Bachelorarbeit, 2005
52 Seiten, Note: Sehr gut
I. EINLEITUNG
II. THEORETISCHER TEIL
1.) Die Tsunami-Katastrophe im Indischen Ozean
1.1.) Definition Tsunami
2.) Medienrealität
2.1.) Verzerrte Medienrealität
3.) Definition Nachricht
3.1.) Nachrichtenwert
3.2.) Entwicklung der Nachrichtenwert-Theorie
3.3.) Ansätze der Nachrichtenwert-Theorie
4.) Nachrichtenauswahl und Nachrichtenfaktoren
4.1) Nachrichtenfaktoren nach Schulz
4.2.) Nachrichtenfaktoren nach Galtung und Ruge
III. EMPIRISCHER TEIL
5.) Forschungsleitende Fragestellung
6.) Hypothesen
7.) Ziel der Untersuchung
7.1.) Untersuchungsmethode
7.2.) Untersuchungsmaterial
7.3.) Untersuchungszeitraum
7.4.) Bildung der Kategorien
8.) Darstellung der Ergebnisse
IV. CONCLUSIO
V. LITERATUR- UND ABBILDUNGSVERZEICHNIS
VI. ANHANG
Die Arbeit untersucht, wie zwei österreichische Tageszeitungen (Kronen Zeitung und Die Presse) über die Tsunami-Katastrophe im Indischen Ozean berichteten und inwieweit sich ihre Berichterstattung durch unterschiedliche Nachrichtenfaktoren voneinander unterscheidet.
2.1.) Verzerrte Medienrealität
Da, wie schon einmal erwähnt, verschiedene Personen verschiedenartige Realitätsauffassungen haben können, kommt auch eine gewisse Verzerrung zustande. So ist es möglich, dass zwei Journalisten über ein und dasselbe Ereignis etwas Unterschiedliches schreiben.
Die Realität wird schon allein dadurch verzerrt, wenn der Journalist beginnt Nachrichten zu selektieren. Es kommt bestimmten Meldungen mehr Aufmerksamkeit zu, als anderen und das entscheidet schließlich der Journalist.
Burkart schreibt dazu: „Die in den Medien dargebotene Wirklichkeit repräsentiert in erster Linie Stereotype und Vorurteile der Journalisten […].“ Burkart meint weiters, dass wir es mit einer „verzerrten Medienrealität“ zu tun haben und stellt folgende Thesen auf:
1.) Die verzerrte Medienrealität entspricht der objektiven Wirklichkeit bestenfalls in Ansätzen.
2.) Medien können als Weltbildapparate gesehen werden, mit denen Wirklichkeit von Journalisten konstruiert wird.
3.) Die Wirklichkeitskonstruktionen entsprechen sogenannten Nachrichtenfaktoren.
4.) Unter Nachrichtenfaktoren versteht man eher die Interpretation der Journalisten und nicht objektive Eigenschaften der Wirklichkeit.
5.) Nachrichten sind in der Regel Mittel zum Zweck.
6.) Der Zweck wird oft nicht von den Journalisten bestimmt, sondern wird durch außermediale Instanzen festgelegt.
7.) Außermediale Wirklichkeitskonstrukteure (Öffentlichkeitsarbeiter) kontrollieren bis zu einem gewissen Grad die journalistische Berichterstattung.
I. EINLEITUNG: Darstellung der Zielsetzung, der untersuchten Zeitungen und des theoretischen Vorgehens für den Vergleich der Tsunami-Berichterstattung.
II. THEORETISCHER TEIL: Erläuterung der Tsunami-Katastrophe, des Medienbegriffs der Realitätskonstruktion und der verschiedenen Nachrichtenwert-Theorien.
III. EMPIRISCHER TEIL: Präsentation der Fragestellungen, Hypothesen, Methoden und der detaillierten Ergebnisse der quantitativen Inhaltsanalyse.
IV. CONCLUSIO: Zusammenfassende Auswertung der Ergebnisse und Fazit zur Ähnlichkeit der Berichterstattung beider Zeitungen trotz unterschiedlicher Zielgruppen.
V. LITERATUR- UND ABBILDUNGSVERZEICHNIS: Auflistung der verwendeten Fachliteratur, Quellen und Abbildungen.
VI. ANHANG: Dokumentation des verwendeten Codebuchs für die Kategorisierung der Nachrichtenbeiträge.
Tsunami, Indischer Ozean, Nachrichtenwert-Theorie, Inhaltsanalyse, Medienrealität, Kronen Zeitung, Die Presse, Nachrichtenfaktoren, Katastrophenberichterstattung, Journalismus, quantitative Forschung, Nachrichten, Medien, Medienvergleich, Berichterstattung
Die Arbeit untersucht die Berichterstattung über die Tsunami-Katastrophe im Indischen Ozean im Dezember 2004 in zwei ausgewählten österreichischen Zeitungen.
Die Themenfelder umfassen die journalistische Nachrichtenauswahl, die Rolle von Nachrichtenfaktoren, den Vergleich von Boulevard- und Qualitätszeitungen sowie die verzerrte Darstellung der Wirklichkeit in den Medien.
Das Ziel ist es herauszufinden, ob sich die Berichterstattung der Kronen Zeitung und der Presse bei diesem spezifischen Ereignis signifikant unterscheidet und welche Rolle dabei die Gewichtung von Nachrichtenfaktoren spielt.
Die Autorin verwendet eine quantitative Inhaltsanalyse, um 449 Zeitungsartikel anhand eines erstellten Codebuchs zu kodieren und zu vergleichen.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil zur Nachrichtenwert-Forschung und einen empirischen Teil, in dem Hypothesen anhand der Kategorien (z.B. Optik, Umfang, Themen, Personalisierung) verifiziert oder falsifiziert werden.
Die Arbeit lässt sich vor allem durch Begriffe wie Tsunami-Katastrophe, Nachrichtenfaktoren, Inhaltsanalyse, Medienrealität und Nachrichtenwert-Theorie charakterisieren.
Die Wahl fiel darauf, da Katastrophen eine besonders intensive und umfangreiche Berichterstattung auslösen, was eine breitere Datenbasis für die Untersuchung bietet.
Obwohl man aufgrund der unterschiedlichen Zielgruppen starke Unterschiede vermuten könnte, kommt die Arbeit zu dem Schluss, dass die Berichterstattung beider Zeitungen im Fall dieser Katastrophe einander näher liegt als angenommen.
Einige Hypothesen, etwa zur Platzierung der Berichte, konnten verifiziert werden, während andere, zum Beispiel zur Illustration oder zum Umfang der Artikel, in der Untersuchung falsifiziert wurden.
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