Fachbuch, 2018
89 Seiten
1 Einleitung
1.1 Problemlage und Zielsetzung
1.2 Aufbau und Methodik
2 Absentismus: Definition, Modelle und Ursachen
2.1 Begriffserläuterung
2.2 Absentismus-Modelle
2.3 Einflussgrößen und Ursachen für den Absentismus
3 Absentismus am Arbeitsplatz
3.1 Zahlen und Fakten
3.2 Berufsspezifische Fehlzeitenursachen
3.3 Ökonomische Folgen für Unternehmen
4 Führung und Absentismus
4.1 Führung
4.2 Führungskultur
4.3 Führungsstil
5 Wirkungszusammenhänge zwischen dem Führungsverhalten und Absentismus
5.1 Einflüsse des Führungsverhalten
5.2 Auswirkung der Führungsstile
6 Absentismus als Chance und Risiko für das mittlere Management
6.1 Führung als Steuerungsinstrument
6.2 Führungsunabhängige Faktoren
6.3 Betriebsklima und Stress (-erleben)
6.4 Grenzen einer „gesunden“ Führung
6.5 Das Mittelmanagement zwischen Führungskompetenz und Fehlzeitenreduktion
7 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss des Führungsverhaltens und speziell des Führungsstils auf den sogenannten motivationalen Absentismus von Mitarbeitern. Dabei wird analysiert, ob und inwiefern Vorgesetzte durch ihr Verhalten krankheitsunabhängiges Fernbleiben vom Arbeitsplatz beeinflussen, verringern oder gar verstärken können, wobei ein besonderer Fokus auf den Herausforderungen für das mittlere Management liegt.
Führungsstil nach Lewin (1939)
Kurt Lewin (1890-1947), Begründer der klassischen Führungsstile, unterscheidet zwischen autoritären, kooperativen bzw. demokratischen und Laissez-faire-Führungskonzepten. Sie gehören zu den eindimensionalen Führungsstilen.110
Der autoritäre Führungsstil drückt sich durch das Über- und Unterordnungsverhältnis, bzw. durch Befehl und Gehorsam aus.111 Hier herrscht eine starke Lenkung und Kontrolle durch die Führungsperson, der allein die Entscheidungs- und Handlungsbefugnis obliegt.112
Der demokratische bzw. kooperative Führungsstil zeichnet sich durch die wesentlichen Merkmale der Einbeziehung der Mitarbeiter in die betrieblichen Entscheidungen und der Einräumung eines Mitspracherechts aus.113 Bei diesem Führungsstil wird Wert auf Vertrauen und Toleranz gelegt.114
Beim Laissez-faire-Führungsstil (franz.: Treibenlassen) wird weitgehend auf Führung verzichtet oder sie fehlt im eigentlichen Sinne. Somit handelt es sich bei dem Laissez-faire-Führungsstil um ein sehr passives und ineffektives Führungsverhalten seitens der Führungsperson.115 Dieser kann indessen negative Auswirkungen auf die Leistung der Geführten, der Teams und der Organisation zeigen, da bestimmte Ziele nicht eingehalten und hohe Leistungsziele nicht erreicht werden können.116 Entscheidungen werden im Team und von allen gleichberechtigt getroffen.117
1 Einleitung: Einführung in die Problematik des hohen Krankenstands in Deutschland und Vorstellung der Forschungsfrage zur Rolle der Führung beim Absentismus.
2 Absentismus: Definition, Modelle und Ursachen: Theoretische Einordnung des Absentismus-Begriffs und Darstellung diverser Erklärungsmodelle sowie Einflussfaktoren.
3 Absentismus am Arbeitsplatz: Analyse der tatsächlichen Fehlzeiten, deren berufsbezogene Ursachen und die daraus resultierenden ökonomischen Folgen für Unternehmen.
4 Führung und Absentismus: Erläuterung der grundlegenden Begriffe Führung, Führungskultur und verschiedener klassischer sowie moderner Führungsstile.
5 Wirkungszusammenhänge zwischen dem Führungsverhalten und Absentismus: Empirische Untersuchung anhand von 13 Studien zur Frage, wie Führung das Absentismus-Verhalten konkret beeinflusst.
6 Absentismus als Chance und Risiko für das mittlere Management: Diskussion der Erkenntnisse aus Sicht der mittleren Führungsebene und Ableitung von Handlungsstrategien.
7 Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse und Beantwortung der zentralen Forschungsfrage zum Einfluss von Führung auf das Fernbleiben von der Arbeit.
Absentismus, Führungsstil, Mitarbeiterführung, Krankenstand, Betriebsklima, Fehlzeiten, Mittleres Management, Arbeitsmotivation, Führungsverhalten, Transformationale Führung, Transaktionale Führung, Stresserleben, Burnout-Prophylaxe, Salutogenese, Arbeitszufriedenheit
Die Arbeit untersucht das Phänomen des motivationalen Absentismus, also wenn Mitarbeiter dem Arbeitsplatz fernbleiben, obwohl sie dazu in der Lage wären zu arbeiten, und analysiert den Zusammenhang zwischen diesem Verhalten und dem Führungsstil der Vorgesetzten.
Die zentralen Felder sind die Definition und Ursachenforschung von Absentismus, verschiedene Führungsmodelle (z.B. nach Lewin, Fleishman, Bass/Avolio), die Bedeutung des Betriebsklimas sowie die Auswirkungen von Stress am Arbeitsplatz.
Das Hauptziel besteht darin herauszufinden, ob und inwieweit das Verhalten von Führungskräften einen Einfluss auf den Absentismus der Mitarbeiter hat und ob dies durch spezifische Führungsstile gefördert oder reduziert werden kann.
Die Autorin nutzt eine explorative Literaturrecherche in diversen wissenschaftlichen Datenbanken (u.a. PubMed, Springer Link), um bestehende Studien auszuwerten und theoretische sowie empirische Erkenntnisse zum Thema zusammenzuführen.
Im Hauptteil werden nach der theoretischen Fundierung (Definitionen, Modelle) diverse Führungsstile detailliert vorgestellt und anschließend anhand von Studien hinsichtlich ihrer spezifischen Auswirkungen auf den Absentismus analysiert.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Absentismus, Führungsstil, Mitarbeiterführung, Krankenstand, Betriebsklima, Fehlzeiten sowie Burnout-Prophylaxe charakterisieren.
Das mittlere Management steht oft „zwischen den Stühlen“ und muss einerseits Leistungsvorgaben erfüllen und andererseits die Bedürfnisse der Mitarbeiter berücksichtigen; es hat durch Reflektion und angemessene Führung eine Schlüsselrolle bei der Prävention von Absentismus.
Ja, in der Arbeit wird die These vertreten, dass kurzfristiger, motivationaler Absentismus eine Funktion als „Burnout-Prophylaxe“ einnehmen kann, indem der Mitarbeiter sich eine notwendige Auszeit zur Regeneration nimmt.
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