Bachelorarbeit, 2018
35 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Das Schloß – Motiv
2.1 Die Darstellung des Schloßes im Roman
2.2 Das Schloß als Metapher für Erkenntnis
3. K. ein Topograph? – Der Landvermesser in Kafkas Schloß-Roman
3.1 K.s Raumwahrnehmung
3.2 Das ‚Schloß‘ als bürokratischer Apparat
3.3 Das unerreichbare (Macht-) Zentrum
4. Das Schloß als Bild der Gnosis: Eine Deutungsmöglichkeit des Schloßes
5. Fazit: Die zielgerichtete Suche ohne Ziel
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern die Suche nach Erkenntnis als übergreifendes literarisches Motiv in Franz Kafkas Roman „Das Schloß“ fungiert und wie der Protagonist K. versucht, sich dieser Zielsetzung durch empirische und soziale Annäherung zu nähern.
2.1 Die Darstellung des Schloßes im Roman
„Die Straße nämlich, die Hauptstraße des Dorfes, führte nicht zum Schloßberg, sie führte nur nahe heran, dann aber, wie absichtlich, bog sie ab, und wenn sie sich auch vom Schloß nicht entfernte, so kam sie ihm doch auch nicht näher.“
Diese Beschreibung ist symptomatisch für K.s Wegbemühungen hin zum Schloß. Obwohl es sich ihm im Laufe der Geschichte immer wieder andeutet, bleibt das Ziel in der Ferne.
Als K. in dem Dorf ankommt, hat er eine genaue Vorstellung von dem Schloß. Er erwartet ein „große[s] Schloß“, auf einem „Schloßberg“ sich befindend. Tatsächlich findet K. weder einen „Prunkbau“ noch eine „Ritterburg“ vor, stattdessen ähnelte der Anblick des vermeintlichen Schlosses einem „Städtchen“, welches „aus Dorfhäusern zusammengetragen“ und dessen Fassade „längst abgefallen“ sei (S. 17). Diese Darstellung lässt sich nicht mit den herkömmlichen Vorstellungen und Assoziationen, welche man mit dem Wort Schloß verbindet, vereinen. Im Gegenteil, Kafka zeichnet das Bild eines verfallenen und trostlosen Gebäudes, welches sich als ein aus Steinen zusammengebautes Improvisorium vor dem inneren Auge des Lesers erstreckt.
1. Einleitung: Einführung in die Bedeutung Franz Kafkas und die Absurdität sowie Unbestimmtheit, die sein Romanfragment „Das Schloß“ für den Leser und den Protagonisten K. auszeichnet.
2. Das Schloß – Motiv: Analyse des Schloßes als zentrales Motiv, das einerseits durch physische Unerreichbarkeit geprägt ist und andererseits eine Erkenntnisgewinnung symbolisiert, die K. vergeblich anstrebt.
3. K. ein Topograph? – Der Landvermesser in Kafkas Schloß-Roman: Untersuchung der Raumdarstellung und der bürokratischen Struktur, die K.s Scheitern bei seiner „Vermessung“ und seinem Versuch, Kontakt zum Machtzentrum aufzunehmen, begründen.
4. Das Schloß als Bild der Gnosis: Eine Deutungsmöglichkeit des Schloßes: Deutung des Schloß-Romans unter gnostischen Gesichtspunkten, wobei das Schloß als Ort der ersehnten, aber letztlich unerreichbaren Transzendenz und Erkenntnis betrachtet wird.
5. Fazit: Die zielgerichtete Suche ohne Ziel: Zusammenfassung der Ergebnisse, wonach K.s Scheitern in seiner rationalen Weltgebundenheit begründet liegt, die eine gnostische oder individuelle Erkenntnis verunmöglicht.
Franz Kafka, Das Schloß, K., Erkenntnis, Gnosis, Bürokratie, Raumwahrnehmung, Landvermesser, Machtinstanz, Entfremdung, Absurdität, Weltbild, Sinnsuche, Transzendenz, Identität
Die Arbeit analysiert Kafkas Roman „Das Schloß“ im Hinblick auf das Motiv der Erkenntnissuche des Protagonisten K. und beleuchtet dessen Scheitern an gesellschaftlichen und metaphysischen Strukturen.
Die Schwerpunkte liegen auf der Raumdarstellung, der Analyse der bürokratischen Machtstrukturen und der gnostischen Deutung von K.s existenzieller Suche.
Ziel ist es, die Suche K.s als einen Versuch der Erkenntnisgewinnung zu enthüllen und die Gründe für sein dauerhaftes Scheitern in einer hermetisch abgeriegelten Welt aufzuzeigen.
Die Arbeit nutzt textimmanente Analysen und bezieht sich dabei auf literaturwissenschaftliche sowie philosophische Deutungsansätze, darunter die von Max Weber und verschiedenen Gnosis-Forschern.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Schloß-Motivs, die Analyse von K.s Raumwahrnehmung als „Landvermesser“ sowie die Auseinandersetzung mit dem Schloß als bürokratischem Apparat.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie „Erkenntnis“, „Bürokratie“, „Gnosis“, „Fremdsein“ und „Raumkonstrukt“ geprägt.
Die Bezeichnung ist symbolisch zu verstehen; sie spiegelt K.s strategisches Bemühen wider, eine Ordnung in eine unzugängliche Welt zu bringen und seinen Platz darin zu „vermessend“ zu bestimmen.
Die Gnosis bietet eine Deutungsmöglichkeit, bei der das Schloß für eine erlösende Erkenntnis steht, die K. jedoch aufgrund seiner zu starken Verwurzelung in irdischen, empirischen Denkweisen nicht erlangen kann.
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