Bachelorarbeit, 2018
39 Seiten, Note: 2
1. Abstract
2. Einleitung
3. Stand der Forschung
3.1 Entwicklung der Forschung: Paradigmen
3.2 Radikalisierung und Radikalisierungsmodelle
3.2.1 Folge von Entscheidungen
3.2.2 Handlungs- versus Gedankenradikalisierung
3.2.3 Soziale und individuelle Mechanismen
3.2.4 „Homegrown“ Modelle
3.2.5 Fazit zu den Radikalisierungsmodellen
3.3 Einzeltäter: Der „Lone-Wolf-Terrorist“
3.4 Risikobewertung von Terroristen
3.4.1 Demographische Faktoren
3.4.2 Sozialer Status und Bildungsstand
3.4.3 Psychologische Faktoren
3.4.4 Vorgeschichte und Verhalten vor der Tat
3.4.5 Fazit zur Risikobewertung
3.5 Terrorism Radicalization Assessment Protocol (TRAP-18)
4. Forschungsfrage
5. Methode und Stichprobe
6. Ergebnisse
6.1 Probleme im Forschungsfeld
6.2 Perspektiven und Anreize
7. Diskussion
8. Literatur
Die Arbeit untersucht den aktuellen Forschungsstand zum Thema Einzeltäter-Terrorismus („Lone-Wolf“-Terroristen) mit dem Ziel, die psychologischen Mechanismen der Radikalisierung sowie Ansätze zur Risikobewertung zu analysieren und kritisch zu hinterfragen.
The Staircase of Terrorism (Moghaddam, 2005)
Moghaddam (2005) erstellte ein 5-Schritte-Modell, dass er „The Staircase of Terrorism“ nennt und mit der Metapher einer Treppe umschreibt. Für sein Modell wählt er das Bild eines Gebäudes: Ein Individuum, das sich darin nach oben bewegt, muss auf jeder Etage eine Entscheidung über seinen weiteren Weg treffen. Terrorismus entsteht sozusagen als Folge von sukzessiv auf einander aufbauenden Entscheidungen.
Moghaddam geht davon aus, dass die Basis der Radikalisierung in der Suche nach Möglichkeiten besteht, mit einer wahrgenommenen unfairen Behandlung umzugehen. Das Individuum entwickle infolge dieser Wahrnehmung Aggressionen gegen den vermeintlich Schuldigen und rechtfertige in einem dritten Schritt vor sich und anderen terroristisches Handeln und Gewalt. Der Beitritt in eine terroristische Organisation und die letztendliche Dehumanisierung der feindlichen Beamten und Zivilisten stellen die vierte und letzte Stufe des Modells dar.
Der Autor argumentiert rein theoretisch und sieht die Förderung demokratischer Prozesse als wirksamstes Mittel gegen den Terrorismus. Denn das Individuum soll den terroristischen Akt nicht als einzige Möglichkeit ansehen, mit der erlebten Ungerechtigkeit umzugehen (vgl. Moghaddam, 2005). Auffällig ist, dass das Modell rein linear verläuft und das Durchlaufen einer Stufe als Voraussetzung für die nächste begreift. Wahrscheinlicher ist es hingegen, dass einige der genannten Prozesse auch parallel oder ohne den vorherigen Schritt ablaufen. Beispielsweise ist es vorstellbar, dass Personen bereits einer entsprechenden Organisation beigetreten sind, ohne jedoch vorher terroristische Akte rechtfertig zu haben oder terroristische Mittel vollständig rechtfertigen zu können. Moghaddams Modell bietet eine plausible Erklärung für Radikalisierungsprozesse innerhalb, jedoch nicht außerhalb von Organisationen (z.B. bei Einzeltätern).
1. Abstract: Kurze englisch- und deutschsprachige Zusammenfassung der Arbeit, welche den Fokus auf Einzeltäter-Terrorismus und die Problematik theoretisch dominierter Forschung legt.
