Masterarbeit, 2018
316 Seiten, Note: 1,7
I. Einführung
II. Theoretische Grundlagen
1. Journalismusethik – wieso?
1.1 Erhalt der Pressefreiheit durch verantwortungsvollen Journalismus
1.2 Die Komplexität journalistischen Handelns
1.3 Qualitätsverlust?
1.3.1 Der Zusammenhang von Ethik und Qualität
1.4 Reflexion, Steuerung und Orientierung
2. Besonderheiten der Journalismusethik
2.1 Anforderungen
2.2 Bedeutung der Redaktion
2.3 Spannungsfeld Journalismusethik
2.4 Sicherung von Ethik
2.5 Problematik
3. Institutionalisierung von Ethik
3.1 Regelwerke
3.2 Ombudsleute
3.3 Presserat und Pressekodex als Exempel
3.3.1 Geschichte
3.3.2 Inhalt und Funktionsweise des Pressekodex
3.3.3 Der Pressekodex in der Diskussion
3.3.4 Akzeptanz des Pressekodex bei Journalisten
3.3.5 Ein allgemeiner Kodex auch fürs Fernsehen?
4. Regulierung beim Fernsehen
4.1 Privat-kommerzielles Fernsehen
4.2 Öffentlich-rechtliches Fernsehen
4.3 Problematik
5. Besondere Relevanz der Ethik beim Fernsehen
5.1 Fernsehen als Leitmedium
5.2 Wirkung und Glaubwürdigkeit
5.3 Komplexität
6. Besonderheiten des fernsehjournalistischen Alltags und Auswirkungen auf die Ethik
6.1 Produktionsschritte
6.2 Aktuelle Entwicklungen
6.2.1 Zunehmende Dominanz der Bilder
6.2.2 Ressourcenknappheit
7. Wie kann Fernseh-Journalismusethik erfolgreich etabliert werden?
7.1 Verantwortungsverteilung
7.2 Regelwerke
7.3 Kontrolle
7.4 Chancen des Internets nutzen
7.5 Sensibilisierung
III. Positionierung des Themas in der Forschungslandschaft
1. Einordnung
1.1 Forschungsprojekt zu Arbeitsabläufen und -bedingungen in Redaktionen von Blöbaum, Kutscha, Bonk und Karthaus (2011)
1.2 MediaAcT-Studie zur journalistischen Perspektive auf die Media Accountability (2012)
2. Forschungslücke
IV. Methode und Forschungsdesign
1. Forschungsfragen
2. Methoden
2.1 Qualitative Leitfadeninterviews
2.1.1 Design des Leitfadens
2.1.2 Auswahl der Experten
2.2 Qualitative Inhaltsanalyse der Ethik-Kodizes
3. Gegenstand der Untersuchung
3.1 Hallo Niedersachen (NDR)
3.2 RTL Nord (Niedersachsen und Bremen)
3.3 Leute heute (ZDF)
3.4 Sat.1 Frühstücksfernsehen
3.5 Report Mainz (SWR)
4. Durchführung
5. Auswertungsstrategie
5.1 Auswertung der Leitfadeninterviews
5.2 Inhaltsanalyse der Kodizes
V. Ergebnisse
1. Gegenüberstellung der für die Redaktionen gültigen Kodizes
1.1 Hallo Niedersachsen
1.2 RTL Nord
1.3 Leute heute
1.4 Sat.1 Frühstücksfernsehen
1.5 Report Mainz
1.6 Zwischenfazit
2. Beantwortung der Forschungsfragen
2.1 Welche Rolle spielt der Pressekodex des Deutschen Presserats innerhalb von Fernsehredaktionen?
2.2 Welche Rolle spielt der Medienkodex des Netzwerks Recherche innerhalb von Fernsehredaktionen?
2.3 Welche Rolle spielen redaktionseigene beziehungsweise unternehmenseigene Kodizes?
2.4 Wie werden ethische Normen in der Redaktion etabliert?
2.5 Wer diskutiert wann und wie über journalistische Ethik?
2.6 Wer überprüft die Einhaltung ethischer Vorgaben und wie geschieht das?
2.7 Welche Sanktionsmittel gibt es bei Verstößen gegen die ethischen Normen?
2.8 Was passiert, wenn falsche Informationen gesendet wurden?
2.9 Ist die Verantwortung in der Redaktion angemessen verteilt?
2.10 Gibt es Unterschiede hinsichtlich der Etablierung und Sicherung von ethischen Standards zwischen Redaktionen von öffentlich-rechtlichen und privat-kommerziellen Sendern?
2.11 Gibt es Unterschiede hinsichtlich der Etablierung und Sicherung von ethischen Standards zwischen Redaktionen von nachrichtlichen, boulevardesken und investigativen Sendungen?
2.12 Braucht die Fernsehberichterstattung einen eigenen, allgemeinen Fernsehkodex?
2.13 Sonstige Erkenntnisse
3. Fazit
VI. Kritische Reflexion der Arbeit und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht, auf welcher Basis deutsche Fernsehmagazin-Redaktionen ethische Entscheidungen bei ihrer Berichterstattung treffen und wie die Einhaltung dieser Normen gesichert wird, da für den Fernsehjournalismus kein Äquivalent zu den Publizistischen Grundsätzen des Deutschen Presserats existiert.
1.2 Die Komplexität journalistischen Handelns
Die Schwierigkeit dieser Werteorientierung liegt darin, dass sich journalistisches Handeln oft nicht nur in richtig oder falsch unterteilen lässt. Stattdessen führen unterschiedliche – und damit womöglich widersprüchliche – Normen zu Spannungsfeldern. Nach Michael Haller gibt es im Journalismus sechs Werte- und Normensysteme, die nicht deckungsgleich sind, mit denen aber zeitgleich umgegangen werden muss:32
1.) Die Art der Kommunikation
Entscheidend dabei sind die Öffentlichkeit der Kommunikation, die Dispersität des Publikums sowie (technische) Spezifika der Mediengattungen und -typen.33
2.) Die Funktionen des Journalismus
Dazu zählen einerseits Funktionen der Demokratietheorie wie Information und Meinungsbildung, andererseits aber auch gesellschaftspolitische Aufgaben wie Integration, Mobilisierung und Nutzwert. Es handelt sich also um sogenannte meritorische Funktionen: Sie sind ökonomisch zwar nicht rentabel, haben aber eine Bedeutung als allgemeines Gut.34
3.) Ökonomische Gesichtspunkte
Darunter fallen der Medienwettbewerb, das Streben nach Wachstum und Profit, sowie nach Macht.35
4.) Die Bedürfnisse des Publikums
Dazu gehören Information, Unterhaltung, Partizipation, Sozialität und die geistige sowie emotionale Verbindung mit der Welt.36
5.) Die Berufsrolle
Sie ist bestimmt durch Tradition, Berufsorganisation, Ausbildung und Selbstkontrolle der Profession.37
6.) Individuelle Merkmale der Journalisten
Dazu zählen die Sozialisation, das Selbstverständnis, die Persönlichkeitsstruktur sowie Berufsperspektiven des jeweiligen Medienschaffenden.38
Aus den daraus erfolgenden Spannungsfeldern ergibt sich die Frage, wie Journalisten Handlungssicherheit gewinnen können. Haller spricht dabei einerseits von einem „Basiskonsens“ 39, der auf Schnittmengen der verschiedenen Wertesysteme beruht. Er zählt dazu „gesicherte Normen“ 40 wie Wahrhaftigkeit und Gleichbehandlung. Andererseits weist er auf „Normenkonfikte“ 41 hin, die sich teils auf, vor allem aber zwischen den sechs Ebenen abspielen. Hier gilt es zu klären, wie man diese Konflikte lösen kann.42
Carsten Brosda zufolge steht ein „ethisch handelnder Journalist […] in der Pflicht, diese zum Teil dissonanten Werte und Normen miteinander zu synchronisieren bzw. sich zwischen ihnen bewusst und begründet zu entscheiden.“ 43 Dazu ist jedoch ein hoher Grad der Professionalität nötig, der es ermöglicht, die Ebenen in Relation zu setzen und gegeneinander abzuwägen.44
I. Einführung: Diese Einleitung beleuchtet die Bedeutung journalistischer Ethik und hinterfragt die Rolle des Pressekodex für Fernsehjournalisten, da für diesen Bereich bisher keine vergleichbare, allgemein anerkannte Regulierung existiert.
II. Theoretische Grundlagen: Das Kapitel erläutert die Relevanz und Komplexität journalistischer Ethik sowie die verschiedenen Formen der (ethischen) Regulierung und deren Probleme im Fernsehsektor.
III. Positionierung des Themas in der Forschungslandschaft: Hier wird der Stand der aktuellen Forschung eingeordnet und die Forschungslücke identifiziert, die durch die vorliegende Arbeit geschlossen werden soll.
IV. Methode und Forschungsdesign: Dieses Kapitel beschreibt das methodische Vorgehen, insbesondere die Durchführung von qualitativen Leitfadeninterviews mit Redakteuren und die inhaltsanalytische Untersuchung ethischer Kodizes.
V. Ergebnisse: Die Ergebnisse präsentieren die Gegenüberstellung der untersuchten Kodizes sowie die detaillierte Beantwortung der Forschungsfragen zur Etablierung und Sicherung ethischer Normen.
VI. Kritische Reflexion der Arbeit und Ausblick: Der abschließende Teil reflektiert die methodischen Einschränkungen der Arbeit und bietet Ansätze für zukünftige Forschungsvorhaben.
Fernsehjournalismus, Medienethik, Pressekodex, Journalismusethik, Redaktionsalltag, Compliance, Selbstkontrolle, Medienregulierung, Fernsehqualität, Nachrichtenwert, Journalistische Verantwortung, Leitfadeninterviews, Kodizes, Programmgrundsätze, Fernsehredaktion
Die Arbeit untersucht die medienethischen Grundlagen und Strukturen der Etablierung ethischer Standards in deutschen Fernsehmagazin-Redaktionen.
Die zentralen Felder umfassen die Rolle bestehender Kodizes (wie des Pressekodex), die Bedeutung redaktionsinterner Dialoge und Kontrollmechanismen sowie die Herausforderungen durch mediale Konvergenz und wirtschaftlichen Druck.
Das Ziel ist aufzuklären, wie Fernsehredaktionen ethisch korrekt handeln und Normen sichern, obwohl kein allgemeingültiger Fernsehkodex existiert.
Die Arbeit basiert primär auf qualitativen Leitfadeninterviews mit Redakteuren in verantwortungsvollen Positionen sowie einer ergänzenden Inhaltsanalyse redaktionseigener Ethik-Kodizes.
Der Hauptteil analysiert theoretische Grundlagen, Institutionalisierung von Ethik, Besonderheiten des Fernsehjournalismus, das Forschungsdesign sowie die konkreten Ergebnisse aus den Befragungen und Kodex-Analysen.
Wichtige Begriffe sind Fernsehjournalismus, Medienethik, Pressekodex, Compliance, Redaktionsalltag und journalistische Verantwortung.
Der Bereich wurde gewählt, um eine bessere Vergleichbarkeit der Untersuchungsergebnisse zwischen verschiedenen Redaktionen zu ermöglichen.
Er dient als ethischer Referenzrahmen und Maßstab, wird jedoch im redaktionellen Alltag selten explizit konsultiert, sondern gilt eher als verinnerlichter Grundbestandteil des Berufsbildes.
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