Examensarbeit, 2005
86 Seiten, Note: 1,0
Didaktik für das Fach Deutsch - Pädagogik, Sprachwissenschaft
0 Einleitung
1 Lesekompetenz
1.1 Begriffsbestimmung
1.2 Die Ebenen der Lesekompetenz
1.2.1 Hierarchieniedrige Prozesse
1.2.2 Hierarchiehohe Prozesse
1.3 Interindividuelle Unterschiede- Wie unterscheiden sich gute und schlechte Leser?
1.3.1 Prozesse auf Wortebene
1.3.2 Prozesse auf Satzebene
1.3.3 Prozesse auf Textebene
1.4 Einflussfaktoren auf die Lesekompetenz
1.4.1 Soziale Faktoren
1.4.2 Personale Faktoren
1.5 Vergleichsstudien zur Lesekompetenz
1.5.1 Ergebnisse
1.5.1.1 Die PISA- Studie
1.5.1.2 Die IGLU- Studie
1.5.1.3 Die VERA- Studie
1.5.2 Konsequenzen
1.5.2.1 Der Deutschunterricht
1.5.2.2 Die Aus- und Fortbildung der Lehrkräfte
1.5.2.4 Die Hochschul- und Schulentwicklung
2 Märchen
2.1 Allgemeines
2.1.1 Grundlagen
2.1.2 Stilistisches
2.3 Wie können Märchen das Lesen der Kinder fördern?
2.2.1 Wirkung der Märchen auf Kinder
2.2.2 Fördernd wirkende Merkmale der Märchen
2.2.3 Produktive Umsetzungsweisen der Märchen im Grundschulunterricht
3 Untersuchungen zum Märchenlesen
3.1 Beschreibung der Untersuchung
3.1.1 Auswahl der Schüler(innen)
3.1.2 Auswahl der Märchen
3.1.2.1 Der süße Brei (KHM 103)
3.1.2.2 Der goldene Schlüssel (KHM 200)
3.1.3 Auswahl der Übungen
3.2 Verlauf der Untersuchung
3.2.1 Lautes Vorlesen
3.2.1.1 Niklas ( 9 Jahre alt, sehr guter Leser)
3.2.2 Marina ( 9 Jahre alt, gute Leserin)
3.2.3 Dominik ( 9 Jahre alt, mittelmäßiger Leser)
3.2.4.1 Lena ( 9 Jahre alt, mittelmäßige Leserin)
3.2.4.2 Kathrin ( 8 Jahre alt, schwache Leserin)
3.2.6 Julian ( 10 Jahre alt, sehr schwacher Leser)
3.2.2 Auswertung der Arbeitsblätter
3.2.2.1 Lückentext
3.2.2.2 Arbeitsblatt „Der süße Brei“
3.2.2.3 Arbeitsblatt „Der goldene Schlüssel“
3.3 Schlussbemerkung
4 Fazit
5 Literaturverzeichnis
Die vorliegende Arbeit untersucht die Wirksamkeit von Märchen als Methode der Leseförderung in der Primarstufe. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch die Nutzung märchentypischer Textstrukturen und deren hohe Anschlussfähigkeit an die Lebenswelt von Kindern die Lesekompetenz sowie die Lesemotivation bei Schülern der dritten Klasse gestärkt werden kann.
1.2 Die Ebenen der Lesekompetenz
Während des Leseprozesses vollziehen sich Prozesse auf verschiedenen Ebenen, vom bloßen Erkennen der Buchstaben und Wörter bis hin zur syntaktischen und semantischen Analyse des Textes. Dabei unterscheiden sich die Theorien in der Ansicht über das Zusammenspiel dieser Ebenen. Während die modularen Theorien annehmen, dass die Prozesse unabhängig voneinander arbeiten und nacheinander einsetzen, geht der interaktiv- konnektionistische Ansatz davon aus, dass die Ebenen parallel oder zeitlich überlappend ablaufen. Die empirische Forschung spricht derzeit eher für den letztgenannten Modelltyp.
