Bachelorarbeit, 2017
57 Seiten, Note: 1,3
Politik - Allgemeines und Theorien zur Internationalen Politik
Einleitung
Literaturbericht
1. Der Neorealismus als Theorie der Internationalen Beziehungen
1.1. Kooperation im strukturellen Realismus
2. Erkenntnisse aus dem Neorealismus und methodisches Vorgehen
3. Das Königreich Saudi-Arabien
4. Saudi-Arabien als Geburtsort des Islam - Capabilities und saudisches Selbstverständnis
5. Das regionale Umfeld Riads
5.1. Saudi-Arabien und die Islamische Republik Iran: Rivalität um Vormacht
5.1.1. Regionale Konstellationen im Wandel: Ringen um Einfluss in der Region
5.2. Die regionale Außenpolitik Saudi-Arabiens
5.2.1. Ägypten - schmerzhafter Verlust eines Verbündeten
5.2.2. Die saudische Intervention in Bahrain - “Roots of sectarianism”?
5.2.3. ‚Operation Decisive Storm‘- Stellvertreterkrieg im Jemen?
5.2.4. Der syrische Bürgerkrieg und die Zukunft der Balance of Power im Mittleren Osten
5.3. Schlussfolgerungen aus den Interventionen
5.4. Saudi-arabischer Einfluss im Golfkooperationsrat (GKR)
5.4.1. Das saudisch-katarische Spannungsverhältnis
5.4.2. Saudi-Arabien in der regionalen Balance
6. Saudi-Arabien im internationalen System
6.1. Die Rolle der Vereinigten Staaten von Amerika
6.1.1. Veränderte Prioritäten - Nordamerikanischer Rückzug und die Folgen für die regionale Sicherheitsarchitektur
6.1.2. Die Rolle des JCPoA - Riad zwischen internationalem Druck und nationalen Interessen
6.2. Neue Partner für Riad? Ein Ausblick auf die saudi-arabischen internationalen Beziehungen
6.3. Die Ölpreispolitik Saudi-Arabiens: Ein Instrument im internationalen System
7. Zusammenfassende Betrachtung der Erkenntnisse
8. Ausblick: Interne Entwicklungen
8.1. Ökonomische Restriktionen und staatliche Handlungsfähigkeit
8.2. Nationalisierung der Bevölkerung
Schlusswort
Die vorliegende Arbeit untersucht das veränderte außenpolitische Handeln Saudi-Arabiens seit Beginn der arabischen Proteste im Jahr 2011. Ziel ist es, durch die theoretische Linse des Neorealismus zu analysieren, weshalb das Königreich eine zunehmend aggressive Regionalpolitik verfolgt und wie es versucht, seine Machtposition trotz struktureller Verschiebungen im internationalen System zu behaupten.
Die saudische Intervention in Bahrain - “Roots of sectarianism”?
Während Saudi-Arabien in Ägypten in Form von öffentlicher Kritik und ökonomischen Sanktionen agierte, zeigte sich Riad 2011 in Bahrain von einer zielstrebigeren Seite. Alsultan und Saeid argumentieren folgerichtig: “The potential upheavals in Egypt with empowering Islamist groups and its’ spill over effects were an existential domestic threat to the kingdom. The stakes in Bahrain which traditionally fell within the orbit of the kingdom are even higher.”
Bahrains ethnisch-religiöse Zusammensetzung ist für die saudische Wahrnehmung weit aus delikater. Fünfzig bis siebzig Prozent der Staatsbürger sind schiitisch, während das Herrscherhaus Khalifa sunnitisch ist. Die Proteste in Bahrain wurden durch die Wahrnehmung der schiitischen Bevölkerung, einer politischen und sozioökonomischen Benachteiligung zu unterliegen, initiiert. An den Protesten waren sowohl schiitische als auch sunnitische Teile der Bevölkerungen beteiligt, die Bürgeraufstände wurde von Riad öffentlich jedoch radikal einseitig aufgenommen: Für Riad trat die konfessionelle Konfliktlinie in den Vordergrund und die Aufstände wurden als Aufbegehren der schiitischen Bevölkerung wahrgenommen.
