Bachelorarbeit, 2018
83 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Postsekundäre Ausbildungsalternativen in Deutschland
2.1 Ausbildungsalternativen für Studienberechtigte
2.2 Postsekundärer Bildungsabschluss und Sozialschichtzugehörigkeit in Deutschland
3 Theoretischer Hintergrund
3.1 Soziale Bildungsungleichheiten am Hochschulübergang
3.1.1 Primäre und sekundäre soziale Herkunftseffekte
3.1.2 Bildungsaspirationen
3.1.3 Wisconsin-Modell
3.1.4 Theorie der rationalen Wahl
3.1.5 Modell der Frame-Selektion
3.1.6 Bildungshintergrund und Hochschulbesuch
3.2 Ethnische Bildungsungleichheiten am Hochschulübergang
3.2.1 Primäre, sekundäre und tertiäre ethnische Herkunftseffekte
3.2.2 Migrationsspezifische Einflussfaktoren
3.2.3 Soziales Kapital in ethnischen Netzwerken
3.2.4 Theorie der rationalen Wahl
3.2.5 Modell der Frame-Selektion
3.2.6 Bildungshintergrund und Hochschulbesuch
4 Zusammenfassung der Hypothesen
4.1 Migrationshintergrund und Hochschulbesuch
4.2 Bildungshintergrund und Hochschulbesuch bei Studienberechtigten mit Migrationshintergrund
5 Empirische Ausgangslage in Deutschland
5.1 Soziale Bildungsungleichheiten am Hochschulübergang
5.2 Ethnische Bildungsungleichheiten am Hochschulübergang
6 Methode
6.1 Datenbasis und methodisches Vorgehen
6.2 Statistisches Vorgehen
7 Empirische Ergebnisse
7.1 Migrationshintergrund und Hochschulbesuch
7.1.1 Operationalisierung der Variablen und deskriptive Maßzahlen
7.1.2 Bivariate Ergebnisse
7.1.3 Multivariate Ergebnisse
7.1.4 Zusammenfassung
7.2 Bildungshintergrund und Hochschulbesuch bei Studienberechtigten mit Migrationshintergrund
7.2.1 Operationalisierung der Variablen und deskriptive Maßzahlen
7.2.2 Bivariate Ergebnisse
7.2.3 Multivariate Ergebnisse
7.2.4 Zusammenfassung
8 Zusammenfassende Betrachtung und Diskussion
8.1 Zusammenfassung
8.2 Diskussion
8.3 Ausblick
Die Bachelorarbeit untersucht den Einfluss der sozialen Herkunft auf das Übergangsverhalten von Studienberechtigten mit Migrationshintergrund in die Hochschule. Die Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Mechanismen und Einflussfaktoren, die zu Unterschieden im Bildungsentscheidungsverhalten zwischen verschiedenen Herkunftsgruppen führen.
3.1.1 Primäre und sekundäre soziale Herkunftseffekte
Die Unterscheidung von primären und sekundären Effekten wurde ursprünglich von Boudon (1974), zur Untersuchung schichtspezifischer Unterschiede im Bildungserfolg eingeführt. Die primären Herkunftseffekte beschreiben den Einfluss der sozialen Herkunft auf den Kompetenzerwerb. So weisen Schüler mit verschiedener sozialer Herkunft im Durchschnitt ein unterschiedliches Schulleistungsniveau auf (vgl. Schindler et al. 2014: 44). Diese herkunftsbedingten Leistungsunterschiede ergeben sich aufgrund klassenspezifischer Sozialisationsprozessen, bedingt durch die unterschiedliche Ressourcenausstattung im Elternhaus, die unterschiedliche kognitive und motivationale Förderung der Eltern, wie auch unterschiedlicher genetischer Voraussetzungen (vgl. Relikowski 2012: 19 f.).
Neben den primären, über die Schulleistung vermittelten Leistungsunterschieden, wirken außerdem sekundäre Herkunftseffekte, welche sich auf das Entscheidungsverhalten der Akteure an den entscheidenden Übergängen ihres Bildungsweges beziehen. Dieses spezifische Entscheidungsverhalten wirkt unabhängig von fachlichen Kompetenzen (primären Effekten) und ergibt sich aufgrund von Vorerfahrungen, besonderer Motivation oder dem Wunsch des Statuserhalts der Familie. Damit verbunden kommt es zu einer Abwägung möglicher Alternativen bezüglich der erwarteten Erträge und Kosten der Bildungsentscheidung (vgl. Kristen & Dollmann 2012: 110 f.). Personen aus der Dienstklasse entscheiden sich demnach eher für einen tertiären Bildungsweg, welcher ihren sozialen Status sichert. Im Gegensatz zu Schülern aus der Arbeiterklasse, die ihre Position meistens auch ohne höheren Bildungsabschluss halten können, sehen sich Schüler aus der Dienstklasse von einem möglichen Abstieg bedroht. Personen aus der Dienstklasse befinden sich dadurch in zweifach vorteilhafter Lage: Zum einen profitieren sie von den besseren Ausgangs- und Lernbedingungen in ihren Familien, zum anderen entscheiden sie sich bei gleichen Schulleistungen häufiger für eine der höheren Bildungsalternativen (vgl. Kristen & Dollmann, 2009: 207 f.).
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Bildungsungleichheiten im Kontext der Bildungsexpansion und definiert das Forschungsinteresse an den spezifischen Übergangsentscheidungen von Studienberechtigten mit Migrationshintergrund.
2 Postsekundäre Ausbildungsalternativen in Deutschland: Dieses Kapitel stellt die Struktur des deutschen Bildungssystems nach der Sekundarstufe II vor und erläutert die verschiedenen Ausbildungsoptionen für Studienberechtigte sowie die Bedeutung des sozialen Hintergrunds.
3 Theoretischer Hintergrund: Hier werden zentrale soziologische Theorien zur Erklärung von Bildungsentscheidungen wie das Rational-Choice-Modell und das Modell der Frame-Selektion dargelegt und auf den Migrationskontext erweitert.
4 Zusammenfassung der Hypothesen: Basierend auf den vorangegangenen theoretischen Ausführungen leitet dieses Kapitel die acht zu prüfenden Hypothesen ab, die den Zusammenhang zwischen Migrationshintergrund, Bildungshintergrund und Hochschulbesuch betreffen.
5 Empirische Ausgangslage in Deutschland: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über den aktuellen Forschungsstand zu sozialen und ethnischen Bildungsungleichheiten am Hochschulübergang und fasst relevante Studien zusammen.
6 Methode: Hier werden die Datenbasis des Nationalen Bildungspanels (NEPS) sowie das methodische Vorgehen, einschließlich der Stichprobenziehung und der statistischen Regressionsanalysen, erläutert.
7 Empirische Ergebnisse: Das Kapitel präsentiert die Ergebnisse der multivariaten Analysen, unterteilt in den allgemeinen Vergleich von Studienberechtigten und die spezifische Analyse innerhalb der Migrantengruppe.
8 Zusammenfassende Betrachtung und Diskussion: Die Arbeit schließt mit einer Synthese der Ergebnisse, einer kritischen Diskussion der theoretischen Annahmen und einem Ausblick auf zukünftige Forschungsnotwendigkeiten.
Hochschulübergang, Migrationshintergrund, Bildungsungleichheit, Soziale Herkunft, Bildungsaspirationen, Rational-Choice-Theorie, Frame-Selektion, Bildungshintergrund, NEPS, Sekundäre Herkunftseffekte, Statuserhalt, Studienberechtigte, Bildungsentscheidungen, Ethnische Netzwerke, Diskriminierung.
Die Arbeit untersucht, wie soziale Herkunft und Migrationshintergrund die Entscheidungen von Studienberechtigten bezüglich ihres weiteren Bildungsweges – konkret den Übergang in ein Hochschulstudium versus eine berufliche Ausbildung – beeinflussen.
Die zentralen Felder sind die Analyse von Bildungsungleichheiten, der Einfluss elterlicher Bildung, die Rolle von Bildungsaspirationen sowie die Anwendung rationaler Entscheidungstheorien auf den Bildungsmarkt.
Das Ziel ist es, aufzuklären, ob und warum sich Studienberechtigte mit und ohne Migrationshintergrund bei ihren Bildungsentscheidungen unterscheiden und welche Mechanismen (z.B. Kosten-Nutzen-Abwägung, Informiertheit) dabei eine Rolle spielen.
Die Autorin nutzt quantitative Methoden, insbesondere binäre logistische Regressionsanalysen, basierend auf Datensätzen des Nationalen Bildungspanels (NEPS).
Der Hauptteil umfasst eine tiefgehende theoretische Fundierung soziologischer Bildungsmodelle, die Ableitung spezifischer Hypothesen sowie eine umfangreiche empirische Auswertung zur Überprüfung dieser Hypothesen.
Die wichtigsten Begriffe sind Hochschulübergang, Migrationshintergrund, Bildungsungleichheit, Soziale Herkunft, Bildungsaspirationen und die Theorie der rationalen Wahl.
Der Statuserhalt ist ein zentrales Motiv; Familien versuchen, durch eine höhere Bildung der Kinder den sozialen Status abzusichern, wobei insbesondere bei Familien aus höheren Klassen ein drohender Abstieg die Bildungsaspirationen stark antreibt.
Sie beschreibt die Beobachtung, dass Migrantenfamilien trotz ungünstiger struktureller Bedingungen oft sehr hohe Bildungsaspirationen haben, da sie den Bildungsweg als primäres Mittel für den sozialen Aufstieg im Aufnahmeland sehen.
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