Motive hinter der Entführung der Prinzessin zu analysieren, die Gewalthandlungen innerhalb des Systems zu hinterfragen und die Eigentümlichkeiten der speziellen Erzählweise der Autorin aufzuzeigen.
Die Arbeit basiert auf einer literaturwissenschaftlichen Analyse des Primärtextes unter Einbeziehung des kulturellen und märchenhaften Kontextes des Romans.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Rahmenbedingungen, der konkreten Entführungsvorgänge, der Rechtfertigungsstrategien der Figuren sowie eine detaillierte Charakteranalyse der Prinzessin Lisvana.
Wichtige Begriffe sind Frauenraub, Patriarchat, Satire, Märchenkontext, gesellschaftliche Zwänge, Geschlechterverhältnis und Identitätsbildung der Hauptfigur.
Die Arbeit zeigt, dass Königin Isabella im Gegensatz zu den männlichen Figuren besonders gewaltbereit und desillusioniert agiert und somit eine zentrale Rolle bei der Verschärfung der Gefangenschaft der Prinzessin einnimmt.
Die satirische Überzeichnung der Charaktere dient als Mittel der Kritik, um die patriarchalen Strukturen und die Stereotype des Frauenraubs zu verharmlosen und dadurch umso deutlicher in den Fokus der Kritik zu rücken.
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