Bachelorarbeit, 2013
27 Seiten, Note: 2
1. Einleitung
2. Hauptteil
2.1. Das kindliche Leseerlebnis
2.2. Lesen gegen das Regime: Markus Zusaks Roman Die Bücherdiebin
2.2.1. Die Welt der Bücher
2.2.1.1. Bücherbesitz und seine Bedeutung
2.2.1.2. Bücher: gestohlen, gerettet, geschenkt
2.2.2. Leseerfahrungen
2.2.2.1. Lesen lernen
2.2.2.2. Lesemotivation
2.2.2.3. Leseverhalten
2.2.2.4. Vorlesen
2.2.3. Lesen und Schreiben
2.2.3.1. Briefe
2.2.3.2. Schreiben als Therapie
3. Resümee
Diese Bachelorarbeit untersucht die Darstellung von Lesen und kindlicher Leseerfahrung in Markus Zusaks Roman "Die Bücherdiebin". Das Hauptziel besteht darin, die Bedeutung von Büchern für die Protagonistin Liesel Meminger sowie für Nebenfiguren zu analysieren, wobei insbesondere die Lesemotivation, das spezifische Leseverhalten und die transformierende Kraft der Schrift in einem historisch-politisch schwierigen Kontext beleuchtet werden.
Bücher: gestohlen, gerettet, geschenkt
Angesichts der bibliophilen Züge, die Liesels Persönlichkeit im Lauf der Romanhandlung immer mehr annimmt, ist vor allem die bereits im Titel enthaltene Tatsache, dass die Protagonistin meistens durch Diebstahl in den Besitz ihrer Bücher gelangt, interessant. Diese Verhaltensweise ist natürlich zu einem großen Teil durch die Mittellosigkeit Liesels und ihrer Pflegeeltern – Hans und Rosa Hubermann – bedingt, die den Kauf von Büchern unmöglich macht; ihren Ursprung hat sie aber in dem bereits angesprochenen, für die Protagonistin sehr emotionalen Ereignis, das am Beginn der Handlung steht: dem Tod ihres kleinen Bruders und, unmittelbar damit verbunden, den Verlust der Mutter, einer „Kommunistin“, die ihre Tochter um derentwillen an eine Pflegefamilie abgibt: „Ihr Bruder war tot. […] Als Nächstes ihre Mutter. […] Der Abschied war feucht.“ Während der kurzen behelfsmäßigen Bestattung des Bruders an einer Bahnstation entdeckt Liesel das Buch und steckt es unbemerkt ein: „Etwas Schwarzes, Eckiges ruhte im Schnee. Nur das Mädchen sah es. Sie bückte sich, hob es auf und hielt es fest in ihren Fingern. Die Schrift auf dem Buch war silbern.“ Diese Handlung bildet den Auftakt zu einer Reihe weiterer Bücherdiebstähle, die sie später noch tätigen wird: „Die Bücherdiebin hatte zum ersten Mal zugeschlagen. Es war der Beginn einer außergewöhnlichen Karriere.“
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der literarischen Lesedarstellungen ein und definiert die Forschungsfrage bezüglich der kindlichen Leseerfahrung im Roman "Die Bücherdiebin".
2. Hauptteil: Der Hauptteil analysiert detailliert die Leseentwicklung der Protagonistin, ihr Verhältnis zu Büchern sowie die Bedeutung des Lesens und Schreibens als therapeutische und identitätsstiftende Praxis im Kontext des Zweiten Weltkriegs.
3. Resümee: Dieses Resümee fasst die zentralen Analyseergebnisse zusammen und betont die lebensrettende und lebensbejahende Funktion der Literatur für Liesel Meminger und ihr Umfeld.
Die Bücherdiebin, Markus Zusak, Leseforschung, kindliche Leseerfahrung, Literaturvermittlung, Lesemotivation, Leseverhalten, Vorlesen, Schreiben als Therapie, Nationalsozialismus, Buchbesitz, Identitätsbildung, Bibliophilie, Literaturrezeption, Erzählperspektive
Die Arbeit analysiert, wie das Lesen und der Umgang mit Büchern in Markus Zusaks Roman "Die Bücherdiebin" dargestellt werden.
Die Schwerpunkte liegen auf der kindlichen Leseerfahrung, dem Prozess des Lesenlernens, der sozialen Funktion des Vorlesens sowie der therapeutischen Wirkung des Schreibens.
Ziel ist es, die Bedeutung der Bücher für die Protagonistin und deren Einfluss auf ihre psychische Entwicklung sowie ihre Fähigkeit zur Bewältigung von Krisen zu untersuchen.
Die Analyse stützt sich primär auf eine tiefgehende Untersuchung des literarischen Textes (Primärtextanalyse), ergänzt durch theoretische Ansätze zur Leseforschung.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Lesemotivation, haptischen Erfahrungen mit Büchern, Vorlese-Ritualen und der besonderen Bedeutung des Schreibens als Mittel zur Lebensbewältigung.
Wichtige Begriffe sind Lesedarstellung, Bibliophilie, Krisenbewältigung, Identitätsbildung und die Macht der Sprache.
Es fungiert als erstes Symbol für den Verlust der Familie und ist gleichzeitig das Medium, durch das Liesel mit Hilfe ihres Pflegevaters lesen lernt.
Das Vorlesen dient in Zeiten von Bombenangriffen als beruhigende, lebenswichtige Konstante und stärkt den sozialen Zusammenhalt in einer traumatischen Zeit.
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