Einleitung: Die Arbeit führt in die Komplexität des Mittleren Ostens als Krisenregion ein und formuliert die Forschungsfrage zur aggressiveren Außenpolitik Saudi-Arabiens seit 2011.
Literaturbericht: Es werden zentrale Werke zur saudi-arabischen Außenpolitik sowie zur Rolle des Irans und der USA vorgestellt, um den Forschungsstand einzuordnen.
1. Der Neorealismus als Theorie der Internationalen Beziehungen: Dieses Kapitel erläutert die Grundlagen des strukturellen Realismus nach Kenneth Waltz als analytisches Werkzeug.
2. Erkenntnisse aus dem Neorealismus und methodisches Vorgehen: Hier wird die Eignung des Neorealismus für die empirische Analyse von Außenpolitik kritisch diskutiert.
3. Das Königreich Saudi-Arabien: Ein Überblick über die strategische Bedeutung und die Verwundbarkeit Saudi-Arabiens innerhalb der geopolitischen Lage des Mittleren Ostens.
4. Saudi-Arabien als Geburtsort des Islam - Capabilities und saudisches Selbstverständnis: Das Kapitel beleuchtet, wie Religion und ökonomische Stärke als Machtinstrumente in das Selbstverständnis Riads einfließen.
5. Das regionale Umfeld Riads: Dieser Hauptteil analysiert die Interventionen Saudi-Arabiens in Ägypten, Bahrain, Jemen und Syrien als Reaktion auf das Ringen um regionalen Einfluss mit dem Iran.
6. Saudi-Arabien im internationalen System: Die Analyse fokussiert sich auf das belastete Bündnis mit den USA, die Auswirkungen des JCPoA und die Suche nach neuen Partnerschaften.
7. Zusammenfassende Betrachtung der Erkenntnisse: Die Ergebnisse werden synthetisiert und die Grenzen sowie die Aussagekraft des neorealistischen Modells für die saudische Außenpolitik bewertet.
8. Ausblick: Interne Entwicklungen: Das abschließende Kapitel thematisiert, wie wirtschaftliche Restriktionen und gesellschaftlicher Druck die staatliche Handlungsfähigkeit und Außenpolitik des Königreiches beeinflussen.
Saudi-Arabien, Neorealismus, Außenpolitik, Mittlerer Osten, Iran, USA, Balance of Power, regionale Sicherheit, Arabischer Frühling, Jemen-Intervention, Ökonomische Restriktionen, Islam, Machtpolitik, Strukturwandel, Golfkooperationsrat.
Die Bachelorarbeit analysiert die Außenpolitik Saudi-Arabiens zwischen 2011 und Ende 2016 vor dem Hintergrund des neorealistischen Theorieansatzes.
Im Zentrum stehen die Machtkonkurrenz zum Iran, die sicherheitspolitischen Beziehungen zu den USA und die Reaktion Saudi-Arabiens auf die regionalen Umbrüche seit 2011.
Es soll geklärt werden, weshalb Saudi-Arabien seine Außenpolitik in den letzten Jahren deutlich aktiver und aggressiver gestaltet hat und welche strukturellen Faktoren dies erklären.
Die Arbeit nutzt eine theoriegestützte Analyse unter Anwendung des neorealistischen Paradigmas nach Kenneth Waltz, ergänzt durch eine Auswertung politikwissenschaftlicher Literatur.
Der Hauptteil befasst sich mit den konkreten Interventionen in Ägypten, Bahrain, Jemen und Syrien sowie der strategischen Instrumentalisierung von Ölpreisen und religiöser Identität.
Schlüsselbegriffe sind Neorealismus, regionale Machtbalance, saudi-arabische Außenpolitik, Iran-Rivalität und die Sicherheitsarchitektur im Mittleren Osten.
Das Atomabkommen wird als Bedrohung der saudi-arabischen Sicherheitsinteressen wahrgenommen, da es dem Iran diplomatische und wirtschaftliche Spielräume verschafft.
Die Arbeit zeigt, dass persönliche Entscheidungen des Königshauses (besonders unter König Salman) und der Druck durch interne Opposition die außenpolitische Strategie mitbestimmen, was eine Grenze des neorealistischen "Black Box"-Modells aufzeigt.
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