Bachelorarbeit, 2018
42 Seiten, Note: 2,0
1. Neun Jahre Krise
2. Theoretische Grundlagen der angebots- und der nachfrageorientierten Wirtschaftspolitik
2.1 Nachfrageorientierte Wirtschaftspolitik
2.1.1 Nachfrageorientierte Fiskalpolitik
2.1.2 Nachfrageorientierte Arbeitsmarktpolitik
2.1.3 Kritische Auseinandersetzung mit der nachfrageorientierten Wirtschaftspolitik
2.2 Angebotsorientierte Wirtschaftspolitik
2.2.1 Angebotsorientierte Finanzpolitik
2.2.2 Angebotsorientierte Arbeitsmarktpolitik
2.2.3 Angebotsorientierte Markt- und Wettbewerbspolitik
2.2.4 Kritische Auseinandersetzung mit der angebotstheoretischen Wirtschaftspolitik
3. Empirisches Fallbeispiel Griechenland
3.1 Entstehung der Krise
3.1.1 Europäische Ursachen der Krise
3.1.2 Nationale Ursachen der Krise
3.2 Maßnahmen der Anpassungsprogramme
3.3 Das wirtschaftspolitische Paradigma der Anpassungsprogramme
3.4 Folgen der Anpassungsprogramme
4. Debatte der Ergebnisse
4.1 Vergemeinschaftung der Schulden
4.2 Ausscheiden aus der Währungsunion
4.3 Weshalb die Anpassungsprogramme scheitern mussten – eine Handlungsempfehlung
5. Schlussfolgerungen
Die Arbeit untersucht das wirtschaftspolitische Paradigma, das den Hilfsprogrammen für Griechenland zugrunde liegt, und bewertet deren Erfolg sowie die Gründe für die langwierige wirtschaftliche Erholung. Dabei wird analysiert, ob der Fokus auf angebotsorientierten Maßnahmen angesichts der strukturellen und konjunkturellen Gegebenheiten zielführend war.
2.1 Nachfrageorientierte Wirtschaftspolitik
„Nach dem postkeynesianischen Paradigma besteht Anlass, der Selbstregulierungsfähigkeit des ökonomischen Systems, speziell dem Vollbeschäftigungsautomatismus, zu misstrauen und im Falle von Störungen des gesamtwirtschaftlichen Gleichgewichts stabilisierungspolitische, insbesondere fiskalpolitische Maßnahmen zu ergreifen. Im Gegensatz zur klassischen Lehre geht die postkeynesianische Theorie offenbar von der Hypothese der inhärenten Instabilität marktwirtschaftlicher Systeme aus.“ (Pätzold/Baade 2008: 39; Hervorhebung im Original) Während im angebotstheoretischen Denken die Devise gilt „mehr Markt – weniger Staat“ soll der Staat im nachfrageorientierten Paradigma „eine aktive stabilisierungspolitische Verantwortung […] übernehmen.“ (ebd.) Mit marktwirtschaftlichen Überzeugungen sind nachfrageorientierte Vorstellungen trotzdem vereinbar, da keine gezielte Steuerung einzelner Akteure erfolgen soll, sondern eine „antizyklische Beeinflussung der gesamtwirtschaftlichen Nachfrageaggregate“ auf makroökonomischer Ebene (ebd.; Hervorhebung im Original). Zentrales Steuerungsinstrument nachfrageorientierter Wirtschaftspolitik ist die Fiskalpolitik (sonst: Finanzpolitik), da ihr eine höhere Steuerungswirkung zugesprochen wird als der Geldpolitik. (ebd.)
1. Neun Jahre Krise: Einleitung in die griechische Schuldenkrise, Zielsetzung der Arbeit und Erläuterung des gewählten Untersuchungszeitraums.
2. Theoretische Grundlagen der angebots- und der nachfrageorientierten Wirtschaftspolitik: Erläuterung der beiden wirtschaftspolitischen Denkschulen, ihrer Instrumente sowie deren Stärken und Schwächen.
3. Empirisches Fallbeispiel Griechenland: Anwendung der theoretischen Grundlagen auf das reale Fallbeispiel Griechenland, Analyse der Ursachen und der durchgeführten Anpassungsprogramme.
4. Debatte der Ergebnisse: Kritische Auseinandersetzung mit der praktizierten Rettungspolitik, Diskussion von Lösungsalternativen und Herleitung einer Handlungsempfehlung.
5. Schlussfolgerungen: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage und abschließende Einschätzung der Situation Griechenlands nach den Reformjahren.
Griechenland, Schuldenkrise, Wirtschaftspolitik, Nachfrageorientierung, Angebotsorientierung, Fiskalpolitik, Troika, Austerität, Eurokrise, Reformen, Wettbewerbsfähigkeit, Strukturreformen, Klientelismus, BIP, Eurobonds.
Die Arbeit analysiert die wirtschaftspolitische Strategie, die bei der Bewältigung der griechischen Schuldenkrise ab 2010 zur Anwendung kam, und bewertet deren Erfolg sowie die theoretischen Hintergründe.
Zentrale Felder sind die nachfrage- und angebotsorientierte Wirtschaftspolitik, die Ursachen der Krise in Griechenland, die Maßnahmen der Troika-Programme sowie alternative Lösungsmodelle.
Die Forschungsfrage zielt darauf ab, zu ergründen, welchem wirtschaftstheoretischen Paradigma die Hilfsmaßnahmen folgten und inwieweit diese als erfolgreich zu bewerten sind, unter Berücksichtigung der Gründe für die zögerliche Erholung.
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Ausarbeitung basierend auf etablierter Fachliteratur (z.B. Pätzold/Baade, Willke) sowie eine empirische Untersuchung anhand von Daten und Berichten internationaler Akteure wie EU, IWF und Eurostat.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung, die spezifische Analyse des Fallbeispiels Griechenland inklusive Ursachenanalyse und Reformmaßnahmen sowie eine Debatte über alternative Lösungsansätze.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Griechenland-Krise, Fiskalpolitik, Angebotsorientierung, Austerität und strukturelle Reformen.
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass der pro-zyklische Charakter der Anpassungsprogramme die Binnennachfrage stark schwächte, während die Reformen gleichzeitig nicht konsequent umgesetzt wurden.
Klientelismus wird als eines der größten internen Hindernisse für die Umsetzung notwendiger Strukturreformen in Griechenland identifiziert, da er staatliche Effizienz und die Durchsetzung anständiger politischer Lösungen erschwert.
Die Vergemeinschaftung wird als theoretisch interessantes, aber realpolitisch aufgrund von Bedenken hinsichtlich moralischer Risiken (Moral Hazard) und Vorbehalten in fiskalisch disziplinierten Ländern schwer umsetzbares Konzept diskutiert.
Es wird eine Vermengung der Paradigmen empfohlen: Strukturreformen zur Förderung der Wettbewerbsfähigkeit in Griechenland, flankiert von einer innovationsgetriebenen expansiven Politik in den europäischen Kernländern.
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