Ich beziehe mich in meinen Ausführungen auf das interaktionistische Modell von Dijk und Kintsch (Richter/Christmann in: Groeben/Hurrelmann 2002, S.28-34), die im Wesentlichen fünf Teilprozesse auf hierarchieniedriger und hierarchiehoher Ebene unterscheiden.
0 Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet die Rolle des Lesens in einer mediengeprägten Gesellschaft und führt in die zentrale Forschungsfrage ein, wie Märchen zur Leseförderung beitragen können.
1 Lesekompetenz: Dieses Kapitel definiert Lesekompetenz als dynamisches Repertoire an Fähigkeiten und analysiert deren mentale Prozesse sowie verschiedene soziale und personale Einflussfaktoren.
2 Märchen: Das Kapitel erläutert die Grundlagen und stilistischen Merkmale von Märchen und begründet, warum diese Gattung besonders geeignet ist, die Leselust und das Textverständnis von Grundschulkindern zu fördern.
3 Untersuchungen zum Märchenlesen: In diesem Hauptteil wird eine empirische Untersuchung mit Drittklässlern beschrieben, bei der das laute Vorlesen analysiert und die Wirksamkeit von Arbeitsblättern zu ausgewählten Märchen evaluiert wird.
4 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass der Einsatz von Märchen einen altersangemessenen, motivierenden und förderlichen Umgang mit epischer Literatur in der Primarstufe ermöglicht.
Lesekompetenz, Leseförderung, Märchen, Primarstufe, Lesemotivation, Textverständnis, Lesesozialisation, Grundschule, Deutschunterricht, Literaturdidaktik, PISA-Studie, IGLU-Studie, Textstruktur, Leseprozess
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Bedeutung und Wirksamkeit von Märchen als Werkzeug zur Leseförderung im Deutschunterricht der Grundschule.
Im Zentrum stehen die theoretischen Grundlagen der Lesekompetenz, der Einfluss von Sozialisation auf das Leseverhalten sowie die didaktische Analyse und praktische Erprobung von Märchen zur Förderung der Leselust.
Ziel ist es zu zeigen, dass Märchen aufgrund ihrer spezifischen Struktur und Anknüpfungspunkte an das kindliche Weltbild hervorragend geeignet sind, um Lesehürden abzubauen und eine nachhaltige Lesekompetenz zu entwickeln.
Die Autorin kombiniert eine theoretische Literaturanalyse zu Lesekompetenz und Märchenpädagogik mit einer empirischen Fallstudie, bei der das laute Vorlesen und die schriftliche Sinnerfassung von Drittklässlern analysiert wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung (Ebenen der Lesekompetenz, Vergleichsstudien) und die praktische Untersuchung, bei der Schülerinnen und Schüler verschiedene Übungen zu den Märchen „Der süße Brei“ und „Der goldene Schlüssel“ bearbeiten.
Zu den zentralen Begriffen gehören Lesekompetenz, Märchen, Leseförderung, Primarstufe, Lesesozialisation und Textverständnis.
Die Arbeit zeigt deutliche Unterschiede zwischen den Teilnehmern auf: Während sehr gute Leser wie Niklas den Text flüssig und automatisiert erfassen, müssen schwächere Leser wie Julian oder Kathrin deutlich längere Zeiten aufwenden, können aber durch die Märchenstruktur und ihr Vorwissen dennoch Fortschritte im Textverständnis erzielen.
Da Märchen auf vertrauten Mustern und einer klaren Struktur basieren, entlasten sie den Leser. Die Vorhersehbarkeit und die inhaltliche Überschaubarkeit ermöglichen es auch schwächeren Schülern, lokale und globale Kohärenzen im Text herzustellen, die sie bei unbekannten Sachtexten oft nicht aufbauen könnten.
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