Diplomarbeit, 2015
85 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
2. Charakteristische Differenzen der Geschlechter
Hormonelle und gehirnbiologische Perspektive
Die psychosoziale Perspektive
Jungen spielen anders
Werden Jungen anders erzogen als Mädchen?
3. Geschlechterdifferenzen bei Erziehung und Bildung
Jungen in pädagogischen Institutionen
Jungen in Kindergärten
Jungen in den Schulen
Schulsystem und Geschlechtsverhältnisse in der Schule
4. Jungen als Bildungsverlierer
Jungen - Das in der Schule benachteiligte Geschlecht?
Bildungsdaten im Zeitvergleich
Geschlechtsspezifische Leistungsdifferenzen
Lesekompetenz
Mathematische Kompetenz
Naturwissenschaftliche Kompetenz
Berufs- und Studienwahl
5. Wie Jungen sich selbst sehen
6. Die Bedeutung von Identifikationsfigur für Jungen
7. Jungen und Gewalt
8. Jungen – Sorgenkinder oder Sieger?
9. Brauchen Jungen eine andere Erziehung als Mädchen
10. Jungen sind keine Mädchen
11. Schlussbetrachtung
Die vorliegende Arbeit untersucht die aktuelle Bildungssituation von Jungen im deutschen Schulsystem. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, warum Jungen in verschiedenen Kompetenzbereichen zunehmend als Bildungsverlierer wahrgenommen werden und welche pädagogischen sowie strukturellen Faktoren – insbesondere die Feminisierung des Lehrkörpers und Unterschiede in der Sozialisation – zu dieser Entwicklung beitragen.
Jungen spielen anders
Nach Nickel und Schmidt-Denter (1988) beschäftigen sich Kinder, wenn man die Spielwelten von Jungen im Basis von Instrumenten, ab dem dritten Lebensjahr zunehmend mit geschlechtstypischem Spielmaterial. (vgl. Blossfeld /Bos 2009, S. 57) Während Jungen Baukasten, Werkzeuge und technisches Spielmaterial favorisieren, bevorzugen die Mädchen Puppen und Spielhaushaltsgerate. (vgl. Einsiedler 1999; siehe Abbildung 20).
Bei dem gemeinsamen Spiel von Mädchen und Jungen Scheu werden meist geschlechtsneutrale Spielzeuge verwendet. Scheu (1995) betrachtet ausdrücklich, dass die geschlechtsneutralen Spielzeuge die Interaktion zwischen Mädchen und Jungen scheint anzuregen, während die geschlechtstypischen Spielzeuge eher zu getrenntgeschlechtlichem Spiel führen. Geschlechtstypisches Spielmaterial hat außerdem geschlechtstypische Spielformen und Interessen zur Folge. ( vgl. vbw 2009. S. 57)
Außerdem Viele Gemeinsamkeiten verfügen bei den spontanen Spielinteressen von Jungen und Mädchen und sie spielen selten allein. Zum Beispiel treffen Jungen und Mädchen am ehesten beim Malen und Basteln, bei Rollenspielen und bei Regelspielen aufeinander. Beobachtungen in der Schule zeigen, dass dies auch bei den geleiteten Angeboten vorkommt und dass sie oft harmonisch zusammen spielen. (vgl. Kaiser 2005, S. 26)
1. Einleitung: Beleuchtung der historischen Verschiebung des Diskurses von der Mädchen- zur Jungenbenachteiligung und Definition des Zieles der Arbeit.
2. Charakteristische Differenzen der Geschlechter: Analyse biologischer, hormoneller und psychosozialer Faktoren, die zur unterschiedlichen Entwicklung von Jungen und Mädchen beitragen.
3. Geschlechterdifferenzen bei Erziehung und Bildung: Untersuchung des Einflusses pädagogischer Institutionen, insbesondere Kindergärten und Schulen, auf die Geschlechtsidentität.