2. Einleitung: Hinführung zum Thema Terrorismus und Begründung der Relevanz, insbesondere vor dem Hintergrund veränderter Strategien terroristischer Organisationen nach dem 11. September.
3. Stand der Forschung: Umfassende Darstellung historischer Paradigmen der Terrorismusforschung, verschiedener Radikalisierungsmodelle, Spezifika des „Lone-Wolf“-Phänomens und Methoden zur Risikobewertung wie das TRAP-18.
4. Forschungsfrage: Formulierung der zentralen Fragestellungen, die sich mit den Schwierigkeiten im Forschungsfeld, der Effektivität aktueller Prävention und den Notwendigkeiten künftiger Forschung befassen.
5. Methode und Stichprobe: Erläuterung des systematischen Vorgehens bei der Literaturrecherche über die Datenbank Psyndex und die Kriterien der Stichprobenauswahl.
6. Ergebnisse: Kritische Analyse der Probleme im aktuellen Forschungsfeld, insbesondere bezüglich der Generalisierbarkeit und empirischen Evidenz, sowie Ableitung zukünftiger Forschungsperspektiven.
7. Diskussion: Zusammenfassende Einschätzung des Forschungsstandes, Reflexion der Limitationen und abschließende Bewertung der Möglichkeiten zur Terrorismusprävention.
8. Literatur: Vollständiges Verzeichnis aller verwendeten Quellen.
Einzeltäter, Lone-Wolf-Terrorismus, Radikalisierung, Risikobewertung, Psychologie des Terrorismus, TRAP-18, Politische Radikalisierung, Terrorismusprävention, Identitätskrise, Empirische Forschung, Bedrohungsanalyse, Ideologie, Extremismus, Gewalt, Sozialpsychologie.
Die Arbeit bietet einen systematischen Review zum Thema „Lone-Wolf“-Terrorismus. Sie untersucht, wie sich Einzeltäter radikalisieren und welche theoretischen sowie empirischen Ansätze existieren, um diese Entwicklung zu verstehen und das Risiko für zukünftige Anschläge zu bewerten.
Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung der Terrorismusforschung, verschiedenen Radikalisierungsmodellen (z.B. Moghaddams Staircase, Two-Pyramids-Model), den spezifischen Merkmalen von Einzeltätern und der Evaluation von Risikobewertungsinstrumenten wie dem TRAP-18.
Das Ziel ist es, die Schwierigkeiten im aktuellen Forschungsfeld aufzuzeigen und zu klären, ob der derzeitige Stand der Forschung zielführend ist, um Terrorismus nachhaltig zu verhindern, sowie Anreize für zukünftige Forschungsprojekte zu geben.
Es handelt sich um einen systematischen Review. Der Autor wertete 50 Quellen aus der Datenbank Psyndex aus, darunter theoretische Artikel, empirische Studien und Fallstudien, um den Forschungsstand kritisch zu synthetisieren.
Im Hauptteil werden verschiedene Modelle zur politischen Radikalisierung verglichen, das Phänomen des Einzeltäters diskutiert, Methoden zur Risikobewertung analysiert und schließlich die methodischen Hürden des Forschungsfeldes sowie Perspektiven für die Zukunft dargelegt.
Die wichtigsten Schlagworte sind Einzeltäter, Lone-Wolf-Terrorismus, Radikalisierung, Risikobewertung, Psychologie des Terrorismus und TRAP-18.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass das TRAP-18 zwar ein vielversprechendes Analyse-Template für retrospektive Fallstudien bietet, jedoch aufgrund der extrem niedrigen Basisrate für terroristisches Verhalten derzeit kein valides prädiktives Instrument für eine allgemeine Risikovorhersage darstellt.
Der Autor identifiziert als Hauptprobleme die geringe Anzahl an verfügbaren Daten (kleine Population), den erschwerten Zugang zu Tätern für direkte Befragungen und die Schwierigkeit, allgemeingültige Profile zu erstellen, da Terrorismus ein hochgradig dynamisches und ideologisch diverses Phänomen ist.
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