Doktorarbeit / Dissertation, 1995
46 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung und Problemstellung
1.1 Historischer Überblick
1.2 Problemstellung
2. Material und Methoden
2.1 Material
2.1.1 Untersuchungsmaterial
2.1.2 Geräte und Materialien
2.2 Methoden
2.2.1 Auswahl der Präparate
2.2.2 Fotografieren der Präparate
2.2.3 Ausmessen der Schnittflächen
3. Ergebnisse
3.1 Beschreibende Statistik
3.2 Meßwerte
4. Diskussion
4.1 Fehlerdiskussion
4.1.1 Auswahl der Präparate
4.1.2 Meßverfahren
4.1.3 Bestimmung der Meßpunkte
4.2 Ergebnisse im Gesamtzusammenhang
4.2.1 Vergleiche mit anderen Untersuchungen
4.2.2 Schlußfolgerungen
5. Zusammenfassung
6. Literaturverzeichnis
Die vorliegende Dissertation untersucht die morphologischen Größenveränderungen der menschlichen Cochlea (Innenohr) im Verlauf der Schneckenwindungen, um Erkenntnisse über anatomische Gegebenheiten zu gewinnen, die für die operative Versorgung mit Cochlea-Implantaten und das Verständnis der Innenohr-Physiologie relevant sind.
1.1 Historischer Überblick
Das Hörorgan, unser empfindlichster Sinn, liegt gut geschützt in der Cochlea des Felsenbeins. Ein nachweisbarer Höreindruck entsteht in einem gesunden Ohr bereits bei einer Auslenkung des Trommelfelles, die geringer ist als der Durchmesser des Wasserstoffatoms. Die dazu benötigte mechanische Energie ist um eine Zehnerpotenz geringer, als die zur Erzielung eines Seheindruckes erforderliche Strahlenenergie (Keidel 1975) [38]. Trotz dieser hohen Empfindlichkeit können wir unsere Umgebung aufgrund des schmalen Frequenzbereiches des menschlichen Hörvermögens nur unzureichend erfassen und uns alleine mit dem Gehör kaum orientieren. Somit müssen wir auch zur Beurteilung der Struktur dieses hochsensiblen Organs den weniger empfindlichen Gesichtssinn einsetzen.
Aufgrund seiner verborgenen Lage blieb selbst der makroskopische Aufbau des Innenohrs bis zur Wiederaufnahme von Sektionen menschlicher Leichen im Italien des sechzehnten Jahrhunderts unseren Augen verborgen. Den Ruhm der Erstbeschreibung der makroskopischen Cochleamorphologie teilen sich als Pfadfinder in der Otologie die Anatomen Eustachio, Fallopio und Ingrassia in den Jahren 1560 bis 1570. Ihren Leistungen vermochten die Zeitgenossen Spärliches, die Nachfolger nur feinere Details hinzuzufügen. Bis zur Dissertation von Cotugno 1760 war man der Überzeugung, daß das knöcherne Labyrinth mit Luft, dem sogenannten "aer innatus", gefüllt sei [21]. Erst 1789 fand Scarpa im Innern der knöchernen Ohrstrukturen das häutige Labyrinth [59]. Die letzte größere Entdeckung vor Corti blieb Reissner vorbehalten, der aufgrund verbesserter Präparationstechnik und Fortschritten der Lichtmikroskopie 1851 neben den beiden Skalen noch einen dritten Kanal, den Ductus cochlearis fand. Noch im gleichen Jahr beschrieb Corti erstmals die Papilla acustica, die von Kölliker ein Jahr später in Corti-Organ umbenannt wurde.
1. Einleitung und Problemstellung: Dieses Kapitel gibt einen historischen Abriss der Cochlea-Forschung und erläutert die Relevanz der anatomischen Daten für moderne Lärmschaden-Theorien und Cochlea-Implantationen.
2. Material und Methoden: Hier wird die Aufbereitung der 150 menschlichen Felsenbeine sowie das morphometrische Messverfahren mittels Polarplanimeter und Lichtmikroskopie detailliert beschrieben.
3. Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die statistisch ausgewerteten Meßwerte der Querschnittsflächen von Scala tympani, Scala vestibuli und Ductus cochlearis an fünf definierten Meßpunkten.
4. Diskussion: Hier erfolgt eine kritische Würdigung der methodischen Fehlerquellen, ein Vergleich mit bestehender Literatur sowie die Ableitung klinischer Schlußfolgerungen hinsichtlich Wirbelbildungen und Cochlea-Implantaten.
5. Zusammenfassung: Die Kernaussagen der Arbeit werden hier zusammengefaßt, insbesondere die Erkenntnis der diskontinuierlichen Flächenänderungen im Verlauf der Cochlea.
Cochlea, Innenohr, Anatomie, Morphometrie, Cochlea-Implantat, Scala tympani, Scala vestibuli, Ductus cochlearis, Querschnittsfläche, Schneckenwindung, Hörphysiologie, Felsenbein, morphologische Variabilität, anatomische Diskoninuitäten, Lärmschaden
Die Arbeit untersucht die anatomischen Größenverhältnisse der Innenohrstrukturen (Cochlea), speziell die Querschnittsflächen der verschiedenen Schneckengänge, um ein besseres Verständnis ihrer Struktur und Funktion zu erlangen.
Die Themen umfassen die historische Anatomie des Innenohrs, die morphometrische Messung an histologischen Präparaten sowie die klinische Anwendung dieser Daten in der Otologie.
Das Ziel ist die präzise Vermessung der menschlichen Cochlea, um zu klären, wie sich die Querschnittsflächen der Flüssigkeitsräume im Verlauf der Schneckenwindungen verändern.
Es wurde eine morphometrische Analyse an einer umfangreichen Sammlung von histologischen Serienschnitten menschlicher Felsenbeine mittels Lichtmikroskopie und Polarplanimetrie durchgeführt.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des Untersuchungsmaterials, die detaillierte Beschreibung der Messmethodik, die Präsentation der Messergebnisse sowie eine umfassende Diskussion der Daten im Kontext anatomischer und physiologischer Erkenntnisse.
Wichtige Begriffe sind Cochlea, morphometrische Analyse, Cochlea-Implantat, Scala tympani, Scala vestibuli und die anatomische Variabilität des menschlichen Innenohrs.
Die Ergebnisse liefern wichtige Daten über die Platzverhältnisse in der Scala tympani, was für das schonende Einführen von Elektroden bei Cochlea-Implantaten und die Vermeidung von Gewebeschädigungen von hoher Relevanz ist.
Die Arbeit unterstützt die Theorie, dass die beobachteten Formveränderungen der Skalen anatomische Voraussetzungen für hydrodynamische Wirbelbildungen sein könnten, was wiederum die hohe Empfindlichkeit des Gehörs in bestimmten Frequenzbereichen erklärt.
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