4. Jungen als Bildungsverlierer: Statistische Analyse der schulischen Leistungsdaten und der Problematik der Schulwahl für Jungen.
5. Wie Jungen sich selbst sehen: Reflexion über das Selbstbild und die Selbsteinschätzung von Schülern im Vergleich zu ihren Wünschen.
6. Die Bedeutung von Identifikationsfigur für Jungen: Diskussion über den Mangel an männlichen Bezugspersonen und dessen Folgen für die Identitätsbildung.
7. Jungen und Gewalt: Untersuchung der Korrelation zwischen sozialem Hintergrund, Schulform und gewalttätigem Verhalten bei Jungen.
8. Jungen – Sorgenkinder oder Sieger?: Kritische Hinterfragung des Pauschalurteils über Jungen als Bildungsverlierer anhand aktuellerer Studienergebnisse.
9. Brauchen Jungen eine andere Erziehung als Mädchen: Debatte über notwendige Anpassungen in der Pädagogik und Schulstruktur zur Förderung von Jungen.
10. Jungen sind keine Mädchen: Plädoyer für einen bewussteren Umgang mit geschlechtsspezifischen Eigenschaften im Erziehungskontext.
11. Schlussbetrachtung: Zusammenfassendes Resümee über die Notwendigkeit geschlechtssensibler Förderung zur Sicherung der Chancengleichheit.
Jungenpädagogik, Bildungsverlierer, Geschlechterdifferenzen, Schulerfolg, PISA-Studie, Feminisierung der Schule, Identitätsbildung, Sozialisation, Jungenförderung, geschlechtsspezifische Leistung, Erziehung, Identifikationsfiguren, Schulleistung, Bildungsbenachteiligung, Geschlechterrolle
Die Arbeit analysiert die Situation von Jungen im deutschen Bildungssystem, die zunehmend als benachteiligt gelten, und untersucht die Hintergründe dieser Entwicklung.
Zu den Kernbereichen gehören die geschlechtsspezifische Sozialisation, der Mangel an männlichen Vorbildern in pädagogischen Institutionen sowie die Analyse von PISA-Daten zu schulischen Leistungen.
Das Ziel ist es, die Ursachen für die Stagnation männlicher Schulleistungen zu erklären und Wege für eine zielgerichtetere Förderung von Jungen aufzuzeigen.
Der Autor stützt sich auf eine tiefgreifende Literaturanalyse, die Auswertung empirischer Studien (wie PISA und IGLU) sowie aktuelle bildungspolitische und psychologische Diskurse.
Der Hauptteil gliedert sich in Analysen zu biologischen und psychosozialen Differenzen, die Situation in pädagogischen Einrichtungen, Leistungsvergleiche in verschiedenen Fächern sowie die Bedeutung des Selbstbildes.
Wichtige Begriffe sind Jungenpädagogik, geschlechtsspezifische Sozialisation, schulische Leistungsdifferenzen und Bildungsgerechtigkeit.
Der Autor argumentiert, dass der hohe Frauenanteil in Grundschulen und Kitas zu einer stärker an Mädchenbedürfnissen orientierten Gestaltung des Unterrichts führen kann, was Jungen im Lernprozess benachteiligen könnte.
Laut den zitierten Studien hängen fachspezifische Interessen eng mit der Geschlechtsidentität und den gesellschaftlichen Erwartungen zusammen, die Jungen eher in technische Domänen drängen.
Die Arbeit zeigt, dass Jungen sich zwar kritischer einschätzen, jedoch häufiger externalisierende Verhaltensweisen wie Unruhe oder Störungen zeigen, wenn sie sich im System nicht angemessen gefördert fühlen.
Der Autor weist darauf hin, dass das Fehlen männlicher Identifikationsfiguren sowohl zu Hause als auch in der Schule die Identitätsbildung von Jungen erschweren und somit indirekt Auswirkungen auf ihre Lernmotivation haben kann